Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Pavillon der Overbeck-Gesellschaft wird saniert
Lokales Lübeck Pavillon der Overbeck-Gesellschaft wird saniert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:21 05.10.2017
Vor dem Pavillon stehen Senatorin Joanna Glogau, Senatorin Kathrin Weiher, Vorsitzender Dieter Witasik, Vorstandsmitglied Dr. Gert Retzer, Stellvertreter Frank-Thomas Gaulin, Direktor Dr. Oliver Zybok, Max Schön (Possehl-Stiftung), Vorstandsmitglied Oliver Stüven und Dennis Bunk (Gebäudemanagement).

„Ein großer Tag für die Overbeck-Gesellschaft. Ein guter Tag für die Kunst“, sagt Dieter Witasik , erster Vorsitzender der Overbeck-Gesellschaft, beim Treffen mit Vertretern der Stadt, der Gesellschaft und der Possehl-Stiftung. Sie sind zusammengekommen, um im Vorfeld der Baumaßnahme eine neue Nutzungvereinbarung zu unterzeichnen. Denn zuletzt wurde das Rechtsverhältnis zwischen der Gesellschaft und der Stadt mit einem Vertrag aus dem Jahr 1974 geregelt. „Es war an der Zeit, diese Vereinbarung zu aktualisieren und auf eine neue vertragliche Grundlage zu stellen“, so Witasik.

Zur Galerie
Der Overbeck-Pavillon im Garten des Behnhauses wurde 1930 erbaut und ist stark sanierungsbedürftig. Zum 100. Jubiläum der Overbeck-Gesellschaft, im Oktober 2018, soll der denkmalgeschützte Ausstellungsraum nun umfangreich instandgesetzt werden. Kosten: rund 610000 Euro.

Der Overbeck-Pavillon wurde Anfang der 1930er Jahre mit Hilfe privater Spenden errichtet und 1932 der Hansestadt als Eigentum übergeben. Für Witasik ist das Bauwerk nicht nur „ein herausragendes Beispiel des Neuen Bauens“, sondern auch des bürgerschaftlichen Engagements, das den Kunstverein bis heute prägt. Genutzt wird der Raum für Ausstellungen, und gezeigt werden pro Jahr etwa fünf, die in der Regel eigens für diesen Ort erarbeitet werden.

Die Präsentationen zeitgenössischer Kunst lassen sich laut Gesellschaft wechselnden Schwerpunktthemen zuordnen, die im internationalen Kunstdiskurs von Bedeutung sind. Begleitet werden die Ausstellungen durch Führungen, Besuchergespräche und Vorträge. Teilweise erscheinen Katalogproduktionen sowie Jahresgaben.

In dem Vertrag wird die Baumaßnahme und die anschließende Nutzung durch die Gesellschaft nun neu geregelt. Die Vereinbarung gilt für 20 Jahre und verlängert sich danach um jeweils ein Jahr, wenn keine der Parteien den Vertrag kündigt. Laut erstem Vorsitzenden hat die Dräger-Stiftung, als Vorbereitung für die Sanierung, bereits 2011 ein Gutachten zur Modernisierung des Pavillons finanziert. 2012 wurde das Gutachten erstellt, das Grundlage für die Maßnahme ist.

Im Rahmen der Sanierung werden die Dachabdichtungen und der Außenwandputz energetisch erneuert. Der Innenraum erhält neue Anstriche, der Parkettbelag wird aufgearbeitet und das Linoleum erneuert. Neu gemacht werden unter anderem die Elektro- und Sanitärinstallation, die Beleuchtungsanlage und die Wärmeversorgung. Finanziert wird das 610000 Euro teure Projekt allein durch Spendengelder, 600

000 Euro übernimmt die Possehl-Stiftung.

Bausenatorin Joanna Glogau dankte der Stiftung und teilte im Beisein von Dennis Blunk vom Gebäudemanagement mit, dass die Firmen für die Sanierung noch gewonnen werden müssten. Kultursenatorin Kathrin Weiher äußerte ihre Freude darüber, dass der Pavillon nun saniert werde. Er sei sehr „wichtig für die moderne Kunst“ in Lübeck. Max Schön, Vorsitzender der Possehl-Stiftung, betonte, dass die Stiftung dem Willen Emil Possehls entsprechend „das Gute und Schöne“ in Lübeck fördere. Dazu passe sowohl das schöne Gebäude, als auch das Gute, das mit der Gegenwartskunst darin stattfinde. Nach der Vertragsunterzeichnung kamen alle Beteiligten zum Umtrunk zusammen, und Witasik sagte abschließend: „Wir freuen und auf die kommenden 20 Jahre – von uns aus gerne auf die nächsten hundert Jahre.“

Der Kunstverein

Die Overbeck-Gesellschaft ist nach dem in Lübeck geborenen Maler Johann Friedrich Overbeck benannt. Gegründet wurde der Lübecker Kunstverein 1918 mit dem Ziel, die zeitgenössische Kunst zu fördern und zu vermitteln. Nach ersten Ausstellungen im Schabbelhaus wurde ab 1927 das Museum Behnhaus für Ausstellungen genutzt, ab 1930 dann der Pavillon. Dieser wurde von Architekt Wilhelm Bräck im Stil des Neuen Bauens entworfen. Aufgrund der Sanierung bleibt das Gebäude bis Sommer 2018 geschlossen. Ausstellungen finden unter anderem in St. Petri statt.

Cosima Künzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die große Stunde des kleinen Vereins schlug im Herbst 2015, als Hunderte von Transitflüchtlingen am Hauptbahnhof strandeten. Das Flüchtlingsforum, das alternative Jugend- und Kulturzentrum Walli und zahllreiche Freiwillige meisterten die logistische Herausforderung.

05.10.2017

Die Musikhochschule (MHL) hat das Wintersemester und damit auch ihre neue Konzertsaison mit etwa 140 Veranstaltungen und Projekten eröffnet. Auch die 94 Studienanfänger wurden begrüßt. Insgesamt sind jetzt rund 450 Studierende aus über 40 Nationen an der MHL eingeschrieben.

05.10.2017

Kunden der Postbank müssen sich derzeit auf einige Probleme einstellen. Ohne Vorwarnung standen sie in den vergangenen Tagen immer wieder vor verschlossenen Türen.

05.10.2017
Anzeige