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Lübeck Open Ship: An Bord bei Portugiesen
Lokales Lübeck Open Ship: An Bord bei Portugiesen
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20:44 11.05.2016
Kapitän Pedro Santos macht einen letzten Rundgang, bevor das Schiff besichtigt werden kann.

Im Bugnetz sitzt ein Mann und werkelt, an Deck schrauben zwei andere an einem Fenster. Kapitän Pedro Santos überwacht die letzten Handgriffe auf der „Santa Maria Manuela“, bevor das Schiff für Besucher geöffnet wird. Der portugiesische Vier-Mast-Gaffelschoner hat gerade an der Überseebrücke 1 in Travemünde festgemacht – und noch bis Pfingstmontag haben Interessierte die Möglichkeit, das Segelschiff zu besichtigen.

Das Segelschulschiff „Santa Maria Manuela“ liegt in Travemünde am Kai und kann besichtigt werden.

Open Ship und Segeltörn

Geöffnet ist das Schiff bis Pfingstsonntag jeweils von 10 bis 22 Uhr, am Pfingstmontag bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet zwei Euro. Es werden portugiesische Snacks und Getränke angeboten. Am Pfingstmontag findet ein Segeltörn nach Warnemünde statt.

• Informationen zum Schiff und den Törns gibt es unter www.inmaris.de.

Diese Gelegenheit wollen sich auch Hartmut und Marita Voß aus Lübeck nicht entgehen lassen. „Wir haben schon viele Segelschiffe angesehen“, sagt die 53-Jährige. „So ein Viermaster ist schon eine tolle Sache.“ Der Gaffelschoner wurde 1937 in Lissabon als Fischereischiff gebaut und diente bis Anfang 1990 vor allem für den Kabeljaufang. Lange Zeit lag das Schiff dann im Hafen von Aveiro. Erst von 2007 bis 2010 wurde der Gaffelschoner rekonstruiert und als Segelschul- und Charterschiff wieder aufgebaut. Dabei wurde der historische Charakter weitgehend erhalten. Die knapp 69 Meter lange „Santa Maria Manuela“ segelt heute mit einer Stammbesatzung von 38 Mann und nimmt rund 50 Mitsegler mit auf Reisen. Dabei ist auch die Mitarbeit beim Segelsetzen und im Bordalltag möglich.

Das Ehepaar Voß will bei einem solchen Segeltörn am 19. Juni seinen 16. Hochzeitstag feiern – vom 10. bis 19. Juni besucht das Schiff erneut Travemünde. „Wir wollen dann mit nach Kiel fahren“, sagt Hartmut Voß. „Die Buchungsanfrage haben wir schon gestellt. Wir hoffen, es klappt alles.“ Ziel des Törns ist die Kieler Woche. Dort nimmt die „Santa Maria Manuela“ an einer internationalen Regatta teil. Mit einer Segelfläche von 1130 Quadratmetern und einer speziellen Takelage kann der Viermaster außergewöhnlich hart am Wind segeln.

Zuvor bringt die Besatzung die „Santa Maria Manuela“ aber erst einmal auf Hochglanz für die Lübecker Besucher – oder Mitsegler. Während an Deck Mitglieder der Besatzung kleinere Reparaturen durchführen, schafft Stuart Fernando Vilarinho in den Kabinen unter Deck Ordnung. Er strafft die Laken und faltet die Decken, die auf den Doppelstockbetten liegen.

„Wir sind Dienstagabend in Travemünde angekommen“, sagt Kapitän Pedro Santos, der für einen reibungslosen Ablauf an Bord sorgt. „Ich bin das erste Mal hier, es gefällt mir gut.“ Auf seinem Rundgang über das Schiff kommt er an der Kombüse vorbei. Ein appetitlicher Geruch strömt aus den großen Töpfen. Zwei Männer bereiten für die Besatzung das Mittagessen vor. Koch Donaciano Miranda und sein Assistent Abilio Barbosa schnippeln dafür einen Haufen Zwiebeln. „Alles läuft gut“, resümiert Kapitän Santos zufrieden. „Wir können das Schiff jetzt öffnen.“

Von Kim Meyer

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