Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Parken an der Falkenwiese: Jetzt gibt es Knöllchen bei Verstößen
Lokales Lübeck Parken an der Falkenwiese: Jetzt gibt es Knöllchen bei Verstößen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:48 11.12.2014
Mindestens 3,05 Meter Durchfahrtbreite braucht ein Feuerwehrfahrzeug — hier in der Percevalstraße — , um zum Einsatzort zu kommen.
St. Jürgen

Vier Monate nachdem die Stadt in mehreren Straßen des Quartiers Falkenwiese das Parken neu geordnet hat, werden Verstöße ab sofort geahndet. „Wir stellen das System jetzt scharf“, sagte Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) gestern, „wer gegen die Regeln verstößt, darf sich über ein Ticket oder den Abschleppwagen nicht beschweren.“ Der Verkehrs- und Ordnungsdienst der Stadt verteilt 3000 Flyer in dem Quartier, um die Anwohner auf das korrekte Parken einzustimmen.

20 000 Euro hat die Stadt investiert, um die Stellplätze in mehreren Straßen des Quartiers zu markieren, um Fahrradbügel und Verkehrszeichen aufzustellen. Die Kreuzungen werden dadurch konsequent freigehalten, für Feuerwehrfahrzeuge und Mülllaster gibt es Aufstellflächen zwischen den parkenden Autos, für die Fußgänger bleiben mindestens 1,30 Meter breite Fußwege, und Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer können leichter die Straße passieren, weil die Autos nicht mehr überall Stoßstange an Stoßstange parken. Diese Lösung sei zusammen mit der Bürgerinitiative „parken-falkenwiese.de“ entwickelt worden. Boden: „Die Zusammenarbeit zwischen den Behörden und der Initiative war beispielhaft.“

Die Stadt werde auch in anderen Quartieren mit eng bebauten Straßen ähnliche Lösungen anstreben, sagte Innensenator Bernd Möller (Grüne). Aktuell bereiten den Behörden der Bereich Ziethenstraße, die Straße An der Stadtfreiheit und die kleinen Nebenstraßen der Friedenstraße große Sorgen. Die Verkehrsplaner untersuchen derzeit individuelle Lösungen, die ebenfalls mit den Bürgern vor Ort abgesprochen werden sollen. Konkrete Maßnahmen seien im Laufe des nächsten Jahres zu erwarten, sagte Verkehrsplaner Helmut Schünemann.

Im Quartier Falkenwiese haben Feuerwehr und Ordnungsdienst das Parkverhalten in Stichproben getestet. „Vor allem abends wird das neue Modell von dem einen oder anderen Autofahrer noch nicht akzeptiert“, hat Egbert Ohlow, Abteilungsleiter der Verkehrsbehörde, festgestellt. Für die Feuerwehr seien die freien Flächen zwischen den parkenden Autos eminent wichtig. „Ohne diese Flächen kann das Fahrzeug mit der Drehleiter die Stützen nicht richtig ausfahren und auch nicht ausschwenken“, sagte Matthias Schäfer von der Berufsfeuerwehr. Innensenator Möller verwies auf die dramatischen Konsequenzen: „Wenn die Drehleiter nicht richtig ausgefahren werden kann, bleibt sie womöglich einen Meter vor dem Balkon stehen, von dem ein Mensch gerettet werden soll.“ Für die Falkenwiese-Parklösung interessiere sich jetzt sogar die Hamburger Berufsfeuerwehr, berichtete Möller.

Für die Anwohner, die Ende vergangenen Jahres gegen Möller auf die Barrikaden gingen, würden jetzt sogar mehr legale Parkplätze zur Verfügung stehen als vorher, rechnete Verkehrsplaner Schünemann vor. Vor der Umgestaltung habe es 515 legale und 303 illegale Stellplätze gegeben. Jetzt gebe es 782 legale und keine illegalen Parkflächen mehr. Hinzu kommen 150 Dauerstellplätze im Parkhaus an der Falkenstraße. Wer trotzdem parkt, wo er nicht darf, muss ab sofort mit Bußgeldern zwischen 15 und 35 Euro rechnen. Das Abschleppen eines Fahrzeugs kostet den Halter mehr als 100 Euro.

Kai Dordowsky

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!