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Lübeck Ostseephilharmonie: Kann MuK sich mit Elphi messen?
Lokales Lübeck Ostseephilharmonie: Kann MuK sich mit Elphi messen?
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21:58 12.01.2017
Quelle: dpa

Die Hamburger haben mit der prächtigen Eröffnung ihrer Elbphilharmonie vorgelegt. Im April ziehen die Lübecker nach, mit der Wiedereröffnung des Konzertsaals der Musik- und Kongresshalle (MuK). Zumindest in Sachen Akustik fühlen sich die Lübecker ebenbürtig. MuK-Chefin Ilona Jarabek: „Akustisch ist unser Konzertsaal auch Weltspitze.“ Nach der aufwendigen Sanierung werde der Saal schöner und noch klangvoller, versprach Jarabek in ihrer Neujahrsrede und nannte die sanierte MuK eine „Ostseephilharmonie“.

„Die MuK ist kein spektakulärer und auch kein neuer Bau“, räumt die Geschäftsführerin ein, „da sind wir nicht vergleichbar.“ Aber von der Kapazität und der Klangqualität könne die Halle mit der neuen „Elphi“ mithalten. Der Begriff Ostseephilharmonie wurde im MuK- Team bereits vor Jahren entwickelt, als der Bau der Elbphilharmonie startete. Jarabek streute den Begriff immer wieder mal in Reden ein, aber erst jetzt – mit Eröffnung des Hamburger Konzertsaales – geriet er in die öffentliche Debatte. „Auf Facebook gab es eine Diskussion“, berichtet Jarabek, „und ich habe viele Anrufe erhalten.“

Ostseephilharmonie statt MuK? Wenn man die Bedeutung des Konzertsaals der MuK in der Musikwelt verstärken wolle, „kann man sicher über eine Namensänderung in Richtung Ostseephilharmonie nachdenken“, sagt Rüdiger Peters, der 1. Vorsitzende der Musik- und Orchesterfreunde. „Der Konzertsaal spielt in der absoluten Spitzenklasse in Deutschland mit“, erklärt Peters. Die MuK müsse die Konkurrenz in Hamburg nicht fürchten.

Max Schön von der Possehlstiftung, einer von mehreren Hundert Stuhlpaten der MuK, ist ebenfalls von der „grandiosen Akustik“ begeistert. Angesichts der im April bevorstehenden Wiedereröffnung wäre es angemessen, über einen anderen Namen nachzudenken, sagt Schön: „Der jetzige drückt nicht die besondere Qualität aus.“ Ostseephilharmonie sei allerdings problematisch, weil die MuK eben auch eine Kongresshalle sei. Schön: „Hochzeitsmessen und Philharmonie – das passt nicht.“

Andere warnen vor der Namensdebatte. „Der Name MuK hat sich eingebürgert“, erklärt Björn Engholm (SPD), der als damaliger Ministerpräsident den Grundstein für die Musik- und Kongresshalle legte. Es müsste nachgewiesen werden, dass die MuK von einem neuen Namen erheblich profitieren würde. Johann W. Wagner, früherer MuK-Chef und heute Leiter einer Kongresshalle in Mannheim: „Die MuK ist eine eingeführte Marke. Eine Umbenennung würde unheimlich viel Aufwand bedeuten.“ Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) findet den jetzigen Namen der Halle „nicht besonders sexy“. Aber eine Ostseephilharmonie würde doch wie ein Abklatsch der Hamburger Elbphilharmonie wirken. Henning Stabe (CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses, empfindet das genauso: „So ein Nachklapp wirkt ein bisschen peinlich.“ Und wenn, dann wäre die logische Nachahmung „Travephilharmonie“, sagt Stabe. Der Name sei nur Verpackung, bestätigt Peter Petereit, kulturpolitischer Sprecher der SPD. Ein Vergleich von MuK und Elbphilharmonie sei abwegig. Petereit: „Hamburg hat eine Kathedrale geschaffen.“

Thorsten Fürter, Kreisvorsitzender der Grünen, plädiert für einen Verkauf der Namensrechte an große Unternehmen, die dann mit namhaften Beträgen die MuK-Sanierung finanzieren. Fürter: „Der Name Ostseephilharmonie bringt kein Geld.“ Die Kieler Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) kann mit der Namensdebatte nichts anfangen: „Wichtiger finde ich, dass die MuK ab April wieder als erstklassiger Konzertsaal unter anderem für das Schleswig-Holstein Musik Festival zur Verfügung steht.“ Das SHMF spielt übrigens auch in der „Elphi“, gibt dort neun Konzerte. Der Kartenverkauf beginnt am 23. Februar.

 Kai Dordowsky

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