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Lübeck Nostalgische Radio-Ausstellung
Lokales Lübeck Nostalgische Radio-Ausstellung
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20:25 26.10.2013
Begeisterte Sammler und Radiofreaks: Jan Peter Brömme (l.) und Peter Dohse zeigen ihre Rundfunkschätze. Quelle: Heiko Pump

„Hier ist Berlin, Voxhaus!“ Das war der Satz, mit dem am 28. Oktober 1923 in Deutschland das Rundfunkzeitalter begann. Waren es zur Geburtsstunde nur wenige, die Musik und Informationen im Radio verfolgen konnten, so ging die Hörerzahl im Laufe der Jahre steil nach oben. Heute ist das Radio aus keinem Haushalt und Auto mehr wegzudenken.

Zum 90. Geburtstag des Rundfunks zeigt das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk eine Ausstellung mit „Radios von gestern“. Zusammengestellt haben sie die beiden Sammler, Tüftler und Radio-Nostalgiker Jan Peter Brömme und Peter Dohse aus Reinfeld.

Die beiden Radiobegeisterten haben jeweils mehr als 100 Geräte zuhause in der Garage und im Keller. Für die Ausstellung haben sie einen kleinen Querschnitt aus rund 50 Geräten zusammengestellt. Das älteste stammt aus dem Jahr 1929 und ist eine HiFi-Anlage von Siemens, die im Volksmund wegen ihres Deckels auch „Kindersarg“ genannt wurde. Das jüngste Radio wurde 1973 von der Firma Grundig produziert und überrascht noch heute mit sattem Sound, denn funktionstüchtig sind alle Ausstellungsstücke. „Die Technik des analogen Radios ist bis heute im Prinzip gleich geblieben“, erzählt Brömme.

Nur die Bauteile seien wesentlich kleiner geworden. Die frühere Röhre wurde dabei durch einen Transistor abgelöst. Wie das alles funktioniert und wie es im Inneren eines Radios aussieht, zeigt ein gläsernes Radio. Die Radios von früher sind oft wahre Schmuckstücke aus edlem Holz und mit aufwendigen Verzierungen. Sie dienten als Statussymbole des Wirtschaftswunders und mussten zu den schweren Eichenmöbeln passen.

Die Ausstellung zeigt nicht nur Geräte, sie versucht auch, den geschichtlichen Kontext mit einzubeziehen. Zum Jahresende 1923 gab es knapp 500 registrierte Radiohörer in Deutschland, die an die Post eine Rundfunkgebühr von zwei Mark entrichten mussten und vermutlich Tausende von Schwarzhörern. Ihnen drohten empfindliche Geld- und sogar Haftstrafen, wenn sie erwischt wurden. „Während der Nazi-Diktatur sorgten die Volksempfänger für eine Verbreitung des Rundfunks. Nach dem Krieg verfolgten viele Deutsche die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse am Radio“, erzählt Brömme. Wer möchte, kann in einem nachgestellten Wohnzimmer der 50-er Jahre am Nierentisch in alten Programmzeitschriften stöbern.

Die Ausstellung wird heute um 11.30 Uhr in der Kokerstraße 1-3 eröffnet und läuft bis zum 23. Februar 2014. Der Eintritt kostet drei, ermäßigt 1,50 Euro. Öffnungszeiten: freitags von 14 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Sonderveranstaltungen: „Radios und Radiosendungen von damals“, Plauderei, 10.November. „Radios von gestern“, Führung, 21. Januar 2014, 11.30 Uhr. „Workshop Radiotechnik“, 16. Februar 2014, 11.30 Uhr.

hp

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