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Lübeck Peinliche Panne: Bürgerschaft ist offline
Lokales Lübeck Peinliche Panne: Bürgerschaft ist offline
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20:00 29.11.2018
Offline. In der Bürgerschaft geht nichts – die Politiker kommen nicht ins Online-System der Stadt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Peinlich, peinlich. Die Bürgerschaft kann nicht arbeiten, weil die Politiker nicht ins Online-System der Stadt kommen. Die Sitzung startet Stunden später. Allerdings: Behoben ist der Fehler nicht.

Von wegen: neue Digital-Strategie, papierlose Bürgerschaft, moderne Stadtverwaltung. Nichts da. Im Gegenteil. Die große Sitzung zum Finanzplan kann nicht starten. Denn es gibt keine Tagesordnung. Die steckt im Online-System der Stadt – das aber funktioniert nicht. Rätselraten: Ist es das Netz? Ist es die Website? Oder der Server? Nach einer Stunde gibt es immer noch keine Lösung.

Keine Tagesordnung für die Bürgerschaft

Rumstehen, debattieren. „Vielleicht brauchen wir doch wieder Papierunterlagen – übergangsweise“, sagt GAL-Fraktionschefin Antje Jansen. Da kommen auch schon zwei Angestellte der Verwaltung mit dicken Ordnern in den Saal und wuchten sie auf die Tische, an denen die Journalisten sitzen. Denn jetzt soll die Website für Bürger abgeschaltet werden wie auch für die Presseleute. „Wir haben einen Ansturm auf die Website“, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) am Mikrofon. 150 Zugriffe auf die Tagesordnung gebe es. „Normalerweise sind das 20 oder 30.“ Die Kurzform der Schnellanalyse: Weil sich zu viele Bürger die Tagesordnung der Bürgerschaft ansehen, können die Politiker im Bürgerschaftssaal nicht arbeiten.

Wenigstens das Mikrofon funktioniert

Lindenau ist sauer. Kein Wunder, will er doch die Verwaltung modernisieren, aber nicht einmal die Tagesordnung der wichtigsten Bürgerschaftssitzung des Jahres kann online abgerufen werden. Die Notlösung: Die Politiker halten erst einmal die traditionellen Haushaltsreden. Dafür braucht es keinen Computer, sondern nur das Mikrofon am Rednerpult. Das funktioniert. Nach anderthalb Stunden sind die zehn Redner fertig.

Immerhin: Die Mikrofon-Anlage im Bürgerschaftsaal funktioniert. Das Online-System der Stadt nicht. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Klappt das Online-System jetzt? Im Gegenteil. Die Anweisung an die Politiker: Bloß nicht über den internen Zugang aufs Online-System zugreifen, sondern unbedingt über die Website luebeck.de gehen. Alle Apps müssen zugemacht werden. Lindenau geht mit durch die Reihen der Bürgerschaft und hilft beim Logout. Um 16 Uhr läuft das System. Die Bürgerschaft kann mit der inhaltlichen Arbeit starten. Vier Stunden nach dem offiziellen Beginn.

Online-System der Stadt überlastet

Was ist passiert? Einfach ausgedrückt hat das Online-System für die Bürgerschaft zwei Zugängen. Nummer eins: Der Zugang von außen für jedermann. Der ist über luebeck.de abrufbar – einem Web-Server. Zugang Nummer zwei: Das ist ein interner Zugang für die Politiker. Der ist direkt mit der Datenbank verknüpft, die auf dem städtischen Server liegt. Da gibt es offenbar ein Problem. Und das schon seit Wochen. Denn je mehr Leute intern auf das Online-System zugreifen, desto weniger Leute können von außen das System einsehen.

Josephine von Zastrow

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