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Lübeck Obst und Gemüse aus Tills Garten
Lokales Lübeck Obst und Gemüse aus Tills Garten
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21:17 18.05.2016

Erdbeeren, Radieschen, Knoblauch und Kartoffeln – Obst- und Gemüseanbau direkt vor der Haustür: So gestalten sich die ersten Nachbarschaftsgärten, die die Grundstücksgesellschaft „Trave“ im Moislinger Eulenspiegelweg zur Verfügung gestellt hat. Im April haben die Mieter eine Patenschaft für die Beete übernommen und schon kräftig gepflanzt. Jetzt wurden die Mietergärten der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel ist eine neue Form nachbarschaftlicher Kleinversorgung und die Förderung des Gemeinschaftsgeistes.

Hier wachsen Erdbeeren aus dem eigenen Beet: Johanna Köster (7) gießt die Pflanzen. Quelle: Fotos: Jacob
Genießen den Garten, v. l.: Malik- Can (6), Serife Demir (41), Elmas Demir (4) und Hülya Calimli (35).
Hier wachsen Erdbeeren aus dem eigenen Beet: Johanna Köster (7) gießt die Pflanzen. Quelle: Fotos: Jacob

Noah (11) bewundert die schon blühenden Ranunkeln, während seine Schwester Johanna (7) die Erdbeerpflanzen gießt. Vater Johannes Köster (43) schaut zu und genießt Kaffee und Kirschkuchen, den die „Trave“ spendiert hat. Deren Geschäftsführer, Matthias Rasch, begrüßt die Gäste, Kommunalpolitiker, Wichern-Gemeindepastor Christian Gauer und natürlich die anwesenden Mieter, die die Patenschaften für die acht kleinen Gärten übernommen haben. Rasch erzählt die Geschichte von Till Eulenspiegel, dem Namensgeber des neuen Nachbarschaftsgartens. „Die Idee ist lange gewachsen“, sagt der „Trave“-Chef, „anfangs wussten wir gar nicht, was wir mit dem 800 Quadratmeter großen Grundstück, das uns vom Kleingartenverein für 30 Jahre zur Nutzung angeboten wurde, machen können.“ Und so wurde daraus Tills Garten. Sehr zur Freude der Mieter, „denn die Nachfrage war groß“, so Rasch.

Mit der Planung hat die „Trave“ die Schweriner Landschaftsarchitekten-Gemeinschaft Bendfeldt, Herrmann und Franke betraut. Entstanden sind drei hölzerne Sitzbänke, ein kleines Gerätehäuschen, acht Obstbäume und viele Beerensträucher. Pfiffig ist die Wasserversorgung: Mit einer großen Schwengelpumpe kann aufgefangenes Dachwasser zum Gießen gepumpt werden. 30000 Euro hat sich die „Trave“ die gesamte Anlage kosten lassen. Während diejenigen Mieter, die eine Patenschaft übernommen haben, ihre eigenen Früchte ernten können, steht das Obst der Bäume und Sträucher allen Mietern zur Verfügung.

„Die Idee ist toll“, sagte Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (SPD). Und auch Farid (37) und Munazza Ahmed (30), Mieter seit 2001, sind begeistert. Zusammen mit ihren Kindern Fiza (10), Neha (6) und Sadeed (4) haben sie Knoblauch, Radieschen, Tomaten, Karotten und Paprika angebaut. „Die Idee mit den Mietergärten ist großartig“, befinden die Ahmeds. Viele Mieter stimmen ihnen zu und freuen sich über die neue Stadtoase, benannt nach dem angeblichen Narr Till Eulenspiegel, der tatsächlich jedoch seinen Mitmenschen durch geistige Frische und Witz überlegen war, wie der kleine Exkurs des „Trave“-Chefs belegt.

jac

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