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Lübeck Plastikmüll verdreckt das Trave-Ufer
Lokales Lübeck Plastikmüll verdreckt das Trave-Ufer
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21:56 14.04.2018
Dennis Plitt muss ständig aufpassen, damit sein Hund „Sammy“ keinen Plastikmüll frisst. Der 38-Jährige ärgert sich über den Dreck, den der Ostwind ans Ufer getrieben hat. Der Feuerwehrmann beteiligt sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Schlutup an regelmäßigen Müllsammelaktionen. Quelle: Fotos: Neelsen
Lübeck

Seit acht Jahren wohnt Dennis Plitt in Schlutup. Gestern morgen war der 38-Jährige mit „Sammy“, einer Chihuahua-Dackel-Mops- Mischung, an einem der Uferwege an der Mecklenburger Straße spazieren. „Man muss hier aufpassen“, sagt Plitt, der seinen neugierigen Hund nicht aus den Augen lässt. Das Tier ist noch jung. „Ich muss streng darauf achten, was er ins Maul nimmt“, so Plitt. Das hat seinen Grund: Fast flächendeckend sind das Unterholz, das Schilf und der kleine Strand mit Unrat übersät. Kein Quadratmeter, der nicht mit Plastikflaschen, Tüten, Planenresten, Verpackungen, Flaschen, Bierdosen, Eimern, Bechern, Spraydosen oder Styropor förmlich zugepflastert ist. Selbst ganze Reifen, Schuhe und Kanister liegen überall verstreut herum. „Das ist ein Dauerzustand“, weiß

Es ist unschön und ärgerlich. Für Tiere ist es auch gefährlich: Seit dem kräftigen und anhaltenden Ostwind sind die Ufer der Trave zum Teil erheblich verdreckt. Anwohner, die ehrenamtlich sammeln, fühlen sich überfordert. Es sei einfach zu viel Müll.

der Hundehalter. Die Frage sei, wo der Müll herkomme. Und: Wer beseitigt den Dreck?

Peter Reichwald, der gestern Vormittag mit dem Fahrrad am Ufer des Schlutuper Yachthafens unterwegs war, kennt das Problem. Seit sieben Jahren wohnt er im alten Fischerdorf. Seiner Ansicht nach solle die Stadt, die für die Wege zuständig sei, auch die Bereiche daneben säubern. „Es gibt viele rührige Bürger in Schlutup“, sagt Reichwald. „Aber bei diesen Mengen an Müll können die das nicht mehr leisten.“ Zwar gebe es regelmäßige, ehrenamtliche Müllsammlungen, aber das jetzige Ausmaß der Vermüllung insbesondere durch Plastikabfälle übersteige diese Grenzen. Das bestätigt Plitt: „Auch die Freiwillige Feuerwehr Schlutup beteiligt sich engagiert an Müllsammlungen.“ Aber gegen so viel Dreck komme man nicht mehr an, sagt der Feuerwehrmann.

Schuld an dem vielen Müll soll das starke Hochwasser der vergangenen Wochen sein. „Der kräftige Ostwind hat für hohe Wasserstände der Trave gesorgt. Wenn der Pegel wieder sinkt, bleibt der Müll am Ufer hängen“, erklärt Förster Rüdiger Mahnkopf. Für ihn ist die Lage allerdings nicht alarmierend. „So etwas haben wir zwei, drei Mal im Jahr“, sagt er. Zuständig für die Entsorgung sind eigentlich die Verursacher. „Aber weil die in den meisten Fällen nicht ausfindig gemacht werden können, müssen die Eigentümer ran“, erklärt Rüdiger Mahnkopf. Entscheidend ist also, auf wessen Grund und Boden der Müll angespült wird. Ein Teil des Ufers gehört beispielsweise zum Stadtwald. „Hier haben wir am Freitag mit sechs Mann gesammelt. 16 blaue Säcke mit Müll sind zusammengekommen“, berichtet der Förster. Der Müll soll jetzt analysiert werden, um mögliche Verursacher zu finden.

Beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt beobachtet man die Problematik ebenfalls. „Allerdings sind wir nur für die Müllentfernung zuständig, wenn die Schifffahrt gestört wird“, erklärt Leiter Henning Dierken. „Was am Ufer angespült wird, fällt nicht in unseren Bereich.“ Matthias Braun vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer kennt die Ecken, an denen sich der Müll sammelt. „Es hängt immer vom Wind und der Strömung ab. Aber am Ostufer der Pötenitzer Wiek beispielsweise bilden sich regelrechte Wälle aus Müll“, erzählt er. „Der Müll stammt aus dem gesamten Einzugsgebiet der Trave.

Besonders viel ist dort, wo die Angler sind“, kritisiert Braun. Auf dem Priwall und dem Dummersdorfer Ufer stehen mittlerweile Mülleimer, die Spaziergänger und Angler davon abhalten sollen, den Müll ins Wasser zu werfen. Ehrenamtler übernehmen die Leerung.

 Von Rüdiger Jacob und Maike Wegner

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