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Lübeck Ostseekutter „Greif“ wird erst im neuen Jahr geborgen
Lokales Lübeck Ostseekutter „Greif“ wird erst im neuen Jahr geborgen
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08:44 23.12.2015
Drei Wochen wird die „Greif“ unter Wasser bleiben, die Feuerwehr brachte gestern vorsorglich neue Ölschlängel aus. Quelle: Holger Kröger
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Innenstadt

Der gesunkene Ostseekutter „Greif“ wird noch bis ins neue Jahr hinein auf dem Grund der Trave liegenbleiben. Nach Angaben von Hafenmeister René Gies soll die Bergung voraussichtlich am Sonnabend, 9. Januar, stattfinden. „Das hängt mit der Koordination zusammen“, sagt er, „die aufwendige Aktion lässt sich nicht innerhalb von zwei Tagen bewerkstelligen.“

Gleichzeitig komme erschwerend hinzu, dass die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel bevorstehen.

Auf den nun anvisierten Termin haben sich die Eigner, Stadt, Polizei und Taucher gestern Vormittag in einem zweistündigen Gespräch verständigt. „Es war ein recht produktives Treffen“, sagt Hafenmeister Gies. Der Plan sieht so aus: Zwei Kräne werden an der Untertrave aufgebaut, dazu muss die halbe Straße gesperrt werden. Die „Greif“ wird anschließend so weit angehoben, dass das Wasser von Bord gepumpt werden kann. „Anschließend suchen die Taucher nach dem Leck und dichten es gegebenenfalls ab“, so Gies. Zum Schluss wird das Traditionsschiff auf dem Wasserweg zu einer Werft im Vorwerker Hafen gebracht.

Die Nachricht von der gesunkenen „Greif“ habe das Eigner-Paar „aus heiterem Himmel getroffen“, wie die Besitzerin sagt. „Wir sind absolut erschüttert.“ Ihren Namen möchte sie nicht nennen. Die Eigner waren bis Montagvormittag in Frankreich im Weihnachtsurlaub, „Silvester wollten wir eigentlich an Bord der ,Greif‘ feiern“, sagt die Eignerin. Der Ostseekutter lag seit dem 1. November im Museumshafen, er sei erst vor Kurzem überprüft worden. „Der Untergang ist unerklärlich.“ Nach bisherigen Erkenntnissen war das Wasser am Montag gegen 2.30 Uhr offenbar am Heck eingedrungen. Ein Spaziergänger hatte die Havarie bemerkt und die Feuerwehr alarmiert (die LN berichteten). „Wir sind allen unglaublich dankbar, dass sie uns so sehr helfen und bereits am Montag die ersten Schritte eingeleitet haben“, sagt die Duisburgerin.

Ursprünglich hatten sowohl Hafenmeister Gies als auch die Untere Wasserbehörde dafür plädiert, die „Greif“ so schnell wie möglich und am besten binnen weniger Tage aus dem Wasser zu holen — um den Schaden am Schiff und auch an der Umwelt so gering wie möglich zu halten. „Doch leider haben wir nun keine andere Möglichkeit“, sagt der Hafenmeister. Da die „Greif“ nun insgesamt drei Wochen unter Wasser bleiben muss, sind gestern die zunächst ausgelegten kleinen Ölschlängel durch stabilere ersetzt worden. „Es tritt aber kein Kraftstoff aus“, sagt Feuerwehrsprecher Matthias Schäfer. „Die Maßnahme ist rein prophylaktisch.“

Peer Hellerling

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