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Lübeck Neues Sicherheitskonzept für große Feste
Lokales Lübeck Neues Sicherheitskonzept für große Feste
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21:15 11.09.2013
Bei der Travemünder Woche gab es ein schriftliches Konzept zur Sicherheit. Quelle: Foto: Maxwitat

Die schrecklichen Bilder der Massenpanik in Duisburg, bei der am 24. Juli 2010 21 Menschen starben und 541 verletzt wurden, ließen Innensenator Bernd Möller (Grüne) keine Ruhe. Noch aus dem Urlaub heraus trommelte der Dezernent seine Fachleute zusammen, um eine Arbeitsgruppe zu gründen. Im September 2010 nahmen diverse Behörden und städtische Gesellschaften regelmäßige Gespräche auf, um ein Sicherheitskonzept für Lübeck zu entwickeln. Das Konzept liegt jetzt vor. Innensenator Möller: „In der Bundesrepublik stehen wir ziemlich weit vorne.“

Kernstück ist ein 14-Punkte-Katalog, den der Organisator von Großveranstaltungen ausfüllen und acht Wochen vor dem Event bei der Stadt einreichen muss. Darin müssen das Konzept, Ansprechpartner, Sicherheitsvorkehrungen beschrieben und ein Übersichtsplan vorgelegt werden. Ansprechpartner für die Veranstalter ist die Tourismus-Gesellschaft LTM, die 2011 ein Qualitätskonzept für die Feste in der Stadt entwickelte und somit die Veranstalter quasi in einem Abwasch bedienen kann. „In anderen Städten schreiben Veranstalter 30 bis 40 Seiten Konzept, reichen das ein und alle Behörden arbeiten sich dadurch“, erklärt LTM-Eventmanager Christian Lukas. Auf Behördenseite koordiniert der Bereich Gewerbeangelegenheiten das Verfahren.

Zu den Großveranstaltungen, die in jedem Fall darunter fallen, gehören die Travemünder Woche und der Weihnachtsmarkt. Erstmals erprobt wurde das neue Konzept bei der NDR-Strand-Party in Travemünde.

Auch bei Events mit geringeren Besucherzahlen kann ein Konzept fällig werden. LTM-Eventmanager Lukas: „Eine Veranstaltung mit viel Pyrotechnik oder das Holi-Festival, bei dem sich Besucher mit Farbe bewerfen, haben ein anderes Risikopotenzial als ein Familienfest mit 10 000 Besuchern.“ Als vorbildliche Veranstaltung nennt Innensenator Möller die Seligsprechung der katholischen Kirche im Juni 2011 mit mehreren tausend Besuchern.

Bei der Travemünder Woche gab es in diesem Jahr erstmals ein schriftliches Sicherheitskonzept. Uwe Bergmann, der das Landprogramm verantwortet: „Auflagen der Feuerwehr gab es immer schon. Wir haben in diesem Jahr Abläufe und Entscheidungsprozesse beschrieben.“ Bergmann, der in etlichen deutschen Städten Events organisiert, begrüßt die klaren Vorgaben der Hansestadt: „Das ist hilfreich.“

Verschiedene Städte hätten bereits angefragt, ob sie das Konzept übernehmen könnten, berichtet LTM-Mann Lukas. „Wir wollen mit und nicht gegen den Veranstalter arbeiten“, erklärt Senator Möller.

„Durch Vereinheitlichung des Verfahrens entlasten wir auch unsere Behörden.“

dor

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