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Lübeck Neues Wohnprojekt für Jung und Alt?
Lokales Lübeck Neues Wohnprojekt für Jung und Alt?
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19:57 16.06.2017
Die alte Kühne-Fabrik. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Es gebe, gerade unter Älteren, viele Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet, die ihren Lebensabend in der Nähe des Wassers verbringen wollten. Ein ähnliches Projekt verfolgt Bauerfeind in Haffkrug (Kreis Ostholstein).

Sollte Bauerfeind in Schlutup zum Zuge kommen, wäre es das zweite Mehrgenerationen-Projekt in dem Stadtteil. Seit 2009 leben im Projekt Hintern Höfen am Haler Ort 130 Menschen in einem Häuserkomplex mit Gemeinschaftshaus und gemeinsam genutzten Werkstätten. Etwas Ähnliches schwebt Bauerfeind für das alte Fabrikgelände am Palinger Weg vor. Achim März, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Schlutup, ist begeistert von der Idee: „Das wäre doch toll. Das könnte auch eine neue Identität für den Stadtteil schaffen: Wir versuchen Alt und Jung ganz stark zu verknüpfen.“

Wie bei anderen Mehrgenerationen-Projekten auch will Bauerfeind Mietwohnungen bauen. „Ich sehe keinen Sinn darin, wenn man dort hochpreisige Eigentumswohnungen verkaufen will“, sagte er. „Sie kriegen da keinen hin.“ In Osnabrück hat Kühne ein stillgelegtes Fabrikgelände am Rand der Innenstadt an einen Investor verkauft, der dort teure Eigentumswohnungen gebaut hat. Dieses Szenario scheint für Schlutup sehr unwahrscheinlich. Der Bodenrichtwert (eine Hilfsgröße zur Wertermittlung) für das Gelände liegt bei 95 Euro pro Quadratmeter – einer der niedrigsten Werte in Lübeck. (Zum Vergleich: In der Innenstadt kann er bis zu 600 Euro betragen.) Noch ist völlig offen, ob Bauerfeinds Projekt eine Chance hat. Bei Kühne hält man sich bedeckt. „Bisher geführte Gespräche mit diversen Investoren konnten aus unterschiedlichsten Gründen leider noch nicht zu einem positiven Abschluss geführt werden“, teilte die Sprecherin Swantje Niphut mit.

„Aufgrund der gestiegenen Attraktivität der Umgebung sind wir jedoch zuversichtlich, zeitnah einen Käufer für das Objekt zu finden.“

Nach Protesten von Schlutuper Bürgern gegen die Verwahrlosung des Geländes hatte Kühne Ende Mai zugesagt, ab September den gesamten Gebäudekomplex abzureißen. Noch im Juni soll der Abbruch des Teils beginnen, in dem es im September 2016 gebrannt hatte.

 kab

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