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Lübeck Nördliche Wallhalbinsel noch wertvoller
Lokales Lübeck Nördliche Wallhalbinsel noch wertvoller
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16:13 04.08.2016
Die Nördliche Wallhalbinsel ist eine leicht gebogene Landzunge zwischen Wall- und Hansahafen. Quelle: Peer Hellerling

 Vor drei Jahren, als die Grundstücke im Zuge des Kailine-Projekts veräußert werden sollten, war von 12,3 Millionen Euro ausgegangen worden. Claus Strätz, Bereichsleiter Liegenschaften bei der Stadt: „Die Bodenwerte sind in der Zwischenzeit gestiegen.“

„Mit diesen Werten können wir klarkommen.“Volker Spiel, Sprecher der Investoren

Der Gutachterausschuss hat in seiner Bewertung zwei Szenarien vorgelegt. Würde der geltende und rechtskräftige Bebauungsplan für die Nördliche Wallhalbinsel umgesetzt und damit Wohnungen und Gewerberäume auf rund 70000 Quadratmetern gebaut, müssten die Erwerber 17 Millionen Euro auf den Tisch blättern. Eine solche massive Bebauung sah das Kailine-Projekt vor, das das städtische Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL) vermarktet hat und das im August 2013 von einer Mehrheit in der Bürgerschaft gestoppt wurde.

Die Bürgerinitiative Projektgruppe Hafenschuppen (PIH) hat ein alternatives Konzept vorgelegt, das eine deutlich geringere Bebauung und den Erhalt der Schuppen vorsieht. Für diese Art der Nutzung hat der Gutachterausschuss einen Grundstückswert von 9,2 Millionen Euro ermittelt. Die Bewertung geht von voll erschlossenen Flächen aus, erklärt Liegenschaftsleiter Strätz auf LN-Anfrage. Die Grundstücke müssen aber erst noch erschlossen werden. Diese Investition kann die PIH gegenrechnen. Volker Spiel, Sprecher der Investorengruppe der PIH, nimmt die neuen Zahlen deshalb auch gelassen.

„Das bewegt sich im Rahmen dessen, was wir erwartet haben“, sagt Spiel, „mit diesen Werten können wir klarkommen.“ Die Initiative hat der Stadt im Dezember ein Kaufangebot für knapp drei Millionen Euro unterbreitet. Im Februar hat die Bürgerschaft mehrheitlich das Alternativkonzept für die Hafenschuppen beschlossen. Der PIH sei die Anhandgabe der Flächen angeboten worden, erklärt Liegenschaftsleiter Strätz: „Die Initiative muss sich jetzt zurückmelden.“

Der Zeitplan sieht vor, dass das Projekt im ersten Halbjahr 2017 endgültig unter Dach und Fach gebracht wird und danach die Erschließung beginnt. Im Herbst 2017 könnte die Sanierung der Schuppen und Umgestaltung des Areals starten, noch im Jahr 2017 und dann 2018 die ersten Mieter einziehen. Das Alternativkonzept sieht einen Mix aus Wohnen und Gewerbe sowie kulturelle und soziale Einrichtungen vor. Zudem werden ein Hotel und ein Parkhaus geplant.

 Kai Dordowsky

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