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Lübeck Neues Seniorenpflegeheim geht an den Start
Lokales Lübeck Neues Seniorenpflegeheim geht an den Start
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21:31 16.10.2017
Einrichtungsleiterin Dajana Branke, Investor Oliver Radünz und Frank Paul Hartje von Domicil auf einem Balkon zum Innenhof. Quelle: Foto: Roessler
St. Lorenz

Das dreigeschossige Gebäude mit dem typischen, roten Ziegel als Fassade steht an der Werner- Kock-Straße hinter der Industrie- und Handelskammer (IHK) und neben dem B&B-Hotel. Der Bauherr HBB hat nach Angaben von Geschäftsführer Oliver Radünz 20 Millionen Euro investiert. „Das ist eine supertolle Ecke“, schwärmt der Lübecker Radünz von dem Standort. „Es gibt einen wunderbaren Blick auf die Altstadt – und es ist trotz der Fackenburger Allee ziemlich ruhig.“ In diversen Runden mit Gestaltungsbeirat und Bauverwaltung haben die Investoren einen zum Wasser hin offenen Baukörper mit freistehenden Balkonen durchgesetzt. Der Innenhof wird noch bepflanzt, bekommt einen Springbrunnen und Sitzmöbel aus Holz.

„Mit einem Pflegeheim habe ich nicht gerechnet. Dirk Gerdes,

KWL-Chef

Jobs

80 bis 100 neue Arbeitsplätze schafft Domicil im neuen Seniorenpflegeheim in der Werner-Kock-Straße. Nach Angaben von Einrichtungsleiterin Dajana Branke sei es kein Problem, Fachkräfte zu finden. Domicil zahlt Haustarif.

Radünz legt Wert darauf, dass das kein Haus für die Betuchten ist. Die Inneneinrichtung ist hell, freundlich und geschmackvoll, die langen Flure sind aufgelockert, an den Wänden hängen historische Bilder von Lübeck, auf den Etagen gibt es Stationszimmer, große Aufenthaltbereiche mit Balkonen und Wohlfühlbäder. Die 159 Betten verteilen sich auf 16 Doppel- und 127 Einzelzimmer. Die Einzelzimmer sind 20 bis 24 Quadratmeter groß, die Doppelzimmer 24 bis 28 Quadratmeter. Die künftigen Bewohner können eigene Möbel mitbringen. Jedes Zimmer verfügt über ein kleines, komplett schwellenloses Bad.

Rollstuhlfahrer können unter die Waschtische fahren. Auf den Zimmern gibt es Internet und Telefon. Für die Bewohner stehen zwei Aufzüge zur Verfügung, zwei weitere Lifte sind für den Transport von Wäsche oder Essen. Die Preise für die Zimmer würden derzeit noch mit den Krankenkassen ausgehandelt, erklärt Einrichtungsleiterin Dajana Branke.

Besonders stolz sind Investor Radünz und Frank Paul Hartje von Domicil darauf, dass Küche, Wäscherei und Reinigung im Haus sind. „Wir gliedern diese Leistungen nicht aus, weil sie Qualitätskriterien sind“, sagt Hartje. Die Großküche kann bis zu 350 Mahlzeiten kochen. Die Bewohner können in den Aufenthaltsbereichen und in ihren Wohnbereichen essen. Dort gibt es auch Einbauküchen. Im Erdgeschoss steht eine Caféteria, in der auch Auswärtige einen Imbiss oder Kaffee und Kuchen zu sich nehmen können. Radünz: „Wir wollen kein abgeschottetes Pflegeheim.“ In die hauseigene Wäscherei hat der Investor rund eine halbe Million Euro gesteckt. Im Keller befindet sich ein Blockheizkraftwerk, das das Haus mit Wärme und Strom versorgt. Außerdem sind hier Räume für Entspannung, Kreativität und Therapie.

15 Jahre lang hat die städtische Gesellschaft KWL nach einem Käufer für das 5000 Quadratmeter große Grundstück gesucht. Mal war ein Erweiterungsbau für die IHK im Gespräch, mal ein Großkino. „Mit einem Pflegeheim habe ich nicht gerechnet“, sagt KWL-Chef Dirk Gerdes. Bis 1996 stand hier das frühere Boie-Haus. In unmittelbarer Nachbarschaft soll das Wohn- und Geschäftshaus von Heinz Besser entstehen. Gerdes: „Wir freuen uns, wenn Besser hier noch nachzieht.“

HBB und Domicil haben angesichts des umkämpften Marktes für Senioreneinrichtungen in Lübeck keine Sorgen. Am 1. Dezember wird die Vorwerker Diakonie ihr neues Pflegezentrum in der Fliederstraße (St.

Lorenz Süd) mit 178 Plätzen und zehn barrierefreien Wohnungen beziehen. „Wir werden mit der Belegung keine Probleme bekommen“, ist Radünz sicher. Bedarf an Pflegeplätzen, Bevölkerungsentwicklung und die Qualität der anderen Häuser seien vorher gründlich untersucht worden.

Kai Dordowsky

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