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Lübeck Neugierde für Nachhaltigkeit
Lokales Lübeck Neugierde für Nachhaltigkeit
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20:25 02.06.2016

Natürlich hat fast jeder von ihnen ein eigenes Smartphone. Die wenigsten der rund 200 in der Aula sitzenden Mittelstufenschüler des Carl-Jacob-Burckhardt- Gymnasiums haben sich allerdings schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass es neben Kunststoff auch Kupfer, Silber und andere Erdmetalle braucht, um die kleinen Alleskönner des Alltags herzustellen.

Rund 500 Schüler informierten sich über Nachhaltigkeit. Quelle: Brandt

Eben solche Gedanken über einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit nicht nachwachsenden Rohstoffen versucht das bundesweite Projekt „Reduse“ anzuregen. Moderator Jonas Laß möchte in der 90- minütigen Veranstaltung unter den Schülern eine „kritische Neugierde“ wecken. „Die Jugendlichen sollen selbst überlegen, was sie tun können, um ihre Zukunft zu gestalten“, sagt Laß. Ein rund 30-minütiger Film veranschaulicht den Jungen und Mädchen die zum Teil erschreckend erscheinende Nutzung der Rohstoffe heutzutage. Für die Herstellung eines T-Shirts bedarf es laut Film zehn Badewannen voller Wasser. Auch soziale Aspekte im Bereich der Nachhaltigkeit werden aufgezeigt: Seien es auf usbekischen Baumwollplantagen zur Arbeit gezwungene Kinder, unter giftigen Gasen arbeitende Textilhersteller in China oder die knochenharten Bedingungen der Minenarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo.

Den Schülern sind diese alarmierenden Zustände auf ihrem Planeten aber nicht egal. In einer Diskussionsrunde stellen sie Fragen und entwickeln zukunftsfähige Ideen. Ist es sinnvoll, Schulbücher durch Tablet-PCs zu ersetzen, was für ein Handy sollte man heutzutage benutzen, wo kann man in Lübeck Kleidung spenden und Dinge reparieren? „Bis jetzt hatte ich mich mit dem Thema kaum beschäftigt“, gibt Pelin Aytekin (13) zu. Nun will die Siebtklässlerin gänzlich auf Plastiktüten verzichten. „Mich interessiert die Idee von Handys mit austauschbaren Einzelteilen“, sagt dagegen Alsy Kuluki (13).

Reduce, Reuse, Recycle – plötzlich erscheinen die Möglichkeiten eines nachhaltigeren Lebensstils ganz vielfältig. Von Leihläden, Reparaturcafés oder dem sogenannten Upcycling, bei dem alte Gegenstände wie Fußbälle oder Straßenschilder zu einem neuen Zweck umfunktioniert werden, hören viele der Schüler an diesem Tag zum ersten Mal. „Als Unesco-Projektschule ist uns das Thema Nachhaltigkeit besonders wichtig“, sagt der Unesco-Beauftragte der Schule, Volkert Ipsen (62). Im Idealfall entwickelt jeder der rund 500 Schüler, die an den Vorträgen teilnehmen, eine eigene Idee für einen Ressourcen schonenden Lebensstil.

cb

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