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Lübeck Pfeilschnell zum Darts-Erfolg
Lokales Lübeck Pfeilschnell zum Darts-Erfolg
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21:28 23.08.2017
Detlef Pohl (47) leitet den Darts Sport Verein. Er ist dem Sport schon als junger Mann verfallen. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen

Detlef Pohl ist fokussiert. Sein Blick ist auf die genau 2,37 Meter entfernt hängende Dartscheibe gerichtet. 501 Punkte zählt diese Spielvariante zu Beginn. Ziel ist es, mit möglichst wenigen Pfeilen auf Null zu kommen. Er hebt den ersten Pfeil an, wiegt seinen Körper zweimal vor, wieder zurück und wirft. Mit Präzision. Der Pfeil bleibt im äußeren schmalen Ring der Zahl „Sieben“ stecken. Die Punktzahl verdoppelt sich, so lauten die Regeln. Pohl angelt einen zweiten Pfeil aus seiner Tasche, wirft: wieder eine „Sieben“, wieder doppelte Punktzahl.

Der Darts Sport Verein St. Jürgen (DSV) ist der erste eingetragene Dartssportverein in der Hansestadt. Detlef Pohl ist erster Vorsitzender – und dem Geschicklichkeitsspiel hoffnungslos verfallen.

„Ehrlich gesagt bin ich bloß durch Zufall zum Spielen gekommen“, sagt er und schmunzelt. 1995 hat Pohls Bruder seinen Geburtstag in einem Gastbetrieb gefeiert, dort haben sie alle zusammen gespielt.

Danach hat er nicht lange gezögert und den Verein eigenhändig ins Leben gerufen. Das ist inzwischen mehr als 18 Jahre her. „Unsere Ziele sind es, den Verein weiter voran zu bringen und mehr Mitglieder zu gewinnen“, erzählt der 47-Jährige. Zurzeit hat der Verein 17 Mitglieder, darunter größtenteils Erwachsene. Freuen würden sie sich aber auch, wenn wieder mehr Jugendliche an dem Training teilnehmen würden. Aber Mitschuld an deren Fehlen trägt mitunter wohl das Kneipenimage – noch immer.

Denn ähnlich wie beim Billard haftet das Image vom gemütlichen Kneipensport auch am Darts. Trotz vermehrter Fernsehübertragungen durch Sport1. „Dennoch, so wage ich zu behaupten, wird der Sport immer populärer und auch professioneller“, glaubt Detlef Pohl. Den Vereinen und einzelnen Sportlern stünden mehr finanzielle Mittel zur Verfügung, auch wenn „sich nur eine Handvoll allein durch die Sportlerkarriere das Leben finanzieren kann“, sagt Pohl. In den nächsten zwei bis drei Jahren, da ist sich der Vorsitzende des Lübecker Vereins sicher, wird sich das Bild vom Darts weiterhin positiv wandeln. Und dazu trägt auch der DSV seinen Teil bei.

Einmal die Woche, immer montags ab 16.30 Uhr, treffen sich die Vereinsmitglieder zum Training im Billardcafé Fünününü. Dann heißt es: Ran an die Pfeile und Konzentration, bitte. „Darts ist Kopfsache.

Wenn wir zusammen spielen, ist immer eine gewisse Anspannung vorhanden. Gerade im Wettkampf können einem schnell mal die Nerven versagen“, erzählt Pohl und greift nach dem letzten Pfeil. Jetzt ist wieder Konzentration gefragt. Und Geschick, „denn gut ist nur, wer regelmäßig trainiert“. Und damit klärt der 47-Jährige das zweite Klischee um das Geschicklichkeitsspiel auf: Sport oder nicht? „Wer mal in einer kleinen Kneipe oder auf einem Darts-Turnier vorbeischaut, wird riechen, dass es Sport ist“, sagt Detlef Pohl und lacht.

 Josephine Andreoli

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