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Lübeck Notfall-Sanitäter-Schule im Hafen
Lokales Lübeck Notfall-Sanitäter-Schule im Hafen
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22:15 05.10.2017
St. Lorenz Nord

Gebannt schauen alle nach vorne. Die meisten tragen Blau. Stecken in Sweet-Shirts mit der Aufschrift Berufsfeuerwehr. Nur einer nicht. Er dreht nicht einmal den Kopf. Es ist das namenlose Skelett, das zwischen den Gästen der Eröffnungsfeier steht. Im ersten Stock der neuen Schule der Feuerwehr. Dort werden jetzt die Notfall-Sanitäter ausgebildet. Die lernen an dem Skelett, wie der menschliche Körper aufgebaut ist, was zu tun ist, wenn jemand in der Menge umkippt. Wie jetzt Christian Teggaz. Der Feuerwehrmann simuliert den Kranken. Alexander Oldenburg und Marcus Johannesmeier eilen herbei – und leisten Erste Hilfe. Die jungen Männer gehören dem allerersten Jahrgang der Notfall-Sanitäter an und sind jetzt in ihrem dritten und letzten Ausbildungsjahr. Sie demonstrieren, wie sie dem Patienten mit Herz-Attacke helfen – inmitten von Zuschauern. Eine anspruchsvolle Situation.

Bisher haben sie diese Szenarien auf den Fluren der Feuerwache 1 an der Bornhövedstraße 10 durchgespielt. Denn es gab keine eigenen Räume für die Ausbildung der Notfall-Sanitäter. Seit Oktober ist das anders. „Ich freu’ mich, dass die Schule eine neue Heimstatt hat“, sagt Feuerwehr-Chef Bernd Neumann. Das Gebäude ist direkt neben hohen Getreidespeichern in der Nähe des Nordlandkais – und hat 1200 Quadratmeter Nutzfläche. Es gehört der LHG, die es an die Feuerwehr vermietet hat – samt 49 Parkplätzen. Kosten: Dem Vernehmen nach beträgt die Miete etwa 7000 Euro. Der Vertrag läuft fünf Jahre mit der Option, ihn zwei Mal um jeweils drei Jahre zu verlängern. Denn langfristig soll es einen Neubau für die Feuerwehrwache 1 geben – in der auch die Schule untergebracht sein könnte.

Doch jetzt ist Neumann erst einmal stolz, dass es überhaupt ein eigenes Gebäude für die Azubis gibt. Der schlanke rechteckige Bau hat drei Stockwerke und stand Jahre leer. Nun ist er eine Schule. Im Erdgeschoss werden Fortbildungen angeboten, in der ersten Etage Notfall-Sanitäter ausgebildet, und im dritten Stockwerk sind Büros untergebracht. Gut 100000 Euro hat die Feuerwehr dort investiert – in Technik und Möbel. Gestrichen haben die Feuerwehrleute selber. „Sie wollten sicher gehen, dass die Notfall-Sanitäter auch wirklich gehen“, sagt Neumann schmunzelnd. Denn in der Feuerwache 1 war es extrem eng – mit all den Notfall-Sanitätern. Sie haben geübt im Treppenhaus, in der Fahrzeughalle, im Taucherraum – und auf den Toiletten. „Irgendwo lag immer einer“, so Neumann. So unterhaltsam die Zeit der Flash-Mob- Ausbildung auch gewesen sei, so froh ist Neumann, dass die Zeit vorbei ist. Er gibt zu: „Es war nervig und anstrengend.“ Denn die Wache ist nur für 60 Leute gebaut. Jetzt arbeiten dort 80 – und hinzukamen die 50 Leute der Sanitäter-Schule. Dort arbeiten fünf Feuerwehrleute als Dozenten und ein Pädagoge. Drei weitere Mitarbeiter werden noch gesucht. Der erste Jahrgang startete 2015 mit fünf Notfall-Sanitätern, der zweite mit 16 und jetzt haben 17 Azubis angefangen.

 Von Josephine von Zastrow

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