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Lübeck Neuer DRK-Secondhandshop: Drei auf einen Streich
Lokales Lübeck Neuer DRK-Secondhandshop: Drei auf einen Streich
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09:27 31.07.2018
Taher Hamad Amen (32) zeigt seine Upcyling-Kreationen. Der Schneider bietet auch Änderungen an. Quelle: Foto: Hfr
Buntekuh

Eine Lederjacke wird zu einem schicken Rucksack, aus einem Herrenoberhemd entsteht ein Kinderkleidchen. Das alles kann und macht Taher Hamad Amen. Er kam als Flüchtling vor drei Jahren nach Lübeck.

Neues Angebot in der Moislinger Allee: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat dort einen Secondhandshop eröffnet. Das Geschäft mit Namen Stoffreich bietet einen Kleiderladen und eine Änderungsschneiderei. Außerdem soll in einem Upcycling-Projekt gebrauchten Dingen ein neuer Sinn gegeben werden.

Nähmaschinen gesucht

Wer noch eine funktionstüchtige Nähmaschine besitzt und diese nicht mehr braucht, kann auch damit helfen. Einfach im Geschäft in der Moislinger Allee 218 abgeben. Die Maschinen werden für die geplanten Nähkurse eingesetzt.

Schnell stellte sich heraus, dass der erfahrene Schneider genau der Richtige ist, um die Idee des ungewöhnlichen Secondhandshops Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Konzept des gestern offiziell eröffneten Geschäftes Stoffreich in der Moislinger Allee 218 vereint gleich drei Dinge: Secondhandshop, Änderungsschneiderei und Modewerkstatt. Taher Hamad Amen kreiert aus verschiedenen Materialien Röcke, Hosen, Kleider, Taschen und Rucksäcke. Der Clou: Aus scheinbar nutzlosen Stoffen entstehen neuwertige Produkte. Upcycling wird dieses Verfahren genannt.

„Das Thema Upcycling passt hervorragend zu unserem Konzept, gebrauchten Dingen einen neuen Sinn zu geben – und diese als Unikate anzubieten“, sagt DRK-Geschäftsführer Stefan Krause. „Zudem schont die Wiederverwertung von bereits genutzten Materialien die Verwendung von Rohstoffen.“

Weitere Angebote im Stoffreich sind die Änderungsschneiderei und Nähkurse, die unabhängig von Herkunft, Alter und Geschlecht, Menschen zusammenbringen sollen, die kreativ sein möchten. Der Kleiderladen soll außerdem ein Treffpunkt werden, der einen Austausch zwischen Menschen mit und ohne Hilfebedarf ermöglicht.

Für Taher Hamad Amen ist der neue Job ein Glücksgriff, wie er sagt. Und ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration. „Ich möchte gute Arbeit für die Kunden leisten und freue mich, wenn sie zufrieden sind“, erklärt der 32-Jährige. Auch zwei Langzeitarbeitslose bekamen im Kleiderladen eine neue, berufliche Perspektive. Durch Beschäftigungsprojekte konnten sie in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden, eine dritte Arbeitssuchende bekommt ab November einen Teilzeitjob.

Zahlreiche Ehrenamtliche unterstützen zudem den Betrieb des DRK-Secondhandshops. Sie sortieren die gespendete Ware, helfen beim Auspreisen und im Verkauf. Ohne sie seien Kleiderläden in dieser Form nicht denkbar, heißt es beim DRK.

Die Einnahmen aus den Verkaufs- und Serviceangeboten dienen dem Erhalt und der Refinanzierung des DRK-Secondhandshops. Er soll als soziales Angebot eine zentrale Rolle im Miteinander des Stadtteils spielen. Wer den Kleiderladen unterstützen möchte, kann dort nicht nur einkaufen, sondern auch Stoffreste oder nicht mehr benötigte Kleidung spenden. Und auch Zeit: Ehrenamtliche Helfer werden immer gesucht.

LN

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