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Lübeck Neuer Ärger für das Linden-Bündnis
Lokales Lübeck Neuer Ärger für das Linden-Bündnis
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20:32 02.09.2016
Untersagt einen Infostand der Linden-Freunde auf dem Waldtag: Ludger Hinsen (CDU). Quelle: Maxwitat

 „Der Walderlebnistag ist keine Plattform für politische Agitation“, sagt Hinsen. Zu der Traditionsveranstaltung in Israelsdorf werden morgen 10000 Besucher erwartet.

„Das Bürgerbegehren ist ein wesentliches demokratisches Recht“, erklärt das Bündnis. „Wenn dieses durch den Senator auf öffentlichen Flächen ausdrücklich verboten wird, bricht dieser ein wesentliches BürgerInnenrecht.“ Diese Überreaktion werde verständlich, „weil in der Öffentlichkeit mehr und mehr an den unlogischen und fehlerhaften Begründungen der Stadtverwaltung für den ab 1. Oktober geplanten Kahlschlag gezweifelt wird“, erklären die Baumfreunde. Hinsen dagegen sagt auf LN-Anfrage: „Dass die Bürger Unterschriften sammeln, werde ich nicht verhindern, aber ein eigener Stand – das geht nicht.“ Er wolle den Charakter der Veranstaltung wahren. Hinsen: „Es geht darum, den Menschen den Wald nahezubringen.“

Detlev Stolzenberg, der für die Partei-Piraten im Bauausschuss sitzt, fordert eine Korrektur der Entscheidung. „Verbote nützen nicht, sie polarisieren und schaden unserer repräsentativen Demokratie“, sagt der Kommunalpolitiker. Die Verwaltung könne ja ebenfalls einen Infostand einrichten, auf dem die Umgestaltung der Untertrave erläutert würde.

Für das Aktionsbündnis gibt es noch mehr Ärger. Der Verein Museumshafen fordert 200 Euro. Grund: Linden-Kämpfer hätten Strompoller, Schaukasten sowie das Informationsschild zum Bagger „Wels“ mit Aufklebern verunstaltet. „Wir haben ein Mitglied des Vereins gegen Honorar beauftragt, diese Aufkleber sachgerecht zu entfernen“, schreibt der Vereinsvorsitzende Holger Walter an das Bündnis. Dabei sei an den Versorgungspollern Farbe abgeplatzt. Die Stellen müssten jetzt ausgebessert werden. Das Geld solle bis zum 15. September überwiesen werden, sonst „werden wir rechtliche Schritte einleiten“.

In die Debatte um die Winterlinden schaltet sich jetzt die Lübecker Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ein und fordert eine Überplanung der Untertrave ohne Zeitdruck – mit den vorhandenen Linden. „Für eine von den Bürgern akzeptierte Umgestaltung können notfalls auch wenige weitere Jahre Aufschub in Kauf genommen werden“, sagt Vorstandsmitglied Reinhard Degener. Die Verwaltung hätte mit massivem Widerstand rechnen müssen. Degener: „Die Öffentlichkeit wurde mit einer fertigen Planung konfrontiert, die alternativlos auf die Beseitigung der Bäume setzt.“

 dor

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