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Lübeck Neugier auf den Einkaufstempel
Lokales Lübeck Neugier auf den Einkaufstempel
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22:45 13.10.2016
Wie ein überdachter Shopping-Stadtteil: Blick vom Obergeschoss des Citti-Parks in Buntekuh. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
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Buntekuh

Um neun Uhr morgens befestigt ein Arbeiter ein Schutzgitter um einen Baum auf dem großen Vorplatz. Nicht weit davon kippt ein Laster Kies ab, während ein anderer Arbeiter mit einem Besen die Fugen zwischen den Steinplatten füllt. Zur gleichen Zeit schneiden die Mitarbeiterinnen der Filiale des Modegeschäfts Cubus ein Band durch, und ihr erster Arbeitstag im Citti-Park beginnt. Sechs neue Arbeitsplätze sind hier entstanden, ein weiterer soll hinzukommen. Die Filialleiterin Hilal Keudel (34) strahlt vor Zuversicht. „Das ist alles so schön ausgebaut worden.“

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Gut 35000 Besucher kommen am Tag der Neueröffnung in den Citti-Park – Geschäftsleute sind zuversichtlich.

Expansion

90 Läden auf 37000 Quadratmetern Verkaufsfläche soll der Citti-Park Anfang 2017 haben. 80 haben bis jetzt geöffnet. Vor dem Umbau im Jahr 2014 hatte das Einkaufszentrum 50 Geschäfte.

2800 kostenlose Parkplätze stehen bereit. Der Übergang zu den Geschäften ist überdacht.

So denken auch viele Kunden, die sich an diesem ersten Tag auf den Weg gemacht haben. „Es ist einladender geworden, heller, freundlicher“, sagt Nadine Knop (24), die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern aus St. Gertrud gekommen ist. „Wir werden öfter hier sein“, sagt sie. „Jetzt, wo Deichmann hier ist und das Futterhaus. Wir haben nämlich zu Hause Leoparden-Geckos.“

Zufrieden steht Frank Steffens (52) vor seinem Schmuckladen. Er ist Franchise-Nehmer der dänischen Schmuck-Handelskette Pandora, die vorher im Citti-Park nur einen Stand in der Halle hatte. „Es gibt zwei Arten von Kunden“, sagt er. „Der eine geht in die Hüxstraße und sucht den individuellen Laden. Der andere geht ins Center.“ Er selbst bekennt: „Ich bin eher der bequeme Typ.“ Für den Citti-Park sieht er eine gute Zukunft voraus: „Bei der Eröffnung 2002 hat keiner daran geglaubt. Aber es war immer gut hier.“

Im oberen Stockwerk des Citti-Parks gibt es eine neue Filiale des Schreibwaren- und Bürobedarfshändlers Heinr. Hünicke. Auch dessen Geschäftsführer Jan Drescher (46) glaubt, dass der Citti- Park der Innenstadt nichts nehme. Glaubte er das nicht, würde er sich bewusst selbst Konkurrenz machen: Hünicke hat eine Filiale mit dem gleichen Sortiment in der Königstraße. Dreschers Credo für Lübeck: „Wir müssen dafür sorgen, dass alle Standorte florieren.“ Für das neue Geschäft am Stadtrand hat er sieben neue Mitarbeiter eingestellt. Nicht ohne Stolz verweist er darauf, dass sein Geschäft ein mittelständisches Unternehmen aus Lübeck ist. „Stellen Sie sich vor, Sie hätten nur Ketten in so einem Center – das wäre doch langweilig.“

Die Handelsketten sind hier trotzdem der Normalfall. Das hat neugierige Kunden zumindest am Eröffnungstag nicht abgehalten. „Einfach bummeln, mal sehen, was es so gibt“, sagt Friederike Meins (25) aus Stockelsdorf, die vor allem auf Kleidung und Schuhe aus ist. Aus Bad Oldesloe haben sich Ute (63) und Gunther Paschilk (66) auf den Weg gemacht. Nach der ersten Stunde haben sie 100 Euro für Schuhe ausgegeben. Das Rentner- Ehepaar hält sich gern in großen Einkaufszentren auf. Regelmäßig fährt es in den Citti-Park nach Lübeck, manchmal in den nach Kiel, und auch Hamburger Malls besuchen die Paschilks gern. „Entsprechend, wie die Angebote sind“, sagt Ute Paschilk. „Bei uns auf dem Dorf kriegen Sie die Auswahl nicht und die Preise.“ Und außerdem: „Hier ist es warm und trocken.“

Aus Neugier auf das Neue sind auch Tobias Kleiner (28) und Katharine Krull (22) aus Moisling gekommen. „Besser als davor“, urteilt Kleiner, „allerdings auch nicht so überwältigend, dass ich jeden Tag kommen müsste.“ Für ihn ist der Citti-Park eher ein Nahversorger. „Wenn du mal schnell was brauchst, ist das hier schnell zu erreichen“, sagt er. „Aber zum Bummeln gehen wir eher in die Innenstadt.“

Hanno Kabel

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