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Lübeck Patchwork-Architektur für Waterfront auf dem Priwall
Lokales Lübeck Patchwork-Architektur für Waterfront auf dem Priwall
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20:21 10.09.2013
So könnte die Südermole aussehen: Vor der „Passat“ entstehen dreigeschossige Häuser mit Blick auf Trave und Meer. Grafik: eins : eins architekten
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Travemünde

Das Jury-Ergebnis des Wettbewerbes für das Areal rund um den Passathafen steht fest: Es wird eine Art Patchwork-Architektur für die Ferienanlage Waterfront auf dem Priwall. „Wir brauchen Vielfalt“, sagt Investor Sven Hollesen. Acht Architekturbüros hatten mitgemacht, doch keiner der Entwürfe hat die Jury so richtig überzeugt. Deshalb haben drei Büros gewonnen — zwei aus Hamburg, eins aus Lübeck.

Jetzt werden die Stadtplanung und Hollesen das Beste aus den drei Entwürfen in ein Konzept gießen. Daraus entsteht dann der Bebauungsplan, der noch in diesem Jahr den Bürgern vorgestellt wird. Ende 2014 hofft Hollesen bauen zu können. Er will zwischen 120 bis 150 Millionen Euro investieren und auf dem Priwall Ferienhäuser mit insgesamt 2000 Betten errichten. „Es ist ungewöhnlich, dass es drei gleichberechtigte Preisträger sind“, gibt Stadtplaner Karsten Schröder zu. Doch kein Entwurf habe „durchgehend eine städtebaulich überzeugende Antwort“ auf das Areal am Passathafen gehabt.

Die Waterfront-Pläne werden konkreter: Die Ideen von drei verschiedenen Architekturbüros sollen zu einem Konzept vereinigt werden.

Losgehen soll es an der Südermole. Für diesen Abschnitt sind dreigeschossige Häuser mit Staffelgeschoss geplant. Dort kommen die Hamburger Architekten „eins : eins“ zum Zug. „Wir wollen eine zeitgemäße Bäder-Architektur“, erklärt Christoph Roselius. So werden die Häuser große Loggien haben, die zur Trave und zum Strandhotel Maritim weisen. Nur das Gebäude an der Spitze der Südermole wird in Richtung Strand und Meer gebaut. Außerdem sollen die Häuser mit Holz verkleidet werden. Die Entwürfe von Roselius und Julian Hillenkamp lassen am ehesten erahnen, welche Architektur auf dem Priwall errichtet werden wird.

Das Büro DFZ aus Hamburg hat beim Thema Städtebau gepunktet. „Wir haben das Herzstück gewonnen“, sagt Peter Dinse. Dabei geht es um die Strandvillen, die zwischen den Dünen stehen. Sie sollen alle zu Fuß über Holzstege erreichbar sein. Die schlängeln sich wie ein Ring um die Villen herum, und von dort gehen dann kleine Straßen ab. „Jedes Gebäude ist so einzeln erreichbar“, sagt Dinse. Die Gestaltung der Promenade hingegen geht auf das Konto der Lübecker GPK Architekten. Sie haben die Gebäude mit den Geschäften, Restaurants und Cafés parallel zu der Kaikante angeordnet. „Ganz ruhig und glatt“, sagt Werner Peters. Der Schwerpunkt soll auf den beiden Plätzen liegen, die jeweils am Knick des Passathafens entstehen — der Marktplatz in Richtung Südermole und der Seglerplatz in Richtung Kohlenhofkai. Am Kohlenhofkai hingegen hat sich die Idee der Lübecker Architekten Manfred Zill und Gunnar ter Balk durchgesetzt. Sie haben zwar keinen Preis bekommen, aber eine besondere Würdigung.

Ihr Vorschlag: Die Häuser am Kohlenhofkai sollen nicht parallel an die Kaikante gesetzt werden, sondern zeigen mit der Spitze auf das Wasser. „So haben die Menschen im Haus von zwei Seiten einen Blick aufs Wasser“, so ter Balk.

Dieser Wettbewerb hat Hollesen 90 000 Euro gekostet — und es wird nicht der letzte sein. Denn alle Häuser, die direkt am Wasser stehen, werden extra ausgeschrieben. Sie sollen ganz besonders werden. „Jetzt haben wir erst einmal die Kulisse für sie“, sagt Hollesen. Hinzu kommen dann noch das Schwimmbad mit Spielplatz, Familien-Wellness und Gastronomie, welches in der Nähe der Südermole errichtet wird. „Es wird kein öffentliches Bad, sondern eine Resort-Lösung“, so Hollesen. Außerdem soll an der Spitze des Passathafens in Richtung Kohlenhofkai noch ein Hotel errichtet werden. Dafür sucht Hollesen einen Betreiber. Wann alles fertig ist, ist unklar. Aber es wird voraussichtlich bis 2020 dauern.

Zwei große Projekte
150 Millionen Euro schwer ist das Investment für Priwall Waterfront — und hat damit ähnliche Dimensionen wie das Kailine-Projekt auf der Nördlichen Wallhalbinsel. Doch im Gegensatz zu Kailine hat Investor Sven Hollesen das Grundstück schon gekauft. Er wartet jetzt auf Baurecht. Bei Kailine war es anders herum. Es gibt Baurecht, die beiden Investoren haben aber noch keinen Kaufvertrag für die Grundstücke, sondern durften das Areal ein Jahr lang entwickeln.

Josephine von Zastrow

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