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Lübeck Oktoberfest-Fieber in Lübeck
Lokales Lübeck Oktoberfest-Fieber in Lübeck
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16:41 29.09.2018
Bier, Lederhosen, bayerische Rauten und gute Laune: Diese Gruppe aus Lübeck und Hamburg genießt die Oktoberfeststimmung in der MuK. Quelle: 54° / John Garve
Innenstadt/St. Lorenz Nord

Dirndl, Lederhose, Bier und andere Spezialitäten aus dem Freistaat Bayern, dazu zünftige Musik: Lübeck ist im Oktoberfest-Fieber, Tausende feiern in der zum Festzelt umgestalteten Musik- und Kongresshalle, etwas weniger im Festzelt von Henning König auf dem Parkplatz des Hagebaumarktes an der Lohmühle. Und selbst dort, wo es normalerweise extrem maritim zugeht, nämlich im Restaurant „Marina“, sind seit gestern Dirndl und Krachlederne in einem eigens errichteten Zelt willkommen zu Haxn, Leberkäs und Co.

Fröhlich und ausgelassen wurde gefeiert

Es ist schon ein Phänomen, das Mike Hasemann, der selbst in bayerischer Tracht erschienen ist und nur Wasser trinkt, persönlich nicht wirklich nachvollziehen kann: Rund 1200 Menschen aller Altersgruppen strömen am Freitagabend in die MuK, der Sonnabend ist bereits mit 1800 Plätzen ausverkauft. Die meisten tragen bayerisches Outfit – oder das, was sie dafür halten.

Sarah Kürschler (24) versorgt die Besucher mit Maßkrügen. Quelle: 54° / John Garve

Der 58-jährige DJ und Veranstalter verrät: „Ich bin kein Oktoberfest-Fan. Ich war einmal in München – nicht mein Ding!“ Aber: Als Veranstalter freut er sich umso mehr, dass sein Event beim dritten Mal schon richtig gut etabliert ist. Viele Firmen, so Hasemann, hätten ganze Tische reserviert, und in den Reihen ist so mancher zu erblicken, den man nicht unbedingt bei einem norddeutschen Oktoberfest vermuten würde – wie „Strandsalon“-Chef Andreas Donskoj, der FDP-Landtagsabgeordnete Jörg Hansen oder SPD-Fraktionschef Peter Petereit.

Gelungener Fassanstich

Apropos SPD: Bürgermeister Jan Lindenau, in langer Lederhose zum rot-weiß-karierten Hemd, meistert den Fassanstich bravourös: Gleich der erste Schlag mit dem Holzhammer sitzt, das Bier fließt in dien von Hasemann bereitgehaltenen Maßkrug, und Lindenau ruft: „O’zapft is!“

Schnell in Stimmung

Kellner und Kellnerinnen haben alle Hände voll zu tun, hetzen zwischen den beiden Bierzapfstationen, Küche und der Festmeile hin und her. Die Gewekiner Buam und Madl, eine zünftige Band aus Regensburg, brauchen sich nicht lange zu mühen: Kaum ertönt „Bad Moon Rising“, da füllt sich die Tanzfläche. Im VIP-Bereich, am Tisch der Spedition Parbs, tanzen die Freunde und Fußballkameraden Felix Krüger (27) und Julian Gerlach (30) gleich ausgelassen auf den Bänken. Und zum Klassiker „Que será, será . . .“ schunkelt der ganze Saal.

Lebensfreude

Die Musik, soviel wird schnell klar, muss nicht bayerisch sein, damit im Dirndl oder in der Krachledernen ordentlich gefeiert wird. Doch was begeistert die Norddeutschen so am Oktoberfest? „Es sind die Trachten, die Lebensqualität und die ganze Atmosphäre“, sagt Birte von Beuningen (61), die gerade erst zu Chuck BerrysJohnny B. Goode“ mitten im Gang gemeinsam mit ihrer Freundin Sigrid Laack (67) richtig abgerockt hat. „Es ist Lebensfreude“, sagt sie.

Viele junge Fans

Und das zieht ganz offensichtlich nicht nur Feierfreudige mittleren und fortgeschritteneren Alters, sondern auch immer mehr junge Leute an. Wie die gemischte Truppe aus Hamburg und Lübeck, die wegen der komischen Kopfbedeckungen der Männer auffällt, oder aber Jenny, Laura, Franzi, Madeline, Jasmin, Dilara, Ronja, Vivi und Charlie: Die neun jungen Frauen, zwischen 21 und 30 Jahre alt, feiern in der MuK „einen Mädels-Abend“, erklärt Dilara, die „Stimmung, Dirndl, gute Laune“ als Vorzüge des Oktoberfestes ansieht.

Melanie Thun (v. l.), Oliver Franzlowski, Jasmin Kautz, Patrik Jaacks, Fabian Burgwedel und Sara Kautz stoßen im Festzelt von Henning König auf ihr Wiedersehen an. Quelle: 54° / John Garve54°

Auch die Gruppe, die sich – in voller Bayern-Tracht – gegen 18 Uhr im Festzelt bei Henning König eingefunden hat, ist jung. „Wir haben uns alle schon lange nicht mehr gesehen“, versucht Melanie Thun (28) gegen die extrem laute Musik des Chaos Teams (DJs) anzuschreien, „Oktoberfest ist nur einmal im Jahr – das ist doch viel schöner als ein Treffen in einem Club!“ Dass Jung und Alt zusammen feiern, freut auch Veranstalter Henning König, der Sonnabend mit 900 Gästen ebenso ausverkauft war wie Hasemann in der MuK.

Ausklang

Am heutigen Sonntag gibt’s in der MuK von 11 bis 16 Uhr einen Frühschoppen für die gesetzteren Bayern-Fans, König feiert an der Lohmühle Dienstag, Freitag und Sonnabend jeweils ab 17 Uhr, am Feiertag von 11 bis 21 Uhr bei freiem Eintritt und Haxen-Essen.

Hardcore-Fan

Nach dem Oktoberfest ist vor dem Oktoberfest – zumindest für den Trittauer Bierlieferanten Max Haenning (32), der so ziemlich der größte vorstellbare Oktoberfest-Fan ist. Wenn seine Arbeit in der MuK und bei anderen Festen beendet ist, reist er – wie seit sechs Jahren – zum Münchener Original. Sein Credo: „In jeden norddeutschen Haushalt gehört mittlerweile ein Dirndl!“

Sabine Risch

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