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Lübeck Neues Konzept für Figurenmuseum und Theater
Lokales Lübeck Neues Konzept für Figurenmuseum und Theater
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22:07 30.12.2017
In Zukunft sollen die Puppen „lebendiger“ auf echten Bühnen präsentiert werden. Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat
Innenstadt

Dem Theaterfigurenmuseum steht im neuen Jahr einiges bevor: Abrisse und Grundsanierungen werden in den Räumen im Kolk vorgenommen. Start ist der 1. Januar. Die Baumaßnahme hat zwei Ziele: Erstens soll die Zusammenarbeit zwischen Figurentheater und Figurenmuseum noch stärker gekoppelt werden. Und zweitens soll das Theaterfigurenmuseum zeitgemäß erlebbar werden. Beispielsweise soll ein neues Museumskonzept die Ausstellung pädagogisch aufwerten und die Räume der Institutionen sollen möglichst barrierefrei zugänglich sein.

Die Possehl-Stiftung, Eigentümerin und Gesellschafterin von Museum und Theater, hat die Umbaumaßnahmen beauftragt. Im Sommer hatte die Stiftung den Architektur-Wettbewerb „Räume für Theaterfiguren“

ausgeschrieben. Im November hat das Büro „Konermann und Siegmund“ mit seinem Entwurf den ersten Preis belegt.

„Das ist eine super architektonische Leistung“, sagt Stephan Schlafke, künstlerischer Leiter des Figurentheaters. Er und Antonia Napp vom Theaterfigurenmuseum stecken mitten in den Vorbereitungen zur Umbauphase. Denn nach den Plänen des Architekten-Büros werden das Museum und das Theater die Gebäude tauschen. Das Gebäude Kolk 18, in dem derzeit die Ausstellung des Museums steht, wird bis auf die Grundmauern abgerissen und neu aufgebaut. In dem Neubau soll zukünftig dann die Bühne des Figurentheaters stehen. Auch ein Foyer mit großer Fensterfront findet im unteren Bereich des Neubaus Platz.

Unter anderem sollen dort auch museumspädagogische Veranstaltungen und Workshops stattfinden. „Museum und Theater wachsen näher zusammen“, sagt Napp.

Wegen der Baumaßnahmen schließt das Museum seine Ausstellung. Gestern war das Museum das letzte Mal in den alten Gebäuden geöffnet. Während der Bauarbeiten werden historische Marionetten, Figuren und Puppenspieler- Zubehör in einem Depot zwischengelagert. Einzelne Ausstellungsstücke sowie der Museums-Shop werden während der Umbaumaßnahmen in den Räumen des Theaters zu sehen sein.

Bis April wird der Spielbetrieb im Theater ganz normal weiterlaufen können. Nach der Sommerpause im Oktober zieht das Theater in eine Spielstätte auf der Altstadtinsel, so Schlafke. Genaueres werde noch bekannt gegeben. Das derzeitige Theatergebäude, Kolk 20-22, wird komplett entkernt. Im Inneren wird ein zweites Haus gebaut. „Ein Haus im Haus“, sagt Schlafke. In dem zukünftigen Museum können Besucher dann über zwei unabhängige Treppen an der Fassade des inneren Hauses verschiedene Ausstellungstücke bewundern, während im Inneren die Figuren auf richtigen Puppenspieler- Bühnen in Szene gesetzt werden. Eine Herzensangelegenheit für Napp: „Bisher waren die Räume zu klein, so dass wir keine richtige Bühne aufstellen konnten.“ Mit einem neuen Lichtkonzept und dem passenden Umfeld will das Museum die Figuren „wieder lebendig machen“.

Die genaue Bauzeit sei derzeit noch nicht abzusehen. Napp und Schlafke rechnen mit mindestens zwei bis drei Jahren Bauphase. Erst müssen die denkmalgeschützten Gebäude komplett analysiert werden.

Dann könne auch mit den Bauarbeiten begonnen werden. Auch zu den Kosten ist derzeit noch keine Aussage möglich, da die Analyse der Denkmalpflege abgewartet werden müsse.

 sha

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