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Lübeck Neues Sportzentrum kostet 43 Millionen
Lokales Lübeck Neues Sportzentrum kostet 43 Millionen
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09:31 25.04.2016
Der Plan für das Sportgelände an der Falkenwiese.

Zudem soll dort jedermann Sport treiben können oder spazieren gehen. Auch eine Beach-Bar und ein Restaurant sind vorgesehen. Dazu muss das komplette Gelände umgestaltet werden. Diesen Plan hat Professor Robin Kähler jetzt im Schulausschuss vorgestellt. „Ein prima Ergebnis“, freut sich Sportsenatorin Kathrin Weiher (parteilos). „Das Projekt ist großartig“, sagt Jörn Puhle (SPD).

Unklar ist, wer das ambitionierte Großprojekt an der Falkenwiese finanziert — Immerhin: Der Bund hat 2,7 Millionen Euro zugesagt — Allerdings muss die Stadt jetzt mehr Geld als geplant drauflegen.

Das Problem: das Geld. Denn 43 Millionen Euro hat die hochverschuldete Hansestadt nicht. Der erste Bauabschnitt kostet drei Millionen Euro, und der Bund hat immerhin 2,7 Millionen Euro zugesagt, die Stadt muss 270 000 Euro zahlen. Darin enthalten sind die Erneuerung der Wettkampfbahn samt Kunstrasenplatz, Flutlicht und Sprungparcours, ein Beach- Sportfeld sowie zwei kleine Kunstrasenplätze.

Doch: „Das Ganze läuft nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe“, gibt Weiher zu. Denn der Bund hat nach ihren Angaben neue Bedingungen gestellt. Die Stadt muss nicht nur den ersten Bauabschnitt realisieren, sondern zugleich alle Außenflächen des Sportparks anlegen. Das kostet weitere 1,5 Millionen Euro. Damit muss die Stadt 1,77 Millionen Euro zahlen. Doch das zusätzliche Geld hat Weiher nicht. Jetzt will sie bis Mitte Mai eine Lösung finden. Zu den Außenflächen zählen zwei Naturrasenflächen für Frisbee und Fußball, Fitness-Parcours, Wellenbahn und Spielwiese sowie alle Wege, die durch den Sportpark führen.

Das größte Problem kommt aber noch: Der geplante Neubau verschlingt das meiste Geld. Die Kosten belaufen sich auf 31 Millionen Euro. Die Finanzierung ist noch völlig offen. Es gibt aber die Idee, einen privaten Betreiber dafür zu suchen. Der Komplex besteht aus fünf Gebäuden, die an der Falkenstraße und An der Falkenwiese stehen. Er darf maximal 12,5 Meter hoch sein, damit der Blick auf Lübecks Altstadt-Silhouette frei ist. Die Gebäude haben drei Geschosse und 11200 Quadratmeter Nutzfläche. Darauf sind untergebracht: Dreifeldhalle, Kleinfeldhalle, Gymnastikhalle, Judohalle, Tanzsaal und Tennishalle plus Umkleideräumen. Außerdem sollen die Vereinsheime und Clubräume dort Platz finden. Der Dachverband der Sportvereine — der TSB Lübeck — will seine Geschäftsstelle dorthin verlegen, der Lübecker Jugendring dort ein Jugendzentrum eröffnen.

Angedacht ist auch ein kommerzielles Fitnessstudio mit Sauna sowie ein Sportshop. Zudem ist eine Gastronomie vorgesehen. Nach Angaben der Stadt haben die Uni und das UKSH Interesse angemeldet, in dem Sportzentrum Räume zu mieten. Die Kosten für den Betrieb des Neubaus belaufen sich im Jahr auf 1,7 Millionen Euro. Nach Angaben der Stadt wird mit 400000 Euro Einnahmen durch Vermietung gerechnet. Damit müssen die dort ansässigen Vereine 1,3 Millionen Euro pro Jahr aufbringen.

Abgerissen werden sollen die vier Gebäude der ansässigen Sportvereine. Sie sind zwischen 25 und 44 Jahre alt und in einem schlechten Zustand. Betroffen davon sind der LBV Phönix, SV Viktoria 08 Lübeck und der Türkische SV Lübeck, die das Areal derzeit nutzen. Umsiedeln auf die neue Flächen sollen der Judo-Club und der Tanzclub Hanseatic. Sie nutzen derzeit Gebäude an der Falkenstraße, die einem Wohngebiet weichen müssen. Die Erbpachtverträge laufen Ende 2017 aus. „Wir brauchen eine zügige Entscheidung“, macht daher Judo-Clubchef Detlef Ott klar.

Im neuen Sportzentrum Falkenwiese bleibt der Hockey-Platz erhalten. Gebaut werden sollen aber noch neun Tennisplätze. Auf dem ehemaligen Bosch-Gelände könnte ein überdachter Hartplatz entstehen oder ein Jugend- und Sporthostel. In direkter Nachbarschaft gibt es den Verein für Kanusport, eine Surfschule, den Hochschulsport sowie das Freibad Falkenwiese.

Von Josephine von Zastrow

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