Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Neues Wohngebiet in Travemünde
Lokales Lübeck Neues Wohngebiet in Travemünde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:57 08.11.2018
Travemünde: Auf diesem Areal soll die Neue Teutendorfer Siedlung errichtet werden. Noch ist es Landschaftsschutzgebiet. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Das lübsche Seebad soll wachsen: Der Stadtteil am Meer erhält ein komplett neues Wohngebiet für mehr als 1000 Menschen. Dazu soll eine 20 Hektar große Ackerfläche in Bauland verwandelt werden. Das kostet allein 15 Millionen Euro. Investor ist die LEG Entwicklung GmbH aus Kiel.

Travemünde braucht dringend Wohnungen. „Wir wollen damit der großen Nachfrage Rechnung tragen“, sagt Burkhard Schmütz, Geschäftsführer der LEG Entwicklung GmbH. Das Unternehmen gehört zur BIG-Bau-Gruppe und hat das Gelände gekauft. Das riesige Areal liegt direkt am Eingang zu Travemünde. Wer über die B75 ins Seebad fährt, kann rechts in das Gewerbegebiet Dreilingsberg einbiegen. Dort schließt sich das neue Wohngebiet an – und wird eingerahmt von der Alten Teutendorfer Siedlung und der B 75, die eine Kurve um das Gebiet herum beschreibt.

Wohnungen für mehr als 1000 Leute

Jetzt soll auf dem Areal ein Wohngebiet für mehr als 1000 Menschen entstehen. Geplant sind 500 Häuser und Wohnungen, davon 270 Apartments in Mehrfamilienhäusern, und davon wiederum 90 Sozialwohnungen. Die Planungen stehen noch am Anfang. Denn das Gelände gehört zum Landschaftsschutzgebiet „Travemünder Winkel“. So wird es auch im Regionalplan des Landes geführt. Die Fläche muss erst umgewidmet werden. Dieses sogenannte Zielabweichungsverfahren läuft derzeit beim Land. Außerdem muss die Stadt dazu einen Bebauungsplan aufstellen.

Lübeck wächst

Lübeck wächst. Derzeit leben 219 956 Menschen in Lübeck (Stand Ende Juni 2018). 2025 werden es mehr sein. Die Statistiker gehen von 223 500 Lübeckern aus. Und Travemünde gehört zu den beliebten Stadtteilen. 1988 lebten dort 11 344 Menschen. Jetzt sind es 13 487 (Stand Ende Juni 2018).

Weil Lübeck wächst, fehlen Wohnungen. Vor allem fehlen günstige Wohnungen und klassische Einfamilienhäuser für Familien. Daher hat die Stadt 2015 das Ziel ausgegeben bis 2025 Baurecht für 4000 neue Häuser und Wohnungen zu schaffen. Dafür muss die Bauverwaltung neue Bebauungspläne aufstellen. Von 2015 bis Mitte 2018 ist Baurecht für 1500 Wohnungen geschaffen worden. Für weitere Baugebiete mit über 3000 Wohneinheiten sind die Bebauungspläne in Arbeit. Bis 2022 soll es Baurecht geben. Außerdem sind Baugebiete mit 1000 Häusern und Wohnungen in der Warteschleife.

Investor hofft auf Baurecht Ende 2019

Dennoch: „Unser Ziel ist ein Baurecht Ende 2019“, sagt Schmütz. Bis dann alle Häuser in der Neuen Teutendorfer Siedlung stehen, dauert es noch weitere drei Jahre. 2022 könnte alles fertig sein. Schmütz weiß, dass diese Zeitschiene ambitioniert ist. Dennoch hofft er, dass es klappt. „Es fehlen vor allem die Formalien. Inhaltlich sind wir schon recht weit mit dem Gebiet.“

So ist das neue Wohngebiet geplant

In einem Gutachterverfahren haben vier Büros das Areal überplant. Gewonnen hat das Hamburger Büro LRW. Das Ergebnis: Von der Kreuzung Gneversdorfer Weg (B 75) Ecke Dreilingsberg führt eine Straße in das Wohngebiet hinein und schlängelt sich dort hindurch. Das Gelände wird in neun Felder aufgeteilt. Links und rechts der Straße reihen sich jeweils vier Baufelder auf – das neunte ist am Ende der Siedlung. Darauf führt die Straße zu. Drei Quartiersplätze sind an der Straße platziert – an zweien grenzt je eine Kindertagesstätte an. Die Neue Teutendorfer Siedlung ist von Grün umrandet und ein weiterer langer parkähnlicher Streifen durchquert das Gebiet und kreuzt die Straße. Außerdem ist eine mögliche Straße in Richtung Norden vorgesehen, denn dort soll es möglicherweise irgendwann ein weiteres Baugebiet geben.

Städtebaulicher Entwurf für die Neue Teutendorfer Siedlung: So soll das neue Wohngebiet aufgeteilt werden. Quelle: LRW Stadtplaner und Architekten

Kreuzung soll umgebaut werden

Unzufrieden sind die Baupolitiker mit der Verkehrsanbindung. Denn nur eine Straße führt in das neue Wohngebiet hinein. „Man sollte über eine Alternative nachdenken“, fordert Andreas Zander (CDU). Denn schon jetzt sei die Tagesklinik in dem Gewerbegebiet Dreilingsberg schlecht zu erreichen, weil es dort zu viel Verkehr gebe. „Die verkehrliche Situation ist nicht zu Ende gedacht“, stimmt Detlev Stolzenberg (Unabhängige) zu. „In dem Zuge sollte die Kreuzung Gneversdorfer Weg Ecke Dreilingsberg umgestaltet werden“, regt Sabine Haltern (SPD) an. Denn die sei schon jetzt überfordert. Zander stimmt zu: „Die Kreuzung sollte mit Beteiligung des Investors umgebaut werden.“

Zweite Zufahrt nach Travemünde dauert noch Jahre

Außerdem fordern die Travemünde schon seit Langem eine zweite Zufahrt in den Ort. Denn in dem lübschen Seebad wird massiv gebaut – auf dem Baggersand entsteht ein neues Wohngebiet. Der Fischereihafen wird zur Tourismus-Meile mit Cafés, Eigentums- und Ferienwohnungen – und auf dem Priwall wird die Ferienanlage Waterfront errichtet. Die Prognose: Der Autoverkehr nimmt um 25 Prozent zu. Aber: „Eine zweite Zufahrt ist ein dickes Brett“, gibt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder zu. Eine Trasse durch den Skandinavienkai wird vom Hafen abgelehnt. Eine neue Abzweigung von der B 75 durch die Teutendorfer Siedlung wird vom Land abgelehnt, denn sie liegt zu nah an der Abfahrt nach Timmendorfer Strand. Bliebe eine Zufahrt über den Rönnauer Weg. Die führt aber durch ein Landschaftsschutzgebiet. „Wie lange wird es dauern mit einer zweiten Zufahrt?“, will Christopher Lötsch wissen, Vorsitzender des Bauausschusses. „Bei den Konflikten werden wir das nicht schnell lösen können“, dämmt Schröder die Hoffnungen. Er schätzt: „Das wird fünf bis zehn Jahre dauern.“

Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

100 x 100 Meter schwimmen: Das Hallenevent hat in Hamburg bereits Tradition und wird am 15. Dezember erstmals in der Lübecker Schwimmhalle in der Ziegelstraße angeboten. Begeisterte und ausdauernde Schwimmer können sich anmelden.

09.11.2018

In der Musik- und Kongresshalle (MuK) startet die Planungswerkstatt zur Zukunft der Innenstadt. Am 9. und 10. November können alle Interessierten zum großen Bürger-Workshop der Stadt kommen.

08.11.2018

Die großen norddeutschen Städte Lübeck, Kiel und Rostock haben laut einem Städteranking ein stark unterschiedliches Entwicklungstempo.

08.11.2018