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Lübeck Polizei-Leitstelle: Minister räumt technische Probleme ein
Lokales Lübeck Polizei-Leitstelle: Minister räumt technische Probleme ein
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22:31 21.10.2013
Andreas Breitner (SPD, vorne) lässt sich von einem Beamten der Leitstelle und Polizeidirektor Heiko Hüttmann die Probleme erklären. Quelle: Maxwitat

Der Kieler Innenminister Andreas Breitner (SPD) hat gestern bei einem Besuch der Regionalleitstelle „Südwind“ zugegeben, dass es noch technische Probleme gebe. „Die Leitstellentechnik läuft nicht völlig störungsfrei“, sagte Breitner, der von hochrangigen Beamten der Landespolizei begleitet wurde. Der Minister bewertete die Probleme allerdings nicht als dramatisch. Breitner: „Ich sorge mich nicht riesig.“ Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte vor Kurzem Alarm geschlagen und die Arbeit in der Leitstelle als nicht tragbar beurteilt.

Der Innenminister sprach im Behördenhochhaus mit Mitarbeitern der Leitstelle und mit Führungskräften. Es gebe Probleme mit der Computertechnik, räumte Breitner ein: „Die Bildschirme fahren nicht so schnell hoch wie die Beamten es brauchen.“ Die Leitstellentechnik, die auch für die Kommunikation zwischen Streifenwagen und Leitstelle wichtig ist, sei von einem weltweit tätigen Hersteller geliefert worden. Mit dem sei das Landespolizeiamt beinahe täglich im Gespräch, berichtete Breitner.

Es gebe auch Probleme mit dem Digitalfunk. In Schleswig-Holstein wird der über 158 Sendemasten abgewickelt, von denen einige auch in der Lübecker Innenstadt stehen. Und die funktionieren nicht so wie gedacht. Breitner: „In Lübeck hat der Analogfunk immer besser funktioniert als auf dem Land, mit dem Digitalfunk ist es umgekehrt.“ Das seien aber lösbare Probleme in einem Probebetrieb. Die Masten müssten jetzt anders ausgerichtet werden. Der Minister wollte sich nicht auf einen Zeitpunkt festlegen, ab wann der Digitalfunk reibungslos funktionieren werde. „Das sehe ich gelassen, so lange wir auf den Analogfunk zurückgreifen können.“

Der SPD-Politiker musste auch Probleme mit der Klimaanlage in dem Großraumbüro einräumen, in dem acht bis zehn Beamte gleichzeitig arbeiten. „Das Raumklima wird zu Recht kritisiert.“ Die GdP hatte von Klagen der Mitarbeiter über trockene Schleimhäute, brennende Augen und sogar Nasenbluten berichtet. „Es gab Kollegen mit Nasenbluten“, bestätigte der Leitende Polizeidirektor Heiko Hüttmann.

Zwei Kollegen hätten wegen gesundheitlicher Probleme die Leitstelle verlassen, eine Kollegin einen anderen Arbeitsplatz bekommen. „Es ist auffällig, dass sich Kollegen von der Leitstelle wegbewerben und keiner herkommen will“, sagte der Lübecker GdP-Vorsitzende Jörn Löwenstrom auf LN-Anfrage. Insgesamt sind auf der Leitstelle 62 Beamte tätig.

Das Großraumbüro soll jetzt Fenster bekommen, die man öffnen kann, so dass die Beamten während ihrer acht- bis neunstündigen Schichten auch mal lüften können. Noch in dieser Woche sollen Gespräche mit dem zuständigen Gebäudemanagement Schleswig-Holstein geführt werden.

GdP-Vorsitzender Löwenstrom, der die Landesregierung öffentlich zum Handeln aufgefordert hatte, begrüßte den Besuch des Ministers im Behördenhochhaus. „Der Minister hat reagiert“, sagte Löwenstrom, „kurzfristige Lösungen der Probleme können wir auch als Gewerkschafter nicht erwarten.“

Trotz aller technischen Unzulänglichkeiten müssten sich die Bürger in Lübeck, Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein keine Sorgen machen. Breitner: „Bei Notruf ist die Polizei schnell vor Ort, das ist gewährleistet.“ Das hätten auch die Beamten von „Südwind“ nicht in Abrede gestellt, betonte der SPD-Politiker, der früher selber Polizist war und GdP-Mitglied ist. In der Regionalleitstelle gehen täglich 500 bis 700 Notrufe ein.

„Südwind“ funkt seit März 2011
15 Leitstellen koordinierten früher die Polizeiarbeit in Schleswig-Holstein. Die Landesregierung machte daraus vier Regionalleitstellen in Kiel, Harrislee, Elmshorn und Lübeck. Seit März 2011 ist die Leitstelle „Südwind“ in Betrieb. Zunächst wurden dort die Einsätze in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg koordiniert. Ein Jahr später gingen Ostholstein und Lübeck mit ans Netz. Die 62 Beamten, die für „Südwind“ arbeiten, müssen eine unglaubliche Vielzahl an Notrufen und Anrufen bewältigen. Zudem laufen täglich 150 Mails ein. Innenminister Andreas Breitner (SPD): „Lübeck hat die am stärksten mit Notrufen belastete Leitstelle im Land.“

Kai Dordowsky

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