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Lübeck Neues Wallufer: Ansturm auf schicke Wohnungen
Lokales Lübeck Neues Wallufer: Ansturm auf schicke Wohnungen
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22:22 06.06.2014
Käufer, Bauarbeiter, Vertreter der Stadt, Politiker und Investoren feierten gestern Richtfest — ohne Richtkranz. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Berliner, Schweizer, Hamburger, Stormarner und Ostholsteiner — von überall her ziehen Bürger, die mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet sind, nach Lübeck. 47 Wohnungen, die zwischen 250

000 und über 500 000 Euro kosten, entstehen gerade in der Moislinger Allee. Neues Wallufer heißt das Projekt der Imetas-Gruppe, von Primus Development und der B & L-Gruppe aus Hamburg. Nur zwei der 47 Einheiten, die sich auf vier Stadtvillen verteilen, sind noch zu vergeben. „Hier entsteht ein tolles Wohnquartier“, sagte Heiner Kropp von Imetas beim Richtfest ohne Richtkranz. Kropp: „Wir hatten vier Richtkränze bestellt, die sind irgendwo verschütt gegangen.“

18 Millionen Euro investieren die drei Projektentwickler an der Moislinger Allee. Ende dieses Jahres ziehen die ersten Eigentümer ein. 45 weitere Eigentumswohnungen entstehen auf den heutigen Parkflächen der Stadtwerke. Kropp rechnet 2016 mit dem Baubeginn. „In vier Jahren ist das Vorhaben komplett fertig“, so der Geschäftsführer, „dann sind hier fast 100 Wohnungen und 450 Arbeitsplätze entstanden.“ Denn parallel vermarkten die Hamburger das Stadtwerke-Gebäude an der Moislinger Allee mit 15 000 Quadratmeter Büroflächen. Das Gebäude muss saniert und in Teilen umgebaut werden. Wie viel das kostet, steht noch nicht fest. Ab Januar sollen die Einheiten vermietet werden, erste Gespräche würden bereits laufen, sagten Kropp und Achim Nagel von Primus. Die Mitarbeiter der Stadtwerke ziehen in den Neubau in der Geniner Straße.

„Das ist eine der attraktivsten Wohnlagen, die die Hansestadt zu bieten hat“, erklärte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) beim Richtfest, „die Häuser stehen nur einen Steinwurf vom Holstentor entfernt.“

Der schnelle Verkauf der Eigentumswohnungen zeige, dass eine hohe Nachfrage „nach hervorragendem Wohnraum“ bestehe. Saxe: „Wir müssen weitere Vorhaben in guten Lagen ausweisen“, forderte der Verwaltungschef.

Imetas, Primus und B & L sind dabei. An der Wasserkunst zwischen Ratzeburger Allee und Wakenitz planen die Hamburger 220 bis 230 Wohneinheiten für rund 500 Bürger. Der Architektenwettbewerb sei abgeschlossen, berichtete Achim Nagel, in einem Dreivierteljahr erwarten die Investoren Baurecht. Im Sommer nächsten Jahres sollen die Bagger rollen, ab Mai 2015 werden die Einheiten auf dem 38

000 Quadratmeter großen Areal verkauft. 70 Millionen Euro investieren die Hamburger hier. Die Häuser sollen entlang der Ratzeburger Allee und verteilt in dem Landschaftspark entstehen. Der Wasserturm bleibt unangetastet.

Die Linke kritisiert derweil Vorhaben wie das Neue Wallufer, das Gründerviertel und die geplanten Häuser am Falkendamm als Luxusbebauungen, die für „eine soziale Verdrängung in der Stadt“ sorgen.

Sascha Luetkens, Ragnar Lüttke und Bernd Howe legten jetzt Widerspruch gegen die Pläne des Lübecker Bauvereins am Falkendamm ein, wo für 25 Millionen Euro 60 bis 70 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen sollen.

Die Hamburger Projektentwickler Imetas, Primus und B & L weisen den Begriff Luxusbebauung zurück. Achim Nagel: „Das ist Polemik. Die Käufer sind Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben und sich in Lübeck zur Ruhe setzen.“ Heiner Kropp: „Aber das wird hier kein Rentner-Quartier.“ Auch Familien ziehen ans Neue Wallufer.

„Das ist eine der attraktivsten Wohnlagen der Hansestadt.“
Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)

Kai Dordowsky

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