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Lübeck Noch kein Urteil im Dealerprozess
Lokales Lübeck Noch kein Urteil im Dealerprozess
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21:10 26.10.2017
St. Lorenz Nord

Thomas K. (54), Eckart G. (52) und Arslan D. (48, alle Namen geändert) sollen sich Anfang 2017 verabredet haben, D.s Drogenlieferanten Bargeld und Kokain abzunehmen. Mit einer geladenen Schreckschusswaffe sollen die Angeklagten zwei Frauen ihre Handys abgenommen haben – Drogen erbeuteten sie allerdings nicht (die LN berichteten). Auch beim gestrigen Prozesstag blieb offen, ob alle drei Angeklagten die Tat ausführten – zwei von ihnen sind geständig.

Zur gestrigen Verhandlung wurden die Angeklagten in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Zittrig verfolgte G. den Prozesstag, entschuldigte sich bei dem Vertreter der Nebenklägerin für die Körperschäden und erkannte einen Schmerzensgeldanspruch in Höhe von 2500 Euro an. „Mir tut das alles sehr leid“, sagte der Angeklagte. Der Anwalt der Nebenklage erläuterte, dass seine Mandantin, die während der Tat geschubst worden war, noch immer unter Angst leide und sich wegen des gebrochenen Armes weiterer Operationen unterziehen müsse.

Staatsanwalt Kevin Suhr hatte seine Anträge bereits verlesen. Unter beantragter Aufrechterhaltung der Haftbefehle forderte er für D. vier Jahre, für K. vier Jahre und zehn Monate und für G. fünf Jahre und vier Monate Haft. Bei dem Angeklagten D. sah der Staatsanwalt den Versuch der Tat als gegeben, während sich K. und G. des schweren Raubes schuldig gemacht hätten.

Auch die Verteidigung hielt ihre Plädoyers. Während für K. und G. die Strafen in das Ermessen des Gerichts gestellt wurden, beantragte der Kieler Strafrechts-Fachanwalt Thomas Jung für seinen Mandanten Arslan D. einen Freispruch. „Die widersprüchlichen Aussagen der Mitangeklagten rechtfertigen keinen Schuldspruch“, sagte Jung, der mit einem Hilfsbeweisantrag Erfolg hatte. Der Strafverteidiger will belegen, dass an einem Schlagstock, den K. und G. im Kofferraum ihres Pkws mit sich geführt haben, keine Fingerabdrücke seines Mandanten, wie behauptet, zu finden seien. „Das Gutachten ist wichtig, weil es um die Glaubwürdigkeit der Mitangeklagten geht“, betonte Jung. „Wir setzen den Prozess fort, nachdem ein kriminaltechnisches Gutachten vorliegt“, ließ der Vorsitzende Richter Kai Schröder wissen.

Der Prozess wird am 3. November fortgesetzt. Sehr wahrscheinlich werden wegen der Drogenabhängigkeit der Angeklagten sogenannte Maßregelvollzüge stattfinden. Entsprechende Anträge wurden gestern von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gestellt.

jac

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