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Lübeck Neuer Trendsport: Akrobatik am Reifen
Lokales Lübeck Neuer Trendsport: Akrobatik am Reifen
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22:55 30.06.2018
Quelle: Wolfgang Maxwitat
St. Lorenz Nord

Im Bühnenraum des Kleinen Hoftheaters machen sich sechs junge Frauen warm. Alle tragen lange Sport-Leggins – aus gutem Grund: Das, was sie nachdem Aufwärmen vorhaben, wäre in kurzen Hosen einfach zu schmerzhaft. In an der Decke aufgehängten und frei schwingenden Reifen wollen sie unter Anleitung von Charline Labs (25) elegante Figuren und Übungen machen.

Es ist der neueste Clou von Annette Knüppel. Die Lehrerin hatte vor fünf Jahren im Hinterhof in der Schwartauer Allee ihr vom Verein „Musical und Showtanz“ getragenes, eigenes Theater eröffnet. Der Verein bietet aber auch Kurse, die eher mit Sport zu tun haben.

Annette Knüppel

Vor vier Jahren führte Annette Knüppel mit Trainerin Charline die ersten Pole-Dance-Kurse in Lübeck ein. Ein Renner: Inzwischen hat die Sparte 150 Teilnehmer und acht Trainer. Und nun: Aerial Hoop. „Ich wollte gern Aerial Hoop in ein neues Stück, ein Zirkusstück, einbauen“, sagt Annette Knüppel. Weshalb einige der jungen Frauen, die Pole Dance praktizieren, sich jetzt an die Reifen wagen.

Krafttraining mit Spaß

Die werden im Bühnenraum aufgehängt – in zwei verschiedenen Höhen, dann schwingt sich Charline in den Reifen und erklärt eine Übung: Mit den Kniekehlen einhängen, den Ring auf die Schultern, Arme von hinten nach vorne um den Reifen, die Beine elegant abspreizen – okay, soweit, so gut. Vor allem eine gute Armmuskulatur und ganz viel Körperspannung braucht es, um am schmalen Reifen zu „turnen“.

Tamara Frahm (23) übt an einem Reifen mit ihrer Schwester Larissa (18). „Es ist anders anstrengend als Pole“, sagt Tamara, vor allem, dass man dauernd mit dem Kopf nach unten hängt, ist ungewohnt.“ Und ja, „der Ring tut manchmal weh“, räumt sie ein.

Aber dennoch: „Es macht trotzdem Spaß, ist ein gutes Krafttraining und einfach mal was anderes.“ Ein Stückchen von ihr entfernt sitzt Janine Hofmann scheinbar völlig entspannt und dennoch sehr elegant in einem höher aufgehängten Ring. Ob der schmale Ring sich nicht in die Wirbelsäule drücke? „Nein, das geht schon“, sagt die 25-Jährige, die Pole Dance und Luftring schon vorher kannte und „Akrobatik generell gern mag.“

Sportlich sind alle, die sich elegant an den Ringen schwingend zu Popmusik bewegen. Auch Margrit Rapsch (39). Anders als ihre jüngeren Kolleginnen findet sie, „dass Poledance schmerzhafter und anstrengender ist.“ Trainerin Charline schaut von Ring zu Ring, gibt Hilfestellung und Tipps.

Ihre wichtigste Aufgabe: „Den Teilnehmerinnen Balance geben und die Angst vor der Höhe nehmen.“ Es gelte, soviel Spaß zu vermitteln, dass die Teilnehmerinnen die Angst vergessen. Eine Taktik, die aufzugehen scheint, denn die jungen Frauen lachen und erfinden – teils ungewollt – neue Figuren.

Wer Aerial Hoop ausprobieren möchte: Am Donnerstag, 8. August, 18 Uhr, beginnt ein vierwöchiger Kursus für Anfänger. Kosten: 40 Euro, Infos und Anmeldung unter Telefon 0451/12124631.

Von Sabine Risch

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