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Lübeck Oktoberfest-Ärger in der Alten Vogtei
Lokales Lübeck Oktoberfest-Ärger in der Alten Vogtei
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08:19 20.09.2013
Peter Schipp und Romy Augustin hoffen, auch das Hofareal neben der Alten Vogtei für das Fest nutzen zu können.
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Travemünde

Romy Augustin versteht die Welt nicht mehr. Vor zweieinhalb Monaten hat sie als Pächterin die Gastronomie in der Alten Vogtei übernommen. In dem historischen Gebäude, 462 Jahre alt, unweit des Travemünder Fährplatzes an der Vorderreihe gelegen, war über Dekaden — bis 2002 — die Polizei zu Hause. Und jetzt wurden erneut die Ordnungskräfte auf den Plan gerufen. Wegen Lärmbelästigung.

„Eigentlich soll heute ab 16 Uhr in unserem historischen Biergarten das schon seit langem geplante, dreitägige Oktoberfest starten. Aber die Nutzung der Freifläche dafür wurde uns plötzlich von der Stadt untersagt“, sagt die Geschäftsführerin. Natürlich könne man die gesamte Veranstaltung auch nach innen verlegen. Aber die Open-Air-Variante habe selbstverständlich einen viel größeren Reiz und sei auch so seit Wochen beworben worden.

Als Kuriosum führt sie ins Feld, dass der „Wiesn“-Ableger im Ostseebad — ein weiterer ist im Strandbahnhof geplant — sogar Eingang in die Veranstaltungskalender der Hansestadt und des Lübeck und Travemünde Marketings (LTM) gefunden habe. „Gleichzeitig teilt uns das Gewerbeamt der Stadt mit Schreiben vom 17. September mit, dass der Biergarten für eine gastronomische Nutzung nicht zugelassen sei“, erzürnt sich Restaurantleiter Peter Schipp. Man sei aufgefordert worden, das Oktoberfest nach innen zu verlagern. Für Schipp ist das Ganze umso unverständlicher, da schon seit Wochen regelmäßige Musikveranstaltungen unter freiem Himmel im Hof stattfinden.

Angesprochen auf die verdorbene Feierlaune in der Vogtei, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe: „Generell besteht das Problem, dass für die Freifläche zwischen der Gaststätte, Vorderreihe 7, und dem Nachbarhaus, Vorderreihe 8, keine sogenannte gaststättenrechtliche Erlaubnis vorliegt.“ Das bedeute konkret: Die Fläche sei für das geplante Fest nicht geeignet. „Erschwerend kommt hinzu, dass dem Ordnungsamt mehrere Beschwerden über zu laute Veranstaltungen auf eben dieser Fläche vorliegen“, erklärt Langentepe. „So befürchtet die Nachbarschaft, das Oktoberfest könne, wie frühere Events im Außenbereich der Alten Vogtei, zu laut werden.“ Selbst Mietminderungen, die von der Stadt im Falle einer Genehmigung des Oktoberfestes zu tragen sind, wurden gegenüber der Verwaltung angedroht, so sein Hinweis.

Auf die Veranstaltungsveröffentlichung seitens der Stadt angesprochen, erwidert er: „Die im Internet publizierten Hinweise auf dieses Oktoberfest bedeuten nicht, dass die Veranstaltung ordnungsgemäß angemeldet wurde. Dafür ist allein der Veranstalter zuständig, der im Vorfeld einen prüffähigen Antrag bei der Hansestadt einreichen muss. Der liegt jetzt erst vor.“ Trotz allem arbeite die Verwaltung aber mit Hochdruck an einer Lösung des Problems. Peter Schipp hat die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben. „Wir würden die geplante Musik auch gegen 21 Uhr beenden.“

„Das Oktoberfest wird wohl stattfinden können, aber nicht in den gewünschten Ausmaßen.“
Stadtsprecher Marc Langentepe

Michael Hollinde

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