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Lübeck Nördliche Wallhalbinsel: Bürger wollen alte Schuppen erhalten
Lokales Lübeck Nördliche Wallhalbinsel: Bürger wollen alte Schuppen erhalten
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11:55 01.11.2011
Die Türme Lübecks im Blick: Hafenschuppen (vorne) prägen die nördlichen Wallhalbinsel, dahinter ragt St. Jakobi in der Altstadt auf. Quelle: Tim Jelonnek
Lübeck

Protest gegen die Hafencity: Fast 400 Lübecker haben sich im Hafenschuppen 9 versammelt. Ein passendes Ambiente für ihr Anliegen. Denn genau diese Hafenschuppen aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts wollen die Protestler auf der gegenüberliegenden nördlichen Wallhalbinsel erhalten. Doch die Stadt hat andere Pläne, sie will dort Luxuswohnungen bauen – und das will die InitiativeLübeck 13“ verhindern. „Es wurde alles beschlossen, ohne die Bürger vorher zu fragen“, kritisiert Gabriele Ullrich, Lübecker Unternehmerin und Initiatorin des Widerstandes. Hinter der Initiative verbergen sich 25 Mitglieder, unter anderem welche, die der Bürgerinitiative Rettet Lübeck angehören, der Gesellschaft Weltkulturgut, aber auch Lisa Dräger, Architekten und Politiker.

Ullrich stellt sich für die nördliche Wallhalbinsel ein anderes Konzept vor. An der Seite zur Roddenkoppel könnte es einen Kulturschuppen geben mit Ausstellungen, in dem aber auch Studenten und Künstler wohnen können. In dem Schuppen daneben sollen fünf Restaurants eröffnen – von der syrischen über die tunesische und türkische bis hin zur deutschen Küche. Ullrich stellt sich auch ein Café vor für Touristen. „Sie werden kommen, weil die nördliche Wallhalbinsel einmalig in Norddeutschland wird“, ist sich Ullrich sicher. In einem Teil eines weiteren Schuppens könnte eine Elektroauto-Firma ziehen. „In drei bis vier Jahren“, schätzt sie. Schuppen F – das Gebäude neben den Media Docks – soll eine Markthalle werden mit 40 verschiedenen Anbietern. „Es soll ein lebendiger Markt werden mit Biosachen.“ Man wolle die Markttage so legen, dass der Innenstadt keine Konkurrenz drohe, so Ullrich. Außerdem kann sie sich dort Veranstaltungen für bis 2500 Leute vorstellen.

„Ich finde das gut und halte die Pläne für machbar“, stimmt Erich Streich zu. Der 85-Jährige ist überzeugt davon, dass das Vorhaben der Stadt „eine Totgeburt“ ist. Auf der nördlichen Wallhalbinsel sollen bis 2018 insgesamt 450 Luxuswohnungen gebaut werden. Die Stadt zahlt die Erschließung und hofft am Ende 900 000 Euro Plus zu machen. „Das geht den Bach runter wie in Hamburg die Elbphilharmonie“, prophezeit Streich. „Schwerin und Wismar werden schön gemacht und in Lübeck wird alles zugebaut“, kritisiert Petra Schrobbach. „Es gibt nichts schöneres als diese Hafenschuppen“, ist Walter Holländer überzeugt. „Diese romantischen Schuppen sollen verschwinden“, kann es Heinz Rußmann nicht fassen. Er ist überzeugt, dass die Stadt damit ihr Kapital verschleudert. Wie er denken auch andere, denn die Initiative „Rettet Lübecks Hafenschuppen“ unterschreiben 320 Lübecker.

Kopfschüttelnd kommentiert Harald Quirder (SPD) das Konzept. „Ich sehe keine Zukunftsfähigkeit, denn wir müssen die Erschließung finanzieren.“ Er ist mit Politikern, die wie er für Luxuswohnungen gestimmt haben, bei der Veranstaltung. Linken-Chefin Antje Jansen verteidigt das Projekt: „Wir wollen dort eine soziale Mischung.“

Vor Ort ist auch der ehemaliger Welterbe-Beauftragter Antonius Jeiler. Die Stadtplanung wollte immer die Hafenschuppen erhalten und eine öffentliche Nutzung, so Jeiler. Doch für diese Idee hätte es nie einen Investor gegeben. Jeiler: „Ich hoffe, das hier ist ein realistisches Konzept mit Substanz.“

Josephine von Zastrow

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