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Lübeck „Otto“ – Wolliger Schwarm aller Damen
Lokales Lübeck „Otto“ – Wolliger Schwarm aller Damen
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09:43 12.08.2017
Voller Einsatz für den Tierschutz: Die drei „Bufdis“ (v. l.) Samantha Brockmöller, Tabea Voß sowie Theresa Martini und ihre tierischen Begleiter „Ali“ (v. l.) „Otto“ und „Uschi“. Quelle: Foto: Michael Hollinde
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Kücknitz

 So urteilt die 19-jährige Samantha Brockmöller: „,Otto’ finde ich echt cool. Der ist so treu wie ein Hund.“ Und ihre Kolleginnen Theresa Martini und Tabea Voß küren das Schaf ebenfalls zu ihrem Lieblingstier. Nur die drei Husky-Ratten sind bei weiterer Nachfrage noch in der Gunst fast auf gleichem Niveau mit „Otto“ angesiedelt.

Und diese Wahl entspringt nicht einer spontanen Laune; denn die jungen Frauen sind schon seit knapp einem Jahr im Tierheim zu Hause und konnten entsprechend die Bewohner eingehend kennenlernen. Das Trio absolviert seinen Bundesfreiwilligendienst im Resebergweg.

„Für uns bedeuten die vier ,Bufdis’ – einer ist gerade im Urlaub – eine enorme Hilfe“, sagt Susanne Tolkmitt, Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit im Tierheim. So habe man zum Beispiel durch die zusätzliche Unterstützung die Idee eines eigenen Youtube-Kanals umsetzen sowie erstmals eine mehrtägige Ferienfreizeit für Kinder durchführen können.

Ende August endet nun das reguläre „Bufdi“-Jahr, und Anfang September bekommt sie wieder neue Ein-Jahres-Hilfe. „Im nächsten Zyklus sind es sogar zwölf helfende Hände“, freut sie sich. Häufig passiert es Tolkmitt, Vorstandsmitglied im Tierschutz Lübeck, dass sie auf freie FÖJ- oder FSJ- Stellen, also auf das Freiwillige Ökologische oder Soziale Jahr, angesprochen wird. „Aber den Bundesfreiwilligendienst haben leider die Wenigsten auf der Rechnung“, weiß sie inzwischen.

Theresa Martini hat für ihren Einsatz in Kücknitz sogar den langen Weg von Bayern nach Lübeck auf sich genommen. „Ich wollte etwas Neues kennenlernen, und die Hansestadt ist für ihre Schönheit bekannt“, erzählt die 19-Jährige, „dann habe ich mich im letzten Jahr direkt hier beworben.“ Als Beweggrund für ihr Engagement gibt sie unter anderem an, dass sie nach dem Abitur ein Orientierungsjahr zum Nachdenken über ihre berufliche Zukunft gebraucht habe.

Im vorläufigen Rückblick resümiert sie: „Ich weiß vor allem die Abwechslung hier zu schätzen, sowohl in der Tierpflege als auch in der Jugendarbeit eingesetzt zu werden.“ Aber als wertvollste persönliche Erfahrung gibt sie an: „Wir können überwiegend selbstständig arbeiten, so dass ich sehr viel für meine eigene Selbstorganisation gelernt habe. Eine Erfahrung, die mir echt weiterhilft.“

Während sich die junge Bayerin Ende des Monats verabschieden wird, gehen ihre beiden Mitstreiterinnen, die aus Lübeck und Groß Grönau kommen, in die Verlängerung. Aber nicht als „Bufdis“, sondern als Azubis. Der Grund: „Während unserer Arbeit in den letzten Monaten haben wir festgestellt, dass wir das auch weiter machen möchten und uns entschieden, nach dem Freiwilligenjahr eine Ausbildung zur Tierpflegerin im Tierheim zu beginnen“, sagen sie übereinstimmend.

Eine Tatsache, über die sich Susanne Tolkmitt natürlich freut; schließlich stehen stets neue Herausforderungen an. Das größte Projekt darunter ist das neue Katzendorf, dessen Grundsteinlegung bereits in Reichweite ist. „Wir wollten diese Woche mit dem Abriss der Altbauten beginnen, aber da sich dort Schwalben eingenistet haben, ist der Bagger vorerst wieder abgerückt“, so Tolkmitt. Das Vorhaben sei bisher zu etwa 30 Prozent durchfinanziert. Das heißt: Spenden sind sehr willkommen.

Fragen zum „Bufdi“

Wer kann einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren? Jeder, der seine Pflichtschulzeit absolviert hat – junge Menschen nach der Schule, Menschen in mittleren Jahren, aber auch Senioren.

Für welchen Zeitraum muss ich mich verpflichten? Die Regel sind zwölf Monate. Man kann den Dienst aber auch auf sechs Monate verkürzen oder auf 18 Monate verlängern; maximal möglich sind 24 Monate.

Welche Leistungen gibt es? Freiwilligenausweis, Einführung in die Tätigkeit, Taschengeld bis zu 381 Euro, Zeugnis.

Wie werde ich Bufdi? Zunächst muss man sich eine Einsatzstelle suchen; danach muss man sich bewerben (Bufdi-Hotline: 0221/3673-0).

 Michael Hollinde

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