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Lübeck Polit-Talk: Jan Lindenau trifft auf Peter Sünnenwold
Lokales Lübeck Polit-Talk: Jan Lindenau trifft auf Peter Sünnenwold
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11:20 15.11.2017
Polit-Talk: Jan Lindenau (SPD) und Peter Sünnenwold (CDU). Quelle: Roessler
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Lübeck

Reden. Mit allen. Egal welche Partei. Darum geht es Lindenau bei dem Treffen mit CDU-Urgestein Sünnenwold. Das ist ein Feld, auf dem er bisher nicht punkten konnte in diesem Wahlkampf, denn er ist von seiner Partei nominiert. Hingegen seine Kontrahentin Kathrin Weiher (parteilos) wird von einem bunten Bündnis aus CDU, Grünen, FDP, BfL und Linken unterstützt. „Man muss fraktionsübergreifend reden“, sagt Lindenau dann auch mehr als einmal an diesem Abend.

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Doch das ist nur ein Anlass für diesen Polit-Talk im Kolosseum. Der andere ist offensichtlich: dem politischen Gegner eins auszuwischen. „Der Termin eine Woche später wäre für mich leichter gewesen“, gesteht Sünnenwold ein. Dann wäre die Stichwahl Vergangenheit. Aber Sünnenwold hatte schon zugestimmt. „Da kommt man dann nicht wieder raus.“

Also sitzen die beiden Herren auf der Bühne. Sünnenwold im schwarzen Sessel, Lindenau im roten. Der CDU-Mann hat Jahrzehnte in der Bürgerschaft hinter sich und war zuletzt Stadtpräsident. Der andere will noch Jahrzehnte im Rathaus verbringen – als Bürgermeister. Sünnenwold ist in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden , Lindenau ist mit 38 Jahren knapp halb so alt. Etwa 70 Leute schauen zu.

Wer folgt auf Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)? Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau (SPD) liefern sich bereits in der ersten Runde ein Kopf-an-Kopfrennen und kommen in die Stichwahl. Der Wahlabend in Bildern.

Eine Botschaft des Abends: Früher saßen die Politiker öfter im Ratskeller zusammen – da war die Verständigung untereinander besser, meint Sünnenwold rückblickend. „Man trifft sich heute nicht mehr“, stimmt Lindenau zu. Doch der Ratskeller habe schon zu, wenn die Bürgerschaftssitzung zu Ende sei. Sünnenwold süffisant: „Vielleicht verzehrt ihr einfach nicht so viel.“ Beim Thema Hafen wird es etwas politischer: „Die Lübecker Hafen- Gesellschaft muss sich verkleinern“, sagt Sünnenwold. Wenn sie die lübschen Häfen nicht mehr wettbewerbsfähig betreiben könne.

Lindenau ist da zurückhaltender. „Die LHG muss sich wirtschaftlich positionieren.“ Aktuell sind die Sanierungstarifverhandlungen schon zwei Mal gescheitert. Aber Lindenau sagt: „Ich bin zuversichtlich, dass es bis Ende November eine Einigung gibt.“ Sünnenwold fordert: „Die Arbeitnehmer müssen sich bewegen, sonst wandern die Reeder ab zur Konkurrenz nach Kiel und Rostock.“

Einigkeit herrscht bei den beiden Männern, dass Lübeck neue Gewerbegebiete benötigt. „Wir brauchen Flächen auf Vorrat“, sagt Sünnenwold. So sieht es auch Lindenau. „Wir planen immer erst Gebiete, wenn welche gefordert werden – wie bei den Schwartauer Werken.“ Das müsse sich ändern. Ändern müsse sich auch dringend etwas am Lindenteller, meint Sünnenwold. Auf dem Areal des ehemaligen Autohauses Lorenzen herrscht seit Jahren Stillstand. „Da kann ich einen Investor nicht ewig warten lassen“, sagt er. „Am Markt aber geht der Bau eines Hotels ruckzuck.“ Und dann kommt doch noch etwas Wahlkampf auf, als Lindenau sagt: „Was hältst Du von der Bewerbung zur Kulturhauptstadt?“ Konkurrentin Weiher will sie unbedingt voranbringen. Sünnenwold ist dagegen: „Wir sollten das vorhandene bewahren und stärken.“ Damit vertritt er Lindenaus Meinung. Am Ende des Abends ist der sich sicher: „Zusammen wären wir unschlagbar.“

Alles zur Bürgermeisterwahl finden Sie unter LN-Online.de/wahl. Das Video des HanseTalk-Duells kann auf LN-Online.de/Hansetalklivestream im Internet angeschaut werden.

 jvz

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