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Lübeck Nordische Filmtage zeigen Lübecker Künstler Henri Haake
Lokales Lübeck Nordische Filmtage zeigen Lübecker Künstler Henri Haake
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14:40 02.11.2018
Henri Haake malt „Mann auf Blau“ . Den Lübecker Künstler porträtiert der Filmstudent Friedrich Tiedtke. Der Kurzfilm läuft im Filmforum der Nordischen Filmtage. Quelle: Friedrich Tiedtke
Lübeck

 Beide sind jung und wollen im Kulturbetrieb Fuß fassen: Der aus Eckernförde stammende Friedrich Tiedtke studiert an der Filmuniversität Babelsberg. Der Film „Mann auf Blau“ ist sein erster Dokumentarfilm im Rahmen seines Studiums. Der 27-jährige Schleswig-Holsteiner hat den 29-jährigen Maler Henri Haake in einem zwölfminütigen Film porträtiert. Der Lübecker Henri Haake und hat vor kurzem seinen Meisterschüler-Abschluss an der Berliner Universität der Künste gemacht. Zur Aufführung von „Mann auf Blau“ im Filmforum Schleswig-Holstein kommen der Regisseur und sein Protagonist nach Lübeck.

Unsicherheit und Zweifel

„Mann auf Blau“ ist in seiner Kürze eine Momentaufnahme, die sich auf das Gefühl des Malers aus der Hansestadt konzentriert: auf seine Zweifel an seinem Schaffen, auf die Unsicherheit, sich als freier Künstler über Wasser zu halten. Henri Haake steht exemplarisch für Künstler am Anfang ihrer Karriere, die versuchen, den Spagat zwischen Kunst und Kommerz zu schaffen.

Tiedtke zeigt den gebürtigen Lübecker, der jetzt in Berlin-Neukölln lebt, in verschiedenen Situationen: auf seiner Absolventenfeier, auf der Professoren gut gemeinte Ratschläge geben wie „Sie müssen sich vernetzen.“ Die Kamera beobachtet Henri Haake beim Malen, im Atelier im kritischen Gespräch mit Kunstexpertinnen, auf Ausstellungen, beim Jobben und privat mit Freunden. Dazwischen immer wieder Szenen, in denen Henri Haake an seinem Bild „Mann auf Blau“ arbeitet, die dramaturgische Klammer.

Der Regisseur lässt die Bilder unkommentiert und ohne sie mit Musik zu unterlegen für sich sprechen. Sie beschreiben in ihrer Konzentration auf den Menschen das Einzelkämpfertum des jungen Künstlers, drücken eine gewisse Einsamkeit aus. „Man ist als Künstler sehr viel allein,“ sagt Henri Haake, „man arbeitet ja nicht im Team.“ Er ergänzt: „Man ist nicht nur einsam vor der Leinwand, sondern auch auf dem Kunstmarkt – man muss sich seine Strukturen selbst erarbeiten.“

Jobben für den Lebensunterhalt

Um sich das Arbeiten im Atelier leisten zu können, hat der gebürtige Lübecker – wie die meisten Künstler – diverse Jobs, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Unter anderem in einer Berliner Galerie, in der sich um die Verpackung und den Transport von Bildern kümmert. „Und ab und zu verkaufe ich auch ein Bild“, freut er sich. Erst kürzlich hatte er Erfolg auf einer Ausstellung in Wien, die parallel zu zwei Kunstmessen stattfand.

Hätte Henri Haake sich rückblickend entschieden, als freier Künstler zu arbeiten, wenn er gewusst hätte, was auf ihn zukommt? „Ich wusste schon, was mich erwartet, es war eine ganz bewusste Entscheidung“, sagt er. „Die Freiheit, die ich genießen kann, ist es wert, als Künstler zu leben, auch wenn es Phasen gibt, in denen ich mich materiell sehr einschränken muss.“

Talent früh gefördert

Henri Haakes Werdegang scheint konsequent und geradlinig: Schon als Kind hat er gerne gemalt und gezeichnet. Mit zehn Jahren ging er zum Unterricht an der Lübecker Musik- und Kunstschule, mit Feuereifer, Woche für Woche – acht Jahre lang. Seine Eltern – seine Mutter ist die Lübecker Künstlerin Gabi Bannow („Galerie für eine Nacht“), sein Vater der Architekt Thomas Haake – haben sein Talent erkannt und gefördert. Seine Großeltern hatten in der Lübecker Altstadt ein Antiquitätengeschäft. Henri Haake sagt: „ Ich habe schon früh gelernt, Kunst wert zu schätzen.“

Prägend und richtungsweisend war auch die Auseinandersetzung mit seiner Lehrerin Lee Kozlik. Ihre Malschule, seinerzeit in der Essigfabrik, besuchte er drei Jahre lang bis zum Abitur an der Ernestinenschule. Mit seiner Ausstellung „Gleichzeitigkeit“ im Malschulen-Atelier „Colour works“ hatte der damals 21-Jährige Henri Haake während der Museumsnacht 2010 einen Riesenerfolg.

Der Film läuft am Sonntag, 4. November, um 13.15 Uhr im CineStar 7.

Dorothea Kurz-Kohnert

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