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Lübeck Politiker einig: Mehr Geld für die Website der Stadt
Lokales Lübeck Politiker einig: Mehr Geld für die Website der Stadt
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22:13 18.02.2016
Quelle: Sergio di Fusco

Jetzt reicht es den Politikern. Sie wollen Geld locker machen, damit die Stadt ihren Internetauftritt verbessert. Denn der sei miserabel. Als „jahrelanges Trauerspiel“ bezeichnet Willi Meier (CDU) den Internetauftritt der Hansestadt. „Erbärmlich“, meint Peter Reinhardt (SPD). „Es muss was passieren“, fordert Jörg Hundertmark (SPD). „Sehr traurig“, ist das Fazit von Pirat Christian Haider.

Jede Menge Kritik hat Nicole Dorel vom Presseamt im Wirtschaftsausschuss einstecken müssen. Derzeit betreut diese Abteilung mit 3,5 Mitarbeiten die Website www.luebeck.de — nebenbei.

„Ohne Internetredaktion wird es schwierig, einen einheitlichen und qualitativ hochwertigen Auftritt zu haben“, sagt Dorel. Hauptproblem: Es gibt keine Internetredaktion, die sich um die Gestaltung der Website kümmert — und auf die Qualität achtet. Jeder Bereich macht, was er will. So sind mehr als 100 Mitarbeiter in der Stadt als Administratoren tätig. Die Stadt Kiel hingegen habe vier Mitarbeiter, die sich nur ums Internet kümmern. In einem Bericht hat sich die Hansestadt sogar selbst schlechte Noten für ihren Website gegeben. Erste Lösungen will Dorel im Herbst präsentieren.

Jetzt fordern die Politiker Konsequenzen — und sind bereit, dafür Geld auf den Tisch legen. „Dann kostet es eben Geld“, sagt CDU- Fraktionschef Andreas Zander. Aber „die digitale Welt ist heute Lebenswirklichkeit“. Daher müsste der Auftritt der Stadt im Internet zeitgemäß sein. Die CDU will im April die „papierlose Bürgerschaft“ beantragen. In Halle an der Saale habe diese Einführung drei bis vier Jahre gedauert. Auch die Grünen wollen ins Web investieren — und überlegen ebenfalls, im April in der Bürgerschaft eine Initiative zu starten. „Eine Internetredaktion wäre sinnvoll“, sagt Fraktionschef Thorsten Fürter. Aber es wäre vielleicht klüger, sie in einer städtischen Gesellschaft anzusiedeln — und nicht im Dezernat des Bürgermeisters. Er hat dabei das Lübeck und Travemünde Marketing (LTM) im Blick. Fürter ist überzeugt davon, dass ein Webauftritt auch Geld spart. „Denn aktuell sind viele Mitarbeiter damit beschäftigt“, so Fürter. Klar sei aber, dass die optische Frischzellenkur der Website Geld kosten werde.

Die SPD will ebenfalls investieren. „Aber es wird auch Einsparungen geben, wenn es optimierte Abläufe gibt“, sagt Fraktionschef Jan Lindenau. Die SPD stellt für die kommende Bürgerschaft am Donnerstag einen Antrag zur digitalen Bauakte. Lindenau gibt zu: „Das gab es schon mal.“ Aber die SPD wolle Druck machen. „Denn es passiert nichts.“ SPD-Wirtschaftsmann Jörg Hundertmark: „Ich werde ungeduldig.“ Er wartet auf ein Konzept der Stadt, das Varianten auflistet — und sie mit Kosten und Sparpotenzial hinterlegt.

Unzufrieden ist auch Pirat Oliver Dedow. „Wir haben das alles schon einmal beantragt.“ Für ihn ist klar: „Manchmal muss man Geld investieren.“ Eine Internetredaktion werde „auf jeden Fall gebraucht.

Denn die Website müsse täglich aktualisiert werden. Pirat Haider meint: „Man wird Geld in die Hand nehmen müssen.“ Denn die Website jetzt sei „untragbar“. Neben einer Internetredaktion brauche es innerhalb der Verwaltung auch andere Abläufe. So müssten sämtliche Akten digitalisiert werden. Dadurch könnte die Stadt dem Bürger auch viele Dienstleistungen digital anbieten. Haider ist sich sicher: „Man wird dann viel Geld sparen.“

www.luebeck.de

70 Prozent der Anfragen unter www.luebeck.de werden durch die Inhalte der Website beantwortet, so Stadtsprecherin Nicole Dorel. Pirat Christian Haider kritisiert: „Das kann man nicht als Erfolg verkaufen.“ Immerhin: Es gibt neu einen Veranstaltungskalender der Stadt, der auf einer gemeinsamen Datenbank basiert. Abgerufen werden können die Termine dann auf verschiedenen Web-Adressen wie luebeck.de oder luebeck-tourismus.de.

Josephine von Zastrow und Michael Hollinde

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