Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Neues Projekt weist den Weg in die Kita
Lokales Lübeck Neues Projekt weist den Weg in die Kita
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:10 13.07.2018
Dorothea Schmidt (v. l.), Souad Abidwes, Klaus-Peter Jürgensen und Britta Sach zeigen die Räume der neuen Anlaufstelle. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Lübeck

„Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ heißt ein bundesweites Programm des Bundesfamilienministeriums, das festgestellt hat: „Obwohl alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, besuchen gerade Kinder aus benachteiligten Familien oft keine Kindertagesstätte oder Kindertagespflege.“ Gemeint sind Familien, die arm sind, oder solche, die mit Bildung nicht viel am Hut haben.

Aber auch Familien, die aus anderen Kulturkreisen zugewandert oder hierher geflüchtet sind. Der aktuelle Integrationsmonitor der Hansestadt stellt bei der Auswertung von Schuleingangsuntersuchungen fest, dass von 377 Kindern nicht-deutscher Herkunft 90 überhaupt keine Kita besucht haben. Aber das ist nur ein Ausschnitt. Tatsächlich liegen die Betreuungsquoten in Lübeck für Kinder unter drei Jahren bei 40 Prozent, die für Drei- bis Sechsjährige bei 85 Prozent. Warum der Rest auf den Kita-Anspruch verzichtet, ist unklar. Dass Eltern sich gegen die öffentliche Betreuung entscheiden, kommt vor, aber äußerst selten. Die Stadt hat nach Angaben von Klaus-Peter Jürgensen, Teamleiter bei der städtischen Kitaplanung, in einer Erhebung festgestellt, dass nur 30 Familien bewusst keine Kita für ihre Kinder wollen.

„Wir kennen die Zahl der Familien nicht, die Probleme mit dem Zugang zur frühen Bildung haben“, erklärt Koordinatorin Dorothea Schmidt. Die Mitarbeiterin der Berufsausbildungs- und Qualifizierungsagentur Lübeck (BQL) leitet das fünfköpfige Team im BQL-Standort Karlstraße 7. „Ziel ist nicht, die Kitas zu füllen“, stellt Klaus-Peter Jürgensen klar, „wir unterstützen Familien, die Hürden haben.“ Es gehe bei diesem Bundesprojekt letztlich um Bildungsgerechtigkeit, sagt Britta Sach, Geschäftsleiterin der BQL: „Wir wollen allen Kindern unabhängig von ihrer Herkunft den Weg ebnen.“

Die BQL-Mitarbeiterinnen gehen mit Eltern in Kitas, helfen bei Anträgen, erklären ihnen, wie sie finanzielle Unterstützung erhalten, und zeigen ihnen die Möglichkeiten des Bildungsportals im Internet auf. Gerade für Familien aus anderen Kulturkreisen seien die Betreuungssysteme oft Neuland, berichtet Souad Abidwes, die aus dem Irak stammt: „Familien müssen beispielsweise wissen, dass sie sich für einen Kitaplatz rechtzeitig vorher anmelden müssen.“ Das Infomaterial der BQL-Koordinierungsstelle ist deshalb mehrsprachig. Außerdem sprechen die Mitarbeiterinnen diverse Sprachen – von Arabisch bis Russisch. Und die BQL hat Zugriff auf etliche Sprachmittler.

Im Oktober vergangenen Jahres startete die BQL das Projekt, das der Bund bis Ende 2020 mit 430000 Euro fördert. Weitere 43000 Euro gibt die Stadt dazu. „Wir haben zuerst das Personal zusammengesucht, einen Standort gefunden und pädagogisches Material angeschafft“, erklärt Koordinatorin Schmidt. Ab jetzt macht sich das Projekt bekannt – durch Flyer, die bei Kinderärzten ausliegen, durch Besuche auf Stadtteilfesten, in Kitas, Familienzentren und Nachbarschaftsbüros. „Wir versuchen, an die Familien heranzukommen, die unsere Hilfe brauchen“, sagt Schmidt.

Gut erreichbar

Die Koordinierungsstelle der BQL zum Kita-Einstieg hat ihr Büro in der Karlstraße 7. Es gibt ausreichend Parkplätze, und gleich vier Buslinien (1, 3, 8, 10) halten hier. Mittwochs von 10 bis 12 Uhr ist offene Sprechstunde, weitere Termine können vereinbart werden. Donnerstags bietet das Team von 9.30 bis 11 Uhr ein Vorleseangebot an. Mit einem Lasten-E-Bike sind Mitarbeiterinnen auch in den Stadtteilen unterwegs. Termine können vereinbart werden unter Telefon 0451/30500222 oder per E-Mail unter kita-einstieg@bq-luebeck.de.

Kai Dordowsky

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es ist eine kleine Tradition geworden, dass die Johannis-Loge „Zum Füllhorn“ die sechswöchige Ferienaktion des Spielmobils unterstützt. Bereits zum sechsten Mal finanzieren die Freimaurer die Miete des Sprinters, der an fünf verschiedenen Standorten in der Hansestadt hält.

13.07.2018

Aus Sicht der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) hat sie den „Turnaround“ geschafft. Der Umschlag habe sich von Januar bis Mai erhöht, teilte das Unternehmen mit. Die mehrheitlich städtische Gesellschaft wird seit Anfang des Jahres saniert – mit Hilfe eines 34 Millionen Euro schweren Rettungspaketes.

13.07.2018

Das Programm des evangelischen Frauenwerks im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg für das zweite Halbjahr 2018 ist erschienen.

13.07.2018