Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Sanddorn-Sterben auf dem Priwall: Schuld sind Pilze
Lokales Lübeck Sanddorn-Sterben auf dem Priwall: Schuld sind Pilze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 17.10.2018
Alles grau und weiß: Vor allem auf dem Priwall ist der Sanddorn vertrocknet. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Weiß-graue Äste, vertrocknete Zweige, kein Leben mehr zu erkennen: Der Sanddorn, der seit vielen Jahren das botanische Bild entlang der Ostseeküste prägt, stirbt - seit mehreren Jahren. Die Landwirtschaftskammer hat jetzt festgestellt: Es ist ein Pilzbefall.

Im Juni hatten die LN erstmals über das Phänomen berichtet. Matthias Braun, Geschäftsführer des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer, sagte damals: „Wir beobachten das seit vier Jahren mit großer Sorge.“ Ein abgestorbener Zweig, den Braun als Demonstrationsobjekt in den Naturschutzbeirat mitbrachte, löste eine Kettenreaktion aus: Der Zweig wurde zur Untersuchung in die Landwirtschaftskammer gebracht, das Kieler Umweltministerium beschäftigte sich damit, die Untere Naturschutzbehörde der Hansestadt Lübeck erklärte sich für nicht zuständig.

Jetzt hat die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) erste Ergebnisse einer Untersuchung bekanntgegeben. Danach wurden vom Pflanzenschutzdienst der LKSH nach Rücksprache mit der Hansestadt Lübeck drei vom Sanddorn-Sterben betroffene Standorte besichtigt. Auf dem Priwall wurden drei Pflanzenproben entnommen. Bei diesen Pflanzen sind sowohl die Triebe als auch die Wurzeln auf Nematoden (Fadenwürmer), Bakterien, Pilze und Insekten untersucht worden. „Nematoden, Bakterien sowie pflanzenschädliche Insekten wurden nicht nachgewiesen. Es wurden aber verschiedene pilzliche Schaderreger in den Proben festgestellt“, so Claudia Willmer von der Abteilung Pflanzenbau, Pflanzenschutz und Umwelt der LKSH.

Die Untersuchungen hätten allerdings kein einheitliches Bild ergeben, so dass ein Hauptverursacher für das Schadbild nicht identifiziert werden könne, urteilt Willmer. Und konstatiert: Möglicherweise handele es sich um einen Komplex verschiedener Einflussfaktoren. Über die Ergebnisse werde in Kürze ein Austausch mit den benachbarten Bundesländern stattfinden.

In Mecklenburg-Vorpommern sind erstmals im Sommer 2015 abgestorbene Sanddornpflanzen festgestellt worden, sowohl in Küstenregionen als auch in gewerblich betriebenen Plantagen. Ebenso wie in Schleswig-Holstein wurden mehrere Schadpilze identifiziert. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) ordnete vor wenigen Monaten ein umfangreiches Monitoring für das ganze Land an. Das Kieler Umweltministerium dagegen plant keine weiteren Maßnahmen, die über die Ursachenforschung hinausgehen. Ministeriumssprecher Joschka Touré: „Wir haben auf einem länderübergreifenden Kolloquium am 11. Oktober in Rostock die Ergebnisse der Untersuchungen und die weitere Vorgehensweise diskutiert mit dem Ergebnis, dass die Ursache nicht eindeutig nachgewiesen werden kann.“ Ein landesweites Monitoring sei für Schleswig-Holstein nicht vorgesehen und wäre im Hinblick auf mögliche Ursachen auch nicht zielführend.

Thomas Krohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lübeck LN-Umfrage: Busfahrpreise - Lübecker wollen weniger zahlen

Eine nicht-repräsentative LN-Umfrage kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Von 1640 Teilnehmern können 88 mit den Buspreisen leben oder sie sind ihnen egal, der Rest findet die Tickets zu teuer.

16.10.2018
Lübeck Wo leben Senioren am besten? - Lübeck auf Platz zehn von 50

Die Internet-Plattform Betreut.de hat die Lebensqualität von Senioren in den 50 größten deutschen Städten gemessen. Freiburg ist das Rentnerparadies, Lübeck landet auf Platz zehn.

16.10.2018

Eine Frau ist am Montagnachmittag am Lübecker Holstentor mit ihrem Wagen in den Gegenverkehr gefahren. Nur durch die aufmerksame Fahrweise anderer Fahrer kam es nicht zu einem Unfall.

15.10.2018