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Lübeck Neue Zeiten für das alte Winterlicht?
Lokales Lübeck Neue Zeiten für das alte Winterlicht?
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20:41 04.08.2017
Auf dem Gelände der Bauinnung, im Ausbildungspark Blankensee, schaut sich Olivia Kempke (59) vom Lübeck Management die Masten und Aufsetzer an.

Die Lichtschläuche sind unbrauchbar, die Elektrik ist kaputt, und die Stahlträger stapeln sich am Boden. Moos und Bäumchen wachsen dazwischen. So liegt Lübecks einstiges Winterlicht auf einem Lagerplatz der Bauinnung im Ausbildungspark Blankensee. Ein Kuriosum. Denn 2008 sollte die Installation nach Heide verkauft worden sein. Fest steht: Damals gab es viel Streit um den Leuchtschmuck, der nun vielleicht doch noch mal Verwendung findet.

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Frühere Lübeck-Beleuchtung wurde in Heide vermutet und ist jetzt auf einem Lagerplatz aufgetaucht.

„Als ich die Teile des alten Winterlichtes hier liegen sah, konnte ich es kaum glauben“, sagt Geschäftsführerin Olivia Kempke vom Lübeck Management. Zuvor hatte sie eine Nachfrage der Innung des Baugewerbes erreicht, was mit den Masten passieren solle. „Und dabei hieß es doch immer, das Winterlicht sei 2008 nach Heide verkauft worden?“ Da Kempke erst seit 2011 fürs Lübeck Management (LM) tätig ist, habe sie vor einem Rätsel gestanden, sagt sie und bemüht sich jetzt um Aufklärung. Doch es ist mühsam, anhand von Rechnungen, einer Chronik und alten Aufzeichnungen Licht ins Dunkel rund um das Winterlicht zu bringen.

Los geht die Geschichte mit einer Weihnachtsbeleuchtung, die Architekt Martin Jebram 1971 entworfen hat. Die Sterngebilde und Leuchtbögen schmückten Lübeck bis Anfang der 90er Jahre. „Trotz regelmäßiger Instandsetzung und Pflege“ waren die Teile langsam „marode und teilweise nicht mehr aufstellbar“, so die Chronik vom Oktober 2000. Also machte sich der Arbeitskreis Weltkulturerbe des Lübeck Managements für ein neues Licht stark, das die gesamte dunkle Jahreszeit verschönern sollte.

Das Konzept mit Masten und wellenförmigen Leuchtbögen wurde deutschlandweit ausgeschrieben und dank Unterstützung von Lübecker Firmen und der Possehl-Stiftung ab 2001 nach und nach realisiert. Laut Kempke lagen die Kosten damals bei etwa 250000 Euro. „Doch in Laufe der Jahre stellte man fest, dass Auf- und Abbau, Transport, Lagerung und Versicherung pro Jahr zu kostenintensiv waren“, erzählt Kempke und berichtet vom Aus für das gefeierte Image-Projekt im Jahr 2008. Damals gab es viel Streit in der Stadt um das Winterlicht – zumal Teile davon für 2500 Euro nach Heide verkauft worden sein sollten. „Das betraf aber die Weihnachtsbeleuchtung aus den 70er Jahren“, sagt Kempke.

Diverse Details rund um das Winterlicht bleiben nach wie vor unklar. Aber jetzt könnten die Masten und wellenförmigen Aufsetzer vielleicht doch noch eine Renaissance erleben. „Die Elektrik ist verrottet, aber die Masten und Aufsetzer sind einwandfrei und könnten noch verwendet werden“, sagt Kempke. Man müsse sie nur reinigen. Die Geschäftsführerin hat daher mit Kurdirektor Uwe Kirchhoff und dem Verein „Travemünde leuchtet“ Kontakt aufgenommen. „Ich finde, die Wellen könnten gut ins Seebad passen“, sagt Kempke und weiß zu berichten, dass der Verein derzeit ein Konzept erarbeiten lässt.

Zuständig dafür ist Innenarchitektin Sabine Kaiser. Die Lichtplanerin hat sich die Masten und Aufbauten auf dem Hof angeschaut und ist „zuversichtlich, dass man Teile davon wieder verwenden kann.

Jetzt werde ich eine Kosteneinschätzung und kreative Empfehlung entwickeln“, sagt Kaiser, die das Konzept bei den nächsten Gesprächen im September vorstellen wird. „Dann werden wir sehen, wie es mit dem Winterlicht weitergehen könnte.“

Die Experten fürs Licht

2013 wurde der Verein „Travemünde leuchtet“ gegründet, der im Ostseebad besondere Orte, Bäume und Gebäude in Szene setzen will. Die Beleuchtungskonzepte sollen Travemünde vor allem in der dunklen Jahreszeit verschönern, den Urlaubsort für Einheimische sowie Gäste attraktiv gestalten und die Saison verlängern. Erster Vorsitzender ist Christian Lohff, mehr Infos gibt es auf der Homepage der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft (www.t-wg.de).

Cosima Künzel

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