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Lübeck Nobelappartements, gotische Deckenmalerei und ein Bordell
Lokales Lübeck Nobelappartements, gotische Deckenmalerei und ein Bordell
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15:12 09.09.2016
Besucher erkunden ein Giebelhaus des Marstall-Komplexes.

— Zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals am vergangenen Sonntag hatten auch in Lübeck viele Häuser und Einrichtungen ihre Türen geöffnet und den zahlreichen Besuchern interessante Einblicke gewährt.

Im Finder‘s Haus an der Untertrave wurden die Gäste stilecht von Mitgliedern des Vereins Hansevolk zu Lübeck empfangen. In dem fünfgeschossigen Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert konnten die Besucher die für damalige Zeiten nobel ausgestatteten Appartements bestaunen, die der gewiefte „Immobilienhai“ Jakob Meier dort an fahrende Kaufleute teuer vermietete. Die aufwendig verzierten Holzdecken sind aus Eiche, Walnuss und Kirsche.

Einen maritimen Beitrag lieferte das Feuerschiff „Fehmarnbelt“ vor den Media Docks. Auf dem schwimmenden Seezeichen, Baujahr 1908, erklärten Peter Menck und Christoph Rüdiger den Landratten den Farbanstrich an historischen Schiffen. Die Geschwister Ella (5) und Bjarne Silz (8) interessierten sich allerdings viel mehr für das gewaltige hölzerne Steuerruder des Schiffes. Hochinteressant ging es auch im mittelalterlichen Ensemble des Burgtors zu. Neben den beiden im rechten Winkel zueinander stehenden Giebelhäusern des Marstall- Komplexes aus dem 16. Jahrhundert konnte man in einem Raum über der Tordurchfahrt eine fast vollständig erhaltene spätgotische Decke bewundern. Von Werner Peters erfuhren die Besucher, dass es sich dabei um eine mehrschichtig aufgebaute Decke handelt.

Unter der ockerfarbenen Renaissancefassung wurden anhand von Röntgenuntersuchungen gotische Blütenkelche in kräftigen Metallfarben entdeckt.

Romantisch wurde es im verwunschenen Gartenhaus von Astrid Keimer in der Roeckstraße. Die Malerin lebt und arbeitet seit 2000 in dem Haus, das zuvor 40 Jahre nicht bewohnt war. Eine Besonderheit ist die Türflucht des kleinen Gebäudes, die der des Goethe-Hauses in Weimar ähnelt. Und auch der ehemalige Rotlichtbezirk in der Clemensstraße war beim Denkmaltag dabei. In dem um 1900 errichteten Blauen Engel gab es zwei Schankräume, in denen sich die Herren und Liebesdamen kennenlernten, um sich dann in die oberen Räume zum Schäferstündchen zurückzuziehen. Heinrich Manns Geschichte des Professors Unrat nahm hier ihren Anfang.

hp

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