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Lübeck Nur für Männer: Gottesdienst in der Wichernkirche
Lokales Lübeck Nur für Männer: Gottesdienst in der Wichernkirche
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02:21 09.11.2013
Die Organisatoren: Ulrich Langmann (v. l.), Christian Gauer und René Enzenauer. Quelle: M. Hollinde

Es wird der fünfte seiner Art, und traditionell lädt Pastor Christian Gauer eigentlich immer am ersten Sonntag im November zum „Männergottesdienst“ in die Wichern- Kirche ein. „Diesmal allerdings musste ich terminlich abweichen, denn am vergangenen Sonntag habe ich den Geburtstag meiner Tochter gefeiert. Das war mir sehr wichtig und hatte Vorrang“, erklärt der Theologe aus Moisling. Womit man auch schon mitten im Thema sei, wie er anmerkt. Denn im morgigen Gottesdienst ab 18 Uhr geht es thematisch um Männer in ihren unterschiedlichen Rollen. „Männer sind nicht mehr nur die Ernährer der Familie. Die Zeiten sind vorbei.“ Inzwischen würden Männer und Frauen zumeist gleichermaßen arbeiten, erziehen, kochen und bestimmen.

„Da ist es kein Wunder, dass vielen die Orientierung fehlt. Im Gegensatz zu Frauen tauschen wir Männer uns aber untereinander darüber nicht aus, weil wir darin nicht trainiert sind“, resümiert Gauer.

Da könne der Gottesdienst Abhilfe schaffen, weil er Anregungen geben möchte. Gestaltet haben die 50 Minuten die zwölf Männer, die sich in der Gemeinde regelmäßig zur „Männerarbeit“ treffen. Seit fünf Jahren dabei ist Ulrich Langmann. Vor 15 Jahren hat der heute 60-Jährige den Job als Spitzenkoch an den Nagel gehängt, um seiner Frau nach der Geburt des Sohnes den beruflichen Einstieg zu ermöglichen. „Das war so zwischen uns abgemacht, und ich bin unendlich froh, dass ich meinen Sohn so intensiv habe aufwachsen sehen“, erklärt Langmann.

Zur Männergruppe gehört auch Vikar René Enzenauer. „Die Spannbreite unserer Abende gefällt mir einfach. Mal geht es nur um thematische Arbeit zu Männerbildern, um ein Beispiel zu nennen. Mal kochen wir zusammen oder werkeln zusammen“, erzählt der 33-Jährige.

Pastor Gauer ist die Feststellung wichtig, dass der Gottesdienst — unter Ausschluss von Frauen — keine Rolle rückwärts sein soll. „Wir wollen bestimmt nicht das alte patriarchalische Machtgefüge wieder herstellen.“ Vielmehr gehe es darum, dass die Männer einen Raum für sich bekämen, „wo sie sich ihrer selbst bewusst werden und sich vielleicht auch zu ihrer Spiritualität bekennen können“. Und das sollte ein Raum jenseits des Stammtisches oder Fußballstadions sein, meint er.

Michael Hollinde

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