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Lübeck Neues Hotel hinterm Bahnhof: Das Viertel mausert sich
Lokales Lübeck Neues Hotel hinterm Bahnhof: Das Viertel mausert sich
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21:07 10.06.2016
Blick auf das neue Hotel Lübeck: Es soll in der Straße Beim Retteich gebaut werden, ganz rechts ist der Handelshof. Quelle: Grafik: Architekten Reichel + Stauth

 Einen zweistelligen Millionenbetrag will die CA Immo Deutschland GmbH investieren. Ihr gehört das ehemalige Bahn- Areal.

Millionen-Investment für Lübecks Entree – Baustart könnte schon nächstes Jahr sein – Drei-Sterne-Unterkunft mit 180 Zimmern geplant – Gestaltungsbeirat stimmt zu.

Baustart ist 2017 – im Idealfall. 2019 könnte alles fertig sein.

„Wir stehen dem Projekt sehr positiv gegenüber“, sagt Jürgen Böge, Vorsitzender des Gestaltungsbeirates. Es zeige auch, welches Potenzial es in Lübeck an dieser Stelle gebe. „Das könnte ein Pilotprojekt werden für dieses Viertel“, sagt Guido Schütte, Leiter der CA Immo Niederlassung in Berlin. Denn rund um den Bahnhof tut sich etwas: In das marode Hotel Victoria gegenüber vom Bahnhof soll ebenfalls investiert werden und ein Novum Style Hotel einziehen. Noch gibt es allerdings keine Bauvoranfrage bei der Stadt. Auch das Areal am Busbahnhof rund um die Pinguin-Apotheke soll erneuert werden. Dort läuft ein Architekten-Wettbewerb für eine Teilfläche. Dazu wird noch das Areal des alten Güterbahnhofgeländes jenseits der Meierbrücke aktuell überplant. Am konkretesten ist der Plan des Lübecker Bauvereins. Die Genossenschaft will in der Schützenstraße 77 neue Wohnungen errichten – unweit des Hotelprojekts.

Das Hotel Lübeck ist als Drei- Sterne-Unterkunft mit 180 Zimmern sowie sechs Tagungsräumen konzipiert. Welche Kette es betreiben wird, ist noch unklar. Entworfen hat das Gebäude der Braunschweiger Architekt Dieter Reichel. Das sechsstöckige Gebäude hat einen Keller und insgesamt eine Bruttogeschossfläche von 9000 Quadratmetern. Es ist als Rechteck geplant und knickt in einem kleinen Winkel nach vorn ab. Damit nimmt es die geschwungene Linie der Straße Beim Rettich auf. Das neue Hotel ist 20,50 Meter hoch. Damit liegt seine Höhe zwischen den Maßen der benachbarten Gebäude. Der Handelshof misst vier Meter mehr – ragt 24,50 Meter in die Höhe. Das gegenüberliegende Bürohaus ist 14,50 Meter hoch.

Kompliziert: Das Grundstück ist völlig schief. In Richtung Bahnhof fällt es 1,60 Meter ab. Zudem hat die Straße Beim Retteich eine Schräge, die vom Bahnhof kommend um 40 Zentimeter abfällt. Das Hotel wird sozusagen auf der Ebene des tiefsten Punktes der Straße gebaut. Neben dem Handelshof überbrückt eine Treppe für Fußgänger das Gefälle. Die Hotelgäste fahren ihre Autos über eine zweigeteilte Rampe hinter das neue Hotel. Dort sind 90 Stellplätze geplant.

Der Hotel-Eingang liegt im Knick des Gebäudes. Es gibt ein Restaurant im Erdgeschoss, zudem ist eine Bar geplant – eine After- Work-Lounge. Im Erdgeschoss werden zudem öffentliche Toiletten eingerichtet sowie der Ticketverkauf für die Fernbusse, die Beim Retteich abfahren. Dann folgen vier Geschosse mit Zimmern, die je 21,50 Quadratmeter messen. Das Staffelgeschoss ist für Tagungen vorgesehen. Dort sind drei Konferenzräume à 75 Quadratmeter untergebracht. Sie können zu einem großen Raum zusammengefasst werden. Zudem gibt es drei kleine Seminarräume. Eine Glasfassade ziert sowohl das Erd- als auch das Staffelgeschoss. Dazwischen sind die Geschosse mit einer Fassade aus Klinker und Putz gestaltet. An den Seiten des Gebäudes sind bunte Aluminiumplatten geplant.

Der CA Immo gehören viele ehemalige Bahnflächen. Sie hieß früher Vivico. Jetzt gehört sie zur österreichischen CA Immobilien Anlagen AG. Das Unternehmen zählt zu den größeren der Branche, investiert vor allem in europäischen Großstädten. Das Immobilienvermögen beträgt 3,7 Milliarden Euro.

 Josephine von Zastrow

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