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Lübeck Neuer Altstadt-Boulevard: Lübecks Baustelle an der Untertrave bald fertig
Lokales Lübeck Neuer Altstadt-Boulevard: Lübecks Baustelle an der Untertrave bald fertig
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10:37 01.08.2018
Große Baustelle in der Altstadt: Der Drehbrückenplatz wird zur Aussichtsplattform umgestaltet – mit einer Treppe hinunter zur Trave. Täglich sind etwa 20 Arbeiter auf der Baustelle. Im Einsatz sind drei große und drei kleine Bagger, drei Radlader sowie Lastwagen. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Lübeck

Es ist das Sahnehäubchen auf dem Schokoladeneis. Muss man nicht machen, kann man aber. Vor allem, wenn Bund und Land 6,6 Millionen Euro bezahlen. Die Stadt muss 1,9 Millionen Euro aufbringen. Das ist zwar fast doppelt so viel wie gedacht, aber: Dafür wird die Untertrave zum neuen Boulevard der Altstadt – und verlängert damit die Obertrave. Das Beste: Sie verläuft am Wasser – zumindest in Teilen.

Es wird Lübecks Flaniermeile: die Untertrave. Seit einem Jahr ist sie aufgerissen. Am 30. November soll sie fertig umgebaut sein. Die Treppe zur Trave kommt 2019. Kosten: 8,53 Millionen Euro. Über das Projekt ist viel gestritten worden. Jetzt lässt sich erahnen, wie die Straße aussieht.

„Für uns ist das eine große Baustelle." Matthias Drever, stellvertretender Bereichsleiter Verkehr

Jetzt rotiert dort noch der dicke, weiße Bagger, schaufelt Kies von der einen Seite zur anderen. Wenn es Winter wird, ist alles fertig. Dann werden dort dick eingemummelte Lübecker spazieren. Denn am 30. November soll die Untertrave fertig sein. Dann haben die Fußgänger Platz, viel Platz. Denn bei der Flächen-Bilanz sind sie eindeutig die Gewinner. Die Spaziergänger erhalten im Durchschnitt einen Meter mehr als vorher, die Straße für die Autos indes wird im Durchschnitt zwei Meter schmaler.

Bauarbeiten bei laufendem Verkehr dauern länger

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Konkret: Den Fußgängern gehören demnächst zwischen drei und sechs Meter Gehweg. Vorher waren es zwei bis fünf Meter. Die Autofahrer hingegen büßen Platz ein. Neun bis elf Meter breit ist die Untertrave nach dem Umbau. Vorher hatte sie zwölf Meter. Einst gab es sogar zwei Fahrspuren in jede Richtung. Jetzt gibt es eine Spur in jede Richtung plus jeweils eine Radspur. Beim Blick auf die Baustelle kann man die neue Straßenkante bereits erkennen. Der helle Betonrand an der Straßenseite markiert die Grenze der Fahrbahn. Der Rest ist Gehweg.

„Für uns ist das eine große Baustelle“, sagt Matthias Drever, stellvertretender Bereichsleiter Verkehr. Denn sie dauert anderthalb Jahre und „ist damit eine große Belastung für die Anwohner“, so Drever. Und die Bauarbeiten dauern so lange, weil gebaut wird, während der Verkehr rollt; zumindest in eine Richtung zur Hubbrücke.

Im Sommer flanieren, im Winter parken

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Es geht um 400 Meter Straßenlänge und 10 000 Quadratmeter Fläche. Alles ist aufgerissen worden – bis zu 70 Zentimeter tief. Auf den 400 Metern Länge wurden Leitungen neu verlegt oder saniert. Das hätten die Entsorgungsbetriebe und die Stadtwerke aber sowieso machen müssen, sagt Projektleiter Torsten Langenkämper. Für die Straße An der Untertrave werden 5300 Quadratmeter Asphalt verbaut, für die Gehwege 1900 Quadratmeter Platten verlegt. Das sind 9500 Platten aus dickem, hellem Naturstein. Für den Drehbrückenplatz werden 2200 Quadratmeter Großpflaster verbaut.

Der Drehbrückenplatz selbst wird durch dicke Quader zur Straße abgegrenzt – wie an der Obertrave. Sie werden zudem für Parkplätze verwendet. Denn es werden acht Stellplätze eingerichtet, nahe Drehbrückenplatz in Richtung Obertrave. Im Sommer ist dort Flaniermeile – abgegrenzt mit den Quadern. Im Winter sind dort Parkplätze.

Vor allem: Die Stellplätze werden quer zur Fahrtrichtung platziert – nicht wie jetzt schräg angeordnet. Das ist besser für Radfahrer. Wenn die Autofahrer schräg rückwärts ausparken, könnten Radler leicht übersehen werden. Allerdings: Von einst 75 Parkplätzen fallen 20 weg. Im Sommer bleiben davon 55 übrig, im Winter 63.

Für 7,6 Millionen Euro wird der Platz und auch ein Teil der Untertrave ab August umgebaut.

Fünf neue Bäume werden gepflanzt

Am Drehbrückenplatz wird auch die Wassertreppe gebaut. Das ist eine Art Landgewinnung: 500 Quadratmeter Wasser werden aufgeschüttet, dort wird die Treppe errichtet. Dieser neue Aussichtsplatz wird erst später fertig – 2019. Denn das Bauwerk ist aufwendiger als gedacht. Und: „Davor entstehen Anleger für Boote“, sagt Stadtplanerin Christine Koretzky; nicht für die Ausflugsschiffe, sondern für Kanus, Kajaks oder Elektroboote. Beim Umrunden der Altstadt können die Wassersportler dort Pause machen.

Auf dem Drehbrückenplatz bleibt die große Pappel stehen, und es werden fünf neue Bäume gepflanzt. „Die es vorher nicht gab“, sagt Koretzky. Denn am Streit um die Linden ist der Umbau der Untertrave bis hinunter zur Holstenstraße gescheitert. Die Linden bleiben jetzt stehen – und der Boulevard endet davor. Dort wird die Straße wieder breiter, und die Gehwege werden schmaler.

Josephine von Zastrow

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