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Lübeck Pachtstreit um den LBV Phönix: Senatorin Borns gibt Fehler zu
Lokales Lübeck Pachtstreit um den LBV Phönix: Senatorin Borns gibt Fehler zu
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09:21 20.09.2013
Der LBV Phönix soll zwar eine Verlängerung des Pachtvertrages bekommen — aber nicht so lange, dass das Areal nicht mehr zu einem Sportzentrum entwickelt werden kann. Quelle: LN

„Wir haben Fehler gemacht. Ich hoffe, sie sind nicht irreparabel“, gibt Borns im Sportausschuss zu. Und: „Der LBV Phönix hat sich zurecht empört.“ Die Stadt habe es versäumt, rechtzeitig mit dem Verein in die Planungen für das das riesige Areal an der Falkenwiese einzusteigen.

Der Hintergrund: Der LBV Phönix hat ein Großteil der Flächen an der Falkenwiese von der Stadt gepachtet. Ein Vertrag für einen Teil seines Geländes läuft Ende Dezember aus — und der Sportverein weiß nicht, wie es weitergeht. Denn bis gestern schwieg die Verwaltung. „Es hat erhebliche Kommunikationsdefizite gegeben“, klagt Steffen Kohl vom Phönix-Vorstand.

Sein Verein und die Stadt hatten sich im Frühjahr über eine Vertragsverlängerung bis 2030 geeinigt — doch dann herrschte Funkstille. Die Verwaltung antwortete nicht mehr, auch auf einen Brief an Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) wurde nicht reagiert. Es kamen die erste Gerüchte auf, dass die Stadt das Areal bebauen will. Kohl: „Da haben bei uns die Alarmglocken geschrillt.“ Das Ergebnis: Eine große Protestwelle und eine Demonstration, die heute um 16 Uhr startet.

Was ist da schief gelaufen? „Es hat immer wieder Ideen gegeben, den Sport auf dem Areal an der Falkenwiese zu konzentrieren“, sagt Borns. Es seien in den letzten Jahren viele Gespräche über ein Sportzentrum geführt worden, das viele Vereine nutzen können. Aber „wir haben vor lauter Arbeit das Thema nicht weiter verfolgt“. Als dann im Frühjahr die Verlängerung des Erbpachtvertrages für den LBV Phönix anstand, wurde die Senatorenrunde plötzlich hellhörig — und hat sich des Themas angenommen. „Wir haben es aber nur unter uns beraten — das war ein großer Kommunikationsfehler“, gibt Borns zu.

Das Areal an der Falkenwiese zu entwickeln, ist kompliziert. Es ist Landschaftsschutzgebiet — selbst die Verlegung eines Sportplatzes von einer Seite zur anderen sei schwierig. Deshalb hat die Stadt ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben. Es werde auch geprüft, ob auf dem Gelände, das an die Straße An der Falkenwiese grenzt, Büro- und Wohngebäude möglich seien, so Borns. „Denn wir sind gehalten, Wohngebiete in der Stadt zu entwickeln — und nicht auf der grünen Wiese“, erklärt Borns. Da wird die Grüne Katja Mentz hellhörig: „Es dürfen keine Sportflächen wegfallen.“

Borns macht klar: „Wir wollen einen großen Plan für das Areal an der Falkenwiese entwickeln.“ Es gebe neben den Sportflächen den städtischen Bauhof und das brachliegende Bosch-Gelände auf dem Areal. „Es ist unser Versäumnis, dass wir nicht schon vorher geplant haben.“ Borns will Zeit gewinnen, „um die Defizite aufzuarbeiten“. Konkret: Der LBV Phönix soll zwar eine Verlängerung des Pachtvertrages bekommen — aber nicht so lange, dass das Areal nicht mehr zu einem Sportzentrum entwickelt werden kann. „Ein Sportzentrum ist eine schicke Sache“, so Kohl. Aber die vielen unterschiedlichen Bedürfnisse der Vereine unter einen Hut zu bringen, dauere länger als zwei oder drei Jahre. „Das sollten wir nicht in Hatz beraten, dann kommt nichts Gutes heraus.“ Kohl besorgt: „Wir wollen am Ende auch nicht untergebuttert werden.“

Josephine von Zastrow

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