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Lübeck 30 Jahre nach dem Mauerfall auf Deutschland-Tour
Lokales Lübeck 30 Jahre nach dem Mauerfall auf Deutschland-Tour
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07:01 11.02.2019
Mit Rennrad und Kamera, vorn am Lenker wasserdicht verpackt: So geht Martin C. Roos Ende Mai auf seine spezielle Deutschland-Tour. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

 Martin C. Roos hat sich eine Menge vorgenommen: Im Juni möchte er von Lübeck aus mit dem Rennrad 2200 Kilometer durch Deutschland fahren, um in allen 16 Bundesländern die Befindlichkeiten der Deutschen 30 Jahre nach dem Mauerfall zu eruieren und anschließend in einem Buch zu dokumentieren.

Intensives Training

Er ist schlank, sehr schlank – und durchtrainiert. Dennoch muss der bald 52-jährige gebürtige Bayer, der vor drei Jahren mit seiner spanischen Frau und dem damals siebenjährigen Sohn nach Lübeck zog, sich ganz besonders auf die Deutschland-Tour vorbereiten. Sobald das Wetter etwas besser wird, will er zu Trainingszwecken „pro Woche 200 Kilometer fahren, zum Ende hin 300 Kilometer.“ Zudem geht er ins Fitnessstudio – „nicht, um Muskelmasse aufzubauen, sondern um die Beweglichkeit zu bekommen. Denn wenn man den ganzen Tag auf dem Rad sitzt, leidet der Rücken gewaltig.“

„Nicht die üblichen Ossi-Wessi-Geschichten“

Roos, der eigentlich Biochemiker und seit vielen Jahren Wissenschaftsjournalist und Autor ist, kam durch seine Leidenschaft, das Rennradfahren, und seine Tätigkeit für Radsport-Magazine auf die Idee zu seiner Bundesländer-Tour. Die startet am 31. Mai bei Lübeck und endet am 30. Juni ebendort. Der radelnde Reporter möchte nicht „die üblichen Ossi-Wessi-Geschichten hören“, sondern vielmehr „Eindrücke sammeln aus verschiedenen Lebensbereichen.“ Und zwar nicht in Großstädten, sondern eher im ländlichen Bereich. „Schließlich leben immer noch zwei Drittel der Deutschen nicht in Großstädten“, weiß Roos. Zudem solle die Route nachfahrbar für Hobby-Radler sein.

Detaillierte Planung

Vielleicht ist es der Naturwissenschaftler in ihm, der ihn die Tour detailliert planen lässt. „Im vergangenen Juni habe ich angefangen“, sagt Roos. Er hat schon früh Kontakte zu Projekten oder Akteuren in den jeweiligen Bundesländern geknüpft. Pro Land will er zwei bis drei Stationen aufsuchen, „vorsichtshalber, damit ich ein bis zwei Interviews sicher habe, denn es könnte ja immer sein, dass einer plötzlich nicht mehr will oder krank wird“. Und: Schon jetzt gibt es ein grobes Raster, welchen Themenbereich er wo bearbeiten will: In Schleswig-Holstein beispielsweise geht es um Bildung und Spaß, in Nordrhein-Westfalen um Wohnen und Verkehr.

Deutschland-Radler Martin C. Roos nimmt nur diese kleine Satteltasche mit. Quelle: Privat

Auch was er mitnimmt, weiß der 52-Jährige schon genau: Alles muss in eine „Art Riesenwurst“, befestigt an der Sattelstütze, passen. „Die Klamotten muss ich dann halt jeden Tag waschen“, sagt er. Seine Kamera, eine analoge Nikon FM2, ist wasserdicht verpackt am Lenker befestigt. Mit ihr will Roos nur Schwarz-Weiß-Fotos machen, denn bei Farbbildern seien die Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Wetter zu groß – unfair gegenüber den Stationen, an denen es gerade regnet.

Ach ja, und noch eines darf nicht fehlen: das zum Kaffeebecher umgebastelte Teleobjektiv, befestigt am Rahmen des Rades. „Ich bin ein unglaublicher Kaffee-Fan und nehme überall hin einen kleinen Tauchsieder mit“, sagt Roos schmunzelnd. Übernachten will der Lübecker in allerlei Unterkünften an der Strecke – „von der Heuherberge über die kleine Pension bis zum Stadthotel.“

Der grobe Plan für die Tour. Quelle: Privat

Egal, wie gut es ihm an einem Ort gefällt, egal, welch spannende Projekte oder interessante Menschen er zufällig trifft: Die Tour dauert vier Wochen, keinen Tag länger, „denn das könnte ich meiner Frau und meinem Sohn nicht antun.“ Also lautet sein Plan, pro Tag möglichst 100 Kilometer Strecke hinter sich zu bringen.

Ab September geht’s ans Buch

Zudem gehört zum Plan, dass sein Buch mit dem Arbeitstitel „30 Jahre nach dem Mauerfall – Wie geht’s Deutschland?“ dann auch zügig im nächsten Jahr erscheint. Er sei bereits in Verhandlungen mit einem bekannten Verlag, sagt Roos, aber sowohl die Vorarbeiten, als auch die Tour selbst kosten eine Menge. Zwar erhält der Autor ein kleines Stipendium zur Publikationshilfe, dennoch hat er sich zusätzlich fürs Crowdfunding bei Startnext angemeldet. Natürlich hoff Martin Roos auf Unterstützung der Lübecker.

Unterstützung gefragt

Immer mehr Menschen finanzieren Projekte über sogenanntes Crowdfunding.

Auch Martin Roos bietet unter https://www.startnext.com/alle16laender-2200km-radreport (kurz: tinyurl.com/2019-De) allerlei Erlebnisse oder Gegenstände vom Kamingespräch bis zur St.-Pauli-Fahrradklingel an, die gegen einen festen Betrag gebucht werden können. Sein Ziel: Bis zum 17. März möchte er 2900 Euro beisammen haben, um die Reise antreten zu können, in einer zweiten Phase bis September wünscht er sich 5200 Euro, um das Buch realisieren zu können.

Sabine Risch

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