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Lübeck Politische Hygiene im Lübecker Rathaus
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00:09 17.10.2015
 Josephine von Zastrow josephine.von.zastrow@ln-luebeck.de

Am Ende stehen 21 Seiten Abschlussbericht über den Verkauf an einen Privatmann. Mit einer Empfehlung, 40 000 Euro vom Käufer zu verlangen —— nur dann dürfe die Stadt das Haus als Flüchtlingsunterkunft zurückmieten.  Das Durchwühlen von dicken Aktenbergen, das insistierende Nachfragen und die Kontrolle von Verwaltung hat zwar nichts zu Tage gebracht, was einen Staatsanwalt auf den Plan ruft. Aber:

Es hat eine ungute Verquickung von Politik und Verwaltung offengelegt, die sich in der Lübecker Stadtverwaltung breitgemacht hat. Man kennt sich halt schon so lange. Da sind der Griff zum Telefonhörer und ein kleiner Hinweis der einfachere Weg als der mühsame Gang durch den undurchdringlichen Dschungel der städtischen Bürokratie. Das kann sein Gutes haben, wenn damit die Probleme der Stadt schnell gelöst werden. Das geht aber überhaupt nicht, wenn davon jemand ganz Bestimmtes profitieren soll — und andere das Nachsehen haben. Das nennt man Filz. Denn da kennt einer einen, der einen kennt — und der kennt einen bei der Stadt.

Die Aufarbeitung der Wiekstraßen-Affäre hat der politischen Hygiene in dieser Stadt gedient. Man kann nur hoffen, dass die abschreckende Wirkung länger anhält als bis zur nächsten Wahl.

Josephine von Zastrow

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