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Lübeck Parkhäuser erhöhen die Preise
Lokales Lübeck Parkhäuser erhöhen die Preise
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02:14 29.11.2016
390 Stellplätze zählt das Parkhaus am Holstentor, das vom KWL im städtischen Auftrag betrieben wird und Anfang der 1990er-Jahre eröffnet wurde. Das Tagesticket kostet aktuell sechs Euro, soll auf 7,50 Euro angehoben werden. FOTOS: WOLFGANG MAXWITAT

Das Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL) will die Tagesgebühren für die Parkhäuser am Holstentor, am Burgtor und in der Falkenstraße zum 1. Januar 2017 zwischen 20 und 43 Prozent anheben. Das Tagesticket im Parkhaus am Holstentor kostet dann künftig 7,50 statt sechs Euro, im Parkhaus am Burgtor sechs statt fünf und im Parkhaus in der Falkenstraße fünf statt 3,50 Euro. Für das Haerder-Center sei keine Erhöhung geplant. Als Grund für die geplante Anhebung nennt Hauke Guttenberg, Bereichsleiter Projekt- und Gebäudemanagement, steigende Betriebskosten und die anstehende Instandhaltung der Häuser. Die letzte Erhöhung liegt fast vier Jahre zurück, wurde im Februar 2013 vorgenommen. Über die Ausgestaltung der Stundenpreise konnte KWL gestern noch nichts mitteilen.

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Die Tagestickets in drei der vier städtischen Anlagen sollen knapp vier Jahre nach der letzten Anhebung wieder teurer werden.

+42,8%

+25%

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Dirk Gerdes, Chef des Koordinierungsbüros, das für die Hansestadt alle Parkanlagen verwaltet, nennt die bisherigen Gebühren „echt günstig“. Die Verwaltung sei auf KWL zugekommen und habe gebeten zu prüfen, „um wie viel wir erhöhen können“. Die geplante Anhebung sei vertretbar, ist Gerdes überzeugt. Tatsächlich ist vor allem das Parkhaus in der Falkenstraße mit seinem Tagesticket von 3,50 Euro ausgesprochen billig. In der Hansestadt ist keines günstiger. Nach Angaben von Verkehrsplaner Helmut Schünemann ist die Anlage in der Falkenstraße sogar „bundesweit eines der günstigsten Parkhäuser“.

Auch die KWL-Parkhäuser am Burgtor sowie am Holstentor sind sowohl beim Tagesticket als auch beim Kurzparken die Schnäppchen unter den lübschen Parkhäusern. „Das UKSH-Parkhaus ist deutlich teurer“, sagt Gerdes – 15 Euro kostet dort das ganztägige Abstellen des Autos. Noch krasser fallen die Unterschiede zu Kiel und Hamburg aus. Das Contiparkhaus in Kiel liegt mit einem Tagespreis von sechs Euro noch auf KWL-Niveau. Andere Häuser an der Förde nehmen zwischen elf und 15 Euro für den ganzen Tag. In Hamburg zahlen Autofahrer zwischen 15 und 28 Euro am Tag.

KWL braucht auch mehr Einnahmen, um die anstehenden Reparaturen zu finanzieren. „Dafür haben wir nicht ausreichend Rücklagen“, sagt Bereichsleiter Guttenberg. Wie die Lübecker Brücken haben auch die drei Parkhäuser Probleme mit dem Beton. „Durch allerkleinste Haarrisse dringt Wasser in den Beton ein“, erklärt Guttenberg. Mit dem Wasser werden Chloride transportiert, die dem Stahl im Beton zusetzen und schließlich zum Platzen des Betons führen.

Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, sieht die Anhebung kritisch. Angesichts der aktuellen Debatte über die Frage, wie die Altstadt attraktiver gestaltet werden könne, sei eine Erhöhung „kontraproduktiv“. Auch die Geschäftsführerin des Lübeck Managements, Olivia Kempke, ist irritiert: „Ist das eine innenstadt-stärkende Maßnahme?“ Aktuell sei es für Autofahrer ja nicht attraktiv, in die von Brücken-Sperrungen geplagte Stadt zu fahren. Zumindest der Zeitpunkt dieser Anhebung müsse hinterfragt werden.

Dagegen kritisiert Verkehrsplaner Schünemann seit Jahren, dass die Stellplatzgebühren in Lübeck generell zu preisgünstig seien. Dadurch gebe es zu wenige Anreize, das Auto stehen zu lassen und auf den Bus umzusteigen. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt beim Stadtverkehr für eine einfache Fahrt im Gesamtnetz zusammen 10,20 Euro, in der Preisstufe zwei sind es immer noch 8,20 Euro.

Die GAL-Fraktion hat in der jüngsten Bürgerschaft versucht, die Gebühren auf allen übrigen, öffentlichen Stellplätzen zu erhöhen. Zum 1. Januar 2017 forderten die grün-alternativen-linken Politiker eine Anhebung von 1,20 auf 1,50 Euro pro Stunde. Die Tagespreise auf den Stellplätzen (nicht in den Parkhäusern) sollten von sechs auf acht Euro am Tag heraufgesetzt werden. Carl Howe (GAL): „Die finanzielle Lage der Hansestadt ist schlecht.“ Ziel des Antrags sei gewesen, der Stadt höhere Einnahmen zu bescheren. Doch die GAL fand dafür keine Mehrheit. Das muss aber nicht das letzte Wort sein.

Howe liebäugelt mit dem Gedanken, den Antrag bei der nächsten Haushaltsberatung wieder einzubringen.

Kai Dordowsky

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