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Lübeck Neues Konzept: Travemünder Woche wird „gesitteter“
Lokales Lübeck Neues Konzept: Travemünder Woche wird „gesitteter“
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11:32 15.06.2017
Jedes Jahr aufs Neue kämpfen die Hoteliers vom Arosa, dem Atlantic Hotel und dem Maritim mit den negativen Auswirkungen des zehntägigen Festivals: Unzufriedene Gäste, Regressforderungen, ausbleibende Buchungen. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Jedes Jahr aufs Neue kämpfen die Hoteliers vom Arosa, dem Atlantic Hotel und dem Maritim mit den negativen Auswirkungen des zehntägigen Festivals: Unzufriedene Gäste, Regressforderungen, ausbleibende Buchungen.

Im Brügmanngarten soll Kleinkunst das Gelände befrieden, und mit zwei zusätzlichen Leinwänden will man den Sport auch an Land wieder zurück in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Das Risiko, das die Hamburger Veranstaltungsagentur uba mit dieser Konzeptänderung auf sich nimmt, wird von den großen Hotels durch einen finanziellen Beitrag mitgetragen.

Hauptbühne im Brügmanngarten wird gegen Kleinkunst getauscht – Hotels tragen Risiko durch finanziellen Beitrag mit – Neue Riesenrutsche.

Besuchermagnet

Seit 2001 werden die Besucherzahlen der Travemünder Woche erhoben. Sie schwanken regelmäßig zwischen 800000 und 1, 1 Millionen. Erfolgreichstes Jahr war 2009 mit 1,16 Millionen.

Damals wurde das Festival allerdings auch verlängert.

2016 zog die Travemünder Woche etwa 850000 Menschen an.

Wie hoch dieser Beitrag ist, möchte Thomas Lenz, Direktor des Arosa Resorts, zwar nicht sagen, er erklärt aber die Gründe: „Die Travemünder Woche findet zehn Tage lang mitten in der Hochsaison statt, unsere Gäste fühlen sich teils massiv gestört durch die Partymeile im Brügmanngarten. Und obwohl wir im Voraus auf das Festival hinweisen, gibt es immer wieder Regressforderungen.“ Deswegen hatte Lenz am Ende klargestellt: Wenn es so weitergeht, werde er das Festival nicht mehr weiter unterstützen.

„Wir haben das alte Konzept jahrelang umgesetzt, trotz der Schwierigkeiten für die Hoteliers“, sagt dazu Ralf Abratis, Pressesprecher der Travemünder Woche gGmbh. Was man aber wolle, sei eine gute Zusammenarbeit und gleichzeitig ein zukunftsfähiges Konzept. Uwe Bergmann, Geschäftsführer der Agentur uba, bezeichnet das neue Konzept ebenfalls als erfolgversprechend: „Wir nehmen hier den neuen Veranstaltungstrend auf, dass sich die Besucher nicht nur auf eine Großbühne konzentrieren wollen, sondern nach einem kleinteiligeren Angebot suchen, das sie auf ihre individuellen Bedürfnisse zuschneiden können.“

Konkret ändert sich dabei Folgendes: Die Hauptbühne verschwindet aus dem Brügmanngarten. „Partymeile“ wird damit endgültig das Areal rund um den Platz an der Lotsenstation. Hier gibt es in den Nachmittags- und Abendstunden Rock, Pop, Funk und Soul. Kleinkunst-Unterhaltung, ein gehobenes Angebot mit Weindorf, feinen Fleischspezialitäten und einem Food-Truck sollen den Brügmanngarten indessen ruhiger machen. Oder, mit den Worten von Matthias Golze, Direktor des Atlantic Hotel: „etwas gesitteter“.

Außerdem kommt erstmals eine 100 Meter lange Riesenrutsche für die kleinen Gäste aufs Festivalgelände. Auf der Strandallee soll auf Höhe des Brügmanngartens der Holsten-Biergarten „Hafenkante“ die Besucher zum Innehalten einladen und damit „ eine Zäsur im Besucherstrom“ erwirken.

Für alle Partylöwen gibt es aber auch positive Nachrichten: Der Beachclub „Schiff ahoi“ gesellt sich an der Nordermole zu den bereits bewährten Clubs hinzu. Gleich in der Nähe können Sportbegeisterte die Rennen der 128. Travemünder Woche über den SAP Sail Cube verfolgen. Neu dazu kommen dafür Videoleinwände an der Tornadowiese und an der Bertlingstraße.

Mysteriöser SEK-Einsatz in Moisling

Das Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte gestern Mittag eine Wohnung im Eulenspiegelweg in Moisling. Eine Stellungnahme der Polizei zu den Hintergründen gab es bis zum Abend nicht. Nach LN-Informationen suchten die Einsatzkräfte nach einer Person, die in der betroffenen Wohnung aber nicht aufgefunden wurde. Stattdessen soll eine Bewohnerin zu Hause gewesen sein, die aber nicht gesucht wurde – und vom Eindringen der Einsatzkräfte vollkommen überrascht war. Im späteren Verlauf sollen weiterhin Streifenwagen in dem Wohngebiet umhergefahren sein. Auch ein in der Nähe geparktes Auto ließen die Beamten offenbar abschleppen. FOTO: KRÖGER, TEXT: JACOBSEN

 Luisa Jacobsen

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