Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Otto Normalbürger
Lokales Lübeck Otto Normalbürger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:14 21.09.2017
Ingo Voht möchte für die Freien Wähler in den Bundestag einziehen und dort den Wahlkreis 11 vertreten. Quelle: Neelsen
Anzeige
Lübeck

Freie Wähler in den Bundestag: Ingo Voht will’s wissen. Der 53-Jährige ist Neuling in der Partei, stellt sich für sie am Sonntag zur Wahl. In Lübeck hat die Partei 25 Mitglieder. Aber Voht schätzt an den Freien Wählern, dass er seine Meinung sagen darf. Zur Politik hat ihn sein Sohn gebracht.

Ein ganz normaler Mensch. So präsentiert sich Voht. Und er will Prozente holen für die Freien Wähler. „An die fünf Prozent wären schön“, sagt er. Der Gas- und Wasserinstallateurmeister ist bereits zur Landtagswahl angetreten. Da kamen die Freien Wähler auf 0,9 Prozent – das sind 719 Zweitstimmen. Voht selbst holte als Kandidat im Wahlkreis Lübeck-Ost immerhin 1,4 Prozent der Erststimmen.

Klar, die Freien Wähler sind eine kleine Partei, aber: „Auch die können etwas in kleinen Schritten bewirken“, ist Voht überzeugt. So haben die Freien Wähler einen Sitz in der Lübecker Bürgerschaft und haben die Schließung der Grundschule in Groß Steinrade verhindert, meint er. Im Verbund mit etlichen anderen Parteien. „Aber wir als Freie Wähler haben die Finanzierung rausgesucht“, stellt Voht heraus. Dennoch: Am stärksten ist die Kleinpartei in Bayern. Dort sitzen 21 Freie Wähler im Landesparlament. Aber auch in Brandenburg haben es drei Abgeordnete ins Landeshaus geschafft. Und wer weiß, wie es diesmal bei der Bundestagswahl ausgeht, meint Voht. Vor vier Jahren landeten die Freien Wähler unter ferner liefen mit 0,68 Prozent.

Zum Thema

Informieren Sie sich mit aktuellen Nachrichten zum Wahlkampf auf Bundesebene unter www.LN-online.de/Bundestagswahl.

Alle Nachrichten über Ihren Wahlkreis unter www.LN-online.de/Wahlkreis11

Das alles stört Voht nicht. Er hat sich die Freien Wähler als Partei ausgesucht, weil er dort „seine persönliche Meinung frei äußern darf“. Das sei in etablierten Parteien nicht so. Sein Vater war bei der CDU, daraus speist sich Vohts Einschätzung. So sehr ihn das politische Engagement seines Vaters abgeschreckt hat, so sehr hat ihn das seines Sohnes Gregor überzeugt. Der 27-Jährige ist seit 2008 bei den Freien Wählern politisch aktiv – und hat ihn öfter zu Versammlungen mitgenommen. 2012 hat Voht es seinem Sohn nachgemacht und ist in die Partei eingetreten. „Ich bin mal eben so zur Politik gekommen“, sagt Voht. Obwohl er immer politisch interessiert gewesen sei.

Jetzt will er selbst Politik machen. Seine Themen: die Folgen der immer älter werdenden Gesellschaft. Die Rente und die Pflege. „Ich selbst gehe in zehn bis 15 Jahren in Rente“, sagt er. Aber da immer weniger junge Leute immer mehr Alte finanzieren müssen, könne die Rechnung nicht aufgehen. Er setzt aufs bedingungslose Grundeinkommen – auch wenn es nicht im Programm der Freien Wähler steht. Finanzieren will er seine Forderung durch eine Erhöhung der Umsatzsteuer. Um wie viel sie steigen soll, könne er nicht sagen. „Dazu liegen uns nicht die genauen Zahlen vor“, sagt er.

Zur Galerie
Die Herzspezialistin Prof. Claudia Schmidtke will den Wahlkreis 11 für die CDU direkt gewinnen. Sie tauchte im vergangenen Jahr völlig überraschend auf der politischen Bühne auf und setzte sich im parteiinternen Wettbewerb um die CDU-Kandidatur noch überraschender klar durch... Lesen Sie hier weiter!

Außerdem setzt er auf Pflege. Aus seiner Sicht, muss sie in öffentlicher Hand bleiben – und darf nicht privatisiert werden. In Lübeck fahren die städtischen Altenheim mittlerweile ein jährliches Defizit von 2,35 Millionen Euro ein. Für Voht ist klar: „Das muss sich die Gesellschaft leisten.“ Auf Dauer müsse die öffentliche Hand mehr Pflegeeinrichtungen bauen.

In seinem Umfeld wird seine Kandidatur „nicht negativ gesehen“. Und auch an den Wahlkampfständen hat er hauptsächlich positive Erfahrungen gemacht. Voht ist Lübecker, wuchs in Kücknitz-Rangenberg auf, besuchte die Trave-Realschule, machte seine Lehre als Gas- und Wasserinstallateur ebenfalls in Lübeck und dann den Meister. Seit 1989 ist er selbstständig. Zunächst mit seinem Vater, mittlerweile führt er sein Geschäft alleine. Wenn Voht Zeit findet, fährt er Rad oder geht mit Freundin und Hund am Ostsee-Strand spazieren – am liebsten in Mecklenburg-Vorpommern. Das ist bei ihm in der Nähe – denn er lebt jetzt in Schlutup.

Von Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lübeck Porträt: Claudia Schmidtke - Die Quereinsteigerin

Claudia Schmidtke plant einen Coup: Sie will der SPD das Direktmandat abnehmen. Wir stellen sie vor.

21.09.2017
Lübeck Porträt: Timo Jeguschke (FDP) - Blitzkarriere bei den Liberalen

Nach gerade einmal vier Monaten in der Partei wurde Timo Jeguschke der Bundestagsbewerber der FDP in Lübeck. Wir stellen ihn vor.

21.09.2017
Lübeck Porträt: Lüder Möller (MLPD) - Der bescheidene Linksaußen

Er hat eine Erbschaft gespendet und wohnt zur Miete: Lüder Möller ist Direktkandidat der MLPD bei der Bundestagswahl 2017. Wir stellen ihn vor.

21.09.2017
Anzeige