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Lübeck Piratenleben auf der „Lisa von Lübeck“
Lokales Lübeck Piratenleben auf der „Lisa von Lübeck“
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22:26 06.06.2017
Lagebesprechung an Bord: Kameramann Daniel Farwick nimmt die Piraten auf, während sie sich über Karten beugen.

Glücksspiel oder Schuheputzen? Das ist die Frage auf der „Lisa von Lübeck“. Jedenfalls wenn Piraten an Bord sind, sie faul an Deck herumlungern, Flaute ist – und es in der Nähe kein Schiff zum Entern gibt. So zumindest wird das Piratenleben für das Wissensmagazin Galileo vom TV-Sender Pro7 gezeichnet. Mitte Juli wird die Sendung ausgestrahlt – derzeit sind die Dreharbeiten. Die Kraweel geht auf Tagestour mit Filmteam, Schauspielern und Besatzung. Drei Gruppen, die zum ersten Mal aufeinandertreffen.

An Bord der Kraweel wird eine Folge des TV-Wissensmagazins Galileo gedreht.

Lübecks Kraweel

Am 1. April 1999 starteten die Arbeiten zur „Lisa von Lübeck“. Am 23. März 2004 wurde sie eingeweiht. Der Original-Nachbau eines Schiffes aus der Hansezeit wurde im Rahmen einer Maßnahme des Arbeitsamtes errichtet – mehr als 350 junge Menschen haben daran gebaut. Die Materialkosten lagen bei 1,7 Millionen Euro. www.hanseschiff-luebeck.de

Gelassen nimmt die Mannschaft um Kapitän Dieter Baars die kostümierten Piraten mit an Bord und kocht für sie Kaffee. Faule Zähne im Mund, zotteliges Haar, den Degen am Hüftgurt – so stiefeln die Piraten über die Schiffsplanken. In ihrer Mitte Kapitän Flint, alias Benjamin Kernen. Die sechs Schauspieler stehen sonst in Grevesmühlen auf der Bühne des Piraten Action Open Air Theaters. Während ihre 40 Kollegen proben müssen, fahren sie jetzt mit der „Lisa“ auf die Ostsee – zum großen Dreh. Das Film-Spektakel ist die Mannschaft der „Lisa“ gewohnt. Bereits zum dritten Mal wird ihre Kraweel zum Filmstar. Erst der Störtebecker- Dreh, dann ein finnischer Historienfilm, jetzt die Piraten.

Und dann ist da noch das Filmteam von der Produktionsfirma Tape Film. Kameramann Daniel Farwick macht die ersten Aufnahmen von den Finstermännern, während ihnen die Vorschriften an Bord der „Lisa“

erklärt werden – das steht zwar nicht im Drehbuch, gehört aber zum realen Leben an Bord der „Lisa“. Sozusagen zur Jetzt-Zeit.

Die verkörpert auch Leonidas Jakoby. Der junge Schauspieler steckt in schwarzer Jogginghose und kariertem Hemd. Er wird als Junge aus dem 21. Jahrhundert in das Piratenleben verfrachtet – so der Plot des Films. Und muss sich dann darin zurechtfinden.

Eine seiner ersten Lektionen: Wenn es um die Frage Schuhputzen oder Glücksspiel an Bord eines Piratenschiffes geht, sollte er sich tunlichst fürs Schuheputzen entscheiden. Denn Glücksspielen ist den Piraten verboten, zumindest auf dem eigenen Schiff. Wer das Gebot missachtet, wird ausgesetzt. So ist das im Piratenleben.

 Josephine von Zastrow

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