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Lübeck Neuer Anleger am Skandikai soll die Zukunft des Hafens sichern
Lokales Lübeck Neuer Anleger am Skandikai soll die Zukunft des Hafens sichern
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00:00 21.12.2012
Vorarbeiter Karsten Deile bedient die schwere Ramme. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Mit einem lauten Signalton und einem tiefen Brummen ist am Skandinavienkai eine neue Ära eingeleitet worden. Ab sofort läuft der Umbau des Fähranlegers 7, dort soll bis zum Ende kommenden Jahres eine Doppelrampe entstehen. Über den Terminal können dann auf zwei Ebenen die Fahrzeugdecks der Fähren be- und entladen werden. Gleichzeitig wird der Hafen fit gemacht für größere Schiffe.

Bürgermeister Bernd Saxe, Landeswirtschaftsminister Reinhard Meyer (beide SPD) und Heinrich Beckmann, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG), haben gestern symbolisch den Startknopf gedrückt für den ersten Rammstoß. „Es ist ein ganz wichtiger und großer Tag für uns“, sagte Beckmann. „Viele Unternehmen müssen darauf bauen können, dass sich der Hafen entwickelt.“ Das habe Lübeck in zuletzt wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewiesen.

Der Skandinavienkai verfügt bereits über drei sogenannte Doppelstock-Rampen, die Kosten für Nummer vier belaufen sich auf etwa elf Millionen Euro. „Es ist eine gute Investition“, sagte Bürgermeister Saxe, „auch wenn es unseren Haushalt enorm belastet.“ Möglich geworden sei der Ausbau durch den Verkauf von Anteilen, außerdem erhält die Stadt einen Zuschuss vom Land. 5,5 Millionen Euro kommen aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft, das sich aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein zusammensetzt.

Aus diesem Grund war auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zum Skandinavienkai gekommen und überreichte den Zuwendungsbescheid. „Damit unterstreichen und unterstützen wir die Funktion des Lübecker Hafens als national bedeutsame Logistik-Drehscheibe“, sagte der Minister. „Er hat Zukunft.“ Außerdem wies Meyer darauf hin, gerade in Berlin weiter für das Schiff als umweltfreundlichstes Transportmittel zu werben. Es habe den geringsten Kraftstoffverbrauch je beförderter Tonne Fracht — noch vor Zügen, Lastwagen und Flugzeugen. LHG-Geschäftsführer Beckmann sprach in diesem Zusammenhang vom Anleger 7 als „grüne Investition“. Meyer: „Da müssen wir ein bisschen mehr trommeln.“ Der Minister übernimmt ab Januar für zwei Jahre den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz der Länder. Seine weiteren Pläne für ein landesweites Hafenkonzept ist ebenfalls das Festhalten am westlichen A20-Ausbau über die Elbe. Davon würde letztlich auch Lübeck profitieren.

Der neue Anleger 7 wird voraussichtlich im Herbst 2013 fertiggestellt. Von da an rollen Autos, Lkw und Trailer auf zwei Ebenen an und von Bord der Ostsee-Fähren, die hauptsächlich Skandinavien und das Baltikum ansteuern. Gleichzeitig können in Zukunft Schiffe mit einer Gesamtlänge von bis zu 240 Metern abgefertigt werden. „Die Wachstumschancen liegen im Norden“, sagte LHG-Geschäftsführer Beckmann. Daher sei der neue Anleger wichtig für Lübeck als größten Ostsee-Hafen. „Es geht darum, den Anleger fitzumachen und leistungsfähiger“, sagte Bernd Saxe. „Das macht den Hafen effizienter und noch attraktiver für die Reedereien.“ Daher werde er „mit viel Optimismus und Hoffnung“ ins neue Jahr gehen.

Der Lübecker Hafen

26 Millionen Tonnen wurden dieses Jahr bisher laut LHG im Lübecker Hafen umgeschlagen. 90 Prozent davon entfielen auf die LHG.

100 Abfahrten wöchentlich zählt der Hafen in Richtung Ostsee, 30 weitere ins Hinterland. Nach Angaben der IHK sind 10 000 Jobs vom Lübecker Hafen abhängig.

Peer Hellerling

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