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Lübeck Pflanzen, sägen, baggern für die Zukunft
Lokales Lübeck Pflanzen, sägen, baggern für die Zukunft
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22:15 28.09.2017
Adil (13), Anny (13) und Leonie (14) lassen sich von Ute Weiher (v. l.) zeigen, wie man eine Pflanzschale gestaltet. Quelle: Fotos: Künzel
St. Lorenz Nord

Für Leonie (14) geht es gleich gut los. Die Schülerin der Holstentor-Gemeinschaftsschule darf unter Anleitung von Gärtnermeisterin Ute Weiher eine Pflanzschale gestalten und mag die Aufgabe. „Es ist schön, mit der Natur zu arbeiten“, sagt sie und kombiniert Farbtöne und Pflanzen zu einem harmonischen Ganzen. Weiher kann das bestätigen. Die Gartenfachfrau findet ihren Beruf „schön, kreativ und niemals langweilig“. Damit das auch andere für sich entdecken können, betreut sie eine der zehn Stationen im und rund um das Schulgewächshaus der Emil-Possehl-Schule (EPS).

Für 260 Schüler stand am Donnerstag Ungewöhnliches auf dem Stundenplan. Beim Nachwuchswerbetag der Emil-Possehl-Schule durften sie fräsen, baggern oder sägen. Die Fachgruppe Gartenbau will so mit Betrieben, Fachverbänden und der Landwirtschaftskammer für die Ausbildung in Gartenbau und Floristik werben.

Initiator des Angebotes ist Matthias Reder. Er hat den Nachwuchswerbetag gemeinsam mit Kollegen der EPS und Schulleiter Jörn Krüger zum siebten Mal auf die Beine gestellt. „Wir versuchen, ein Angebot für die Schüler der achten und neunten Klassen zu schaffen, bei dem sie den Gartenbau in all seiner Vielfältigkeit kennenlernen können.“ Grundgedanke dabei ist, dass die jungen Leute selbst aktiv werden. Denn sie können ihre Geschicklichkeit am Minibagger testen, mit Fräse und Pflug arbeiten oder Baumschnittarbeiten übernehmen. „So ist der Beruf für sie direkt erfahrbar und erfühlbar.“

Wichtig ist Reder dabei auch, dass die Mittel- und Oberstufenschüler der EPS beteiligt sind und die Stationen mitbetreuen. Außerdem dankt der Fachgruppensprecher den Ausbildungsbetrieben und Ausbildern aus dem Berufsschulbezirk Lübeck für die Unterstützung. „Wir wollen gemeinsam für die ,Grüne Branche‘ begeistern, denn der Fachkräftemangel ist da, und wir brauchen den Nachwuchs dringend.“

Einer, der nicht mehr überzeugt werden muss, ist Marc Noske (21). „Mir ist schon lange klar, dass ich Garten- und Landschaftsbauer werden will“, sagt der junge Mann, der mit dem Jugendaufbauwerk der Kreishandwerkerschaft Stormarn aus Bad Oldesloe angereist ist. Der Nachwuchswerbetag habe ihn aber in seinem Vorhaben bestätigt, sagt er, während er auf dem Freigelände einen dicken Ast durchsägt.

Neben ihm steht Tamara Berg (49). Die sozialpädagogische Begleiterin ist mit 13 Schülern im Alter von 15 bis 21 Jahren dabei und begrüßt das Angebot. „Es ergänzt unsere Berufsvorbereitung perfekt“, sagt sie. Berg beobachtet immer wieder, dass sich der Aufwand lohnt. „Die Hälfte der Schüler denkt nach so einem Tag über eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau nach.“

Als die Schüler alle Arbeitsetappen durchlaufen haben, ist auch die Pflanzschale von Leonie längst fertig. Die Station „Herbstliche Schalenbepflanzung“ hat ihr im Rückblick am besten gefallen, aber Gärtnerin ist trotzdem nicht ihr Traumjob. „Ich will Notfallsanitäterin werden“, sagt sie und würde sich freuen, wenn es für diese Arbeit auch einen Nachwuchswerbetag geben würde.

Von Cosima Künzel

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